Aktualitätstheorie

Aktualismus (auch: Aktualitätstheorie) ist in der Philosophie die Auffassung, dass es ein ewiges Kommen und Gehen, einen ständigen Wandel gibt. Ihm gegenüber steht der Essentialismus, nach dem es etwas dem Sein zugrundeliegendes Unveränderliches gibt. Der Aktualismus wird auch als Gegensatz zur Substantialitätstheorie und als dem Grundsatz agere sequitur esse widersprechend interpretiert.

Der Ausdruck "Aktualismus" kann mit einer negativen Bedeutung verbunden sein ("-ismus"), insofern man eine Vernachlässigung oder Leugnung des Trägers eines Aktes kritisiert[1].

Ein Aktualismus wurde von Heraklit (alles fließt) vertreten. Ihm folgte Plotin.

Leibniz vertrat die Auffassung, "dass eine Substanz natürlicherweise überhaupt nicht untätig sein kann"[2]. Ähnlich Hegel: "Der Geist ist absolute Aktualität." (Enzyklopädie § 34).

Die psychologische Aktualitätstheorie geht davon aus, dass den psychischen Akten keine Substanz zugrunde liegt.

Die metaphysische Aktualitätstheorie vertritt die Auffassung, dass die Wirklichkeit letztlich auf Akte, Tätigkeiten und nicht auf Substanzen zurückzuführen ist.


Weblinks

Literatur

  • Regenbogen/Meyer, Wörterbuch der philosophischen Begriffe (2005), ISBN 3-7873-1738-4/Aktualitätstheorie
  • Schischkoff, Philosophisches Wörterbuch, 22. Aufl. (1991), ISBN 3-520-01322-3/Aktualitäts-Theorie

Quellen

  1. Vgl. bei Lotz, Akt, in: Brugger, Wörterbuch der Philosophie, 21. Aufl. [1976], S. 7
  2. Zitiert nach Regenbogen/Meyer, Wörterbuch der philosophischen Begriffe (2005), ISBN 3-7873-1738-4/Aktualitätstheorie

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