Akupunktur
Akupunkturnadeln, zum Größenvergleich mit einem Streichholz (rechts)

Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen, chinesisch 針砭 zhēn biān) ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus (Qi), die auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und angeblich einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss wird für Erkrankungen verantwortlich gemacht und soll durch Stiche in auf den Meridianen angenommene Akupunkturpunkte ausgeglichen werden. Bei eng verwandten Methoden wird stumpfer Druck auf die Punkte ausgeübt (Akupressur) oder sie werden erwärmt (Moxibustion).

Klinische Studien zeigen eine Wirksamkeit der Akupunktur bei durch Kniegelenksarthrose bedingten Schmerzen, bei chronischen tiefen Rückenschmerzen und bei der Prophylaxe von Migräneattacken. Allerdings wurde auch gezeigt, dass Scheinakupunktur, bei der irgendwohin gestochen wird, genauso wirksam ist wie eine nach traditionellen Regeln durchgeführte Akupunktur.[1][2][3][4][5] Akupunktur wird zur Behandlung zahlreicher weiterer Beschwerden angeboten, auch wenn kein anerkannter Beleg für eine Wirksamkeit vorliegt.

Inhaltsverzeichnis

Historisches

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Akupunktur und Moxibustion (chinesisch 針灸 zhēn jiǔ ‚Akupunktur und Moxibustion‘) stammt aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Der chinesische Historiker Sima Qian erwähnt in seinen Aufzeichnungen erstmals Steinnadeln.

Akupunkturnadel 75 mm ovp
Akupunkturnadel (kurz)

Die älteste Sammlung chinesischer medizinischer Schriften Innere Klassiker des Gelben Kaisers (Huangdi Neijing) aus der Zeit zwischen 200 Jahre vor und nach der Zeitenwende integriert die Aku-Moxi-Therapie in die damalige Medizin und beschreibt verschiedene Nadeln (aus Metall), Stichtechniken, Indikationen für die Anwendung bestimmter Punkte. In diesem Werk wurden 160 klassische Punkte beschrieben.

Das erste historisch eindeutig datierbare Werk über Akupunktur ist Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker (Zhenjiu jiayijing) von Huang Fumi (215–282). Darin werden eine klare Terminologie, eine Topologie von 349 Akupunkturpunkten und systematische Hinweise auf deren Wirkung beschrieben. Weitere historische Werke sind die Erläuterungen der 14 Hauptleitbahnen von Hua Boren (1341), die Untersuchungen über die acht unpaarigen Leitbahnen von Li Shizhen (1518–1593), sowie die Summe der Aku-Moxi-Therapie von Yang Jizhon (1601).

Schon im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert erwähnten portugiesische Jesuiten in Briefen aus Japan das Brennen mit Moxa und die Nadeltherapie. Einige Zeilen mehr schrieb der für die niederländische Ostindien-Kompanie tätige dänische Arzt De Bondt (Bontius). In der 1658 gedruckten Historiae naturalis et medicae Indiae orientalis libri sex berichtet er, dass man in Japan „bei chronischen Kopfschmerzen, bei Obstruktionen der Leber und Milz, auch bei der Pleuritis [...] mit einem silbernen oder aus Stahl gemachten Stylus, nicht viel dicker als die Saiten einer Zither, durch langsames oder sachtes Einführen die oben erwähnten Innereien“ durchbohre, so dass er auf der anderen Seite wieder heraustrete (!), was er selbst in Java gesehen habe. 1683 verfasste Willem Ten Rhyne/ten Rhijne (ebenfalls ein Arzt der Ostindien-Kompanie) eine ausführliche Abhandlung (Dissertatio de Arthritide: Mantissa Schematica: De Acupunctura: Et Orationes Tres), in der er die klinischen Wirkungen der Nadelstichtherapie beschrieb und dafür den Begriff Akupunktur (lat. acus = Nadel; punctura = Stich) prägte. Von ihm stammt auch eine Beschreibung des Systems der Leitbahnen, die er allerdings als Blutgefäße missverstand. 1712 publizierte Engelbert Kaempfer in den Amonitates Exoticae eine ausführliche Abhandlung über die japanische Therapie von Bauchbeschwerden (japanisch senki), die er als Koliken interpretierte. Sowohl Ten Rhyne als auch Kaempfer verfassten ihre Berichte aufgrund von Beobachtungen in Japan, ohne die teils fundamentalen Unterschiede zur chinesischen Therapie zu erkennen. Unter anderem stellte Kaempfer die „Röhrennadelung“ (jap. 管鍼, On-Lesung: kanshin, Kun-Lesung: kudabari) vor, eine Erfindung des japanischen Akupunkteurs Sugiyama Waichi (杉山 和一; 1610–1694). Beide beschrieben weiter die „Hammernadelung“ (jap. 打鍼, On-Lesung: dashin, Kun-Lesung: uchibari), eine von dem japanischen Mönch Mubun entwickelte Therapie, welche die Leitbahnen ignoriert, dafür die Bauchregion als „Karte“ des Körpers interpretiert.[6]

Traditionelle und moderne „Röhrennadel“

Eine weitere bekannte deutschsprachige Veröffentlichung über Akupunktur stammt aus dem Jahr 1824. Es handelt sich dabei um eine Übersetzung von A Treatise on Acupunturation des Engländers James M. Churchill.

Ende des 19. Jahrhunderte wurde unter der Mandschu-Dynastie im Zuge der Modernisierung ein Verbot der Akupunktur ausgesprochen. Auch in der Volksrepublik China wurde die Akupunktur zunächst verboten, um die gewünschte Umorientierung des Gesundheitssystems in Richtung eines wissenschaftlichen Fundaments zu fördern. Jedoch gelangte die Kommunistische Partei Chinas bald zu der Auffassung, dass das Land zu wenige nach wissenschaftlichen Standards ausgebildete Mediziner besaß, die es allein medizinisch versorgen konnten. Daher wurden etwa 500.000 TCM-Praktizierende als sogenannte Barfußärzte ins staatliche Gesundheitssystem integriert, verbunden mit der Hoffnung, dass sie mit der Zeit immer stärker wissenschaftliche Arbeitsweisen übernehmen würden. Traditionelle chinesische Medizin und Akupunktur sind bis heute in China neben der wissenschaftlich betriebenen Medizin weit verbreitet und wurden inzwischen sogar ins universitäre Bildungssystem integriert.[7]

In der westlichen Welt wurde die Akupunktur ab 1929 insbesondere durch den französischen Diplomaten George Soulié de Morant bekannt gemacht,[8] der die Akupunktur in seinen Schriften zu Beginn der 1930er Jahre als vermeintlich wichtigsten Zweig der chinesischen Medizin beschrieb und die erfolgreiche Behandlung von Cholera-Fällen durch chinesische Akupunkteure beobachtet haben will.[9]

Konzept der Akupunktur

Akupunktur in der Ming-Dynastie (1368–1644). Bibliothèque Nationale de France, Paris

Die Akupunktur ist ein Behandlungskonzept der traditionellen chinesischen Medizin. Sie basiert auf der Lehre von Yin und Yang, die später durch die Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre von den Meridianen ergänzt wurde. Sie verwendet drei Verfahren:

  1. Einstechen von Nadeln in die Akupunkturpunkte
  2. Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
  3. Massage der Punkte (Akupressur)

In der Akupunktur werden rund 400 Akupunkturpunkte maßgeblich benutzt, die auf den so genannten Meridianen angeordnet sind. Zur Vereinfachung wurde das heute gängige Modell von zwölf Hauptmeridianen, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, eingeführt. Acht Extrameridiane und eine Reihe von sogenannten Extrapunkten ergänzen dieses Modell. Nach dem Modell der Traditionellen chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Da die von der traditionellen chinesischen Medizin angenommenen Wirkmechanismen wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnten, diese sogar etablierten Erkenntnissen über Funktion und Aufbau des menschlichen Körpers widersprechen, und sich auch kein anderer Wirkmechanismus stichhaltig nachweisen lässt, wird für die Wirksamkeit häufig unsauber der Placebo-Effekt verantwortlich gemacht. Diese und ähnliche Ergebnisse aus anderen Bereichen der Alternativmedizin haben zu einer verstärkten Diskussion darüber geführt, wie sich der Effekt auch in der Schulmedizin besser ausnutzen lässt. Scheinakupunktur ist jedoch kein klassisches Placebo. [10][11]

Die Akupunktur gehört nach diesem Verständnis zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur, bei der die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen oder auch mit Hilfe von Werkzeugen massiert werden, weshalb die Akupressur auch als eine nicht-invasive Form der Akupunktur betrachtet werden kann.

Abwandlungen

Abwandlungen wie das in Japan entwickelte Shônishin (japanisch shôni = Kleinkind, shin = Akupunkturnadel) verwendet stumpfe Gegenstände statt Nadeln.

Das Konzept der Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. 1954 berichtete er erstmals in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur über seine Erfahrungen und 1961 stellte er seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor. Die Behandlung über das Ohr ist zwar auch aus der chinesischen Akupunktur bekannt, es werden dort jedoch nur wenige Punkte und diese auch nur selten verwendet. Eine weitere Form der Ohrakupunktur ist die Neuroaurikulotherapie (NAT).

Daneben besteht noch das Konzept der koreanischen Handakupunktur, bei der die Nadeln in die Hände gestochen werden. Weiterhin existieren die Schädel- und die Fußakupunktur.

Eine weitere neuzeitliche Entwicklung ist die Behandlung von Akupunkturpunkten mit einem Laser mit niedriger Leistungsdichte im roten oder infraroten Bereich (Laserakupunktur, Low Level Laser Therapie).

Die Mesotherapie ist eine Injektionsakupunktur, bei der homöopathische oder niedrigdosierte Wirkstoffe appliziert werden.

Durchführung

Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegt er oder sitzt bequem. Vor dem Einstich einer Nadel wird die Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen. Manche Autoren geben eine Maximalzahl von 16 an, die aber in Einzelfällen überstiegen werden kann.

Einsatzgebiete

Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte 2003 eine Indikationsliste für Akupunktur. Diese Veröffentlichung wurde unter Ausschluss der Wissenschaftsgemeinschaft erstellt und keinerlei Peer-Review unterzogen. Sie spiegelt nicht den Stand der Forschung über Akupunktur wider. Kritiker gehen davon aus, dass in diesem Fall die WHO von Akupunkturbefürwortern, die zu dieser Zeit eine Machtposition in der Organisation erlangen konnten, instrumentalisiert wurde.[12] Diese Liste umfasst folgende Bereiche:

Als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung gelten auch chronische Schmerzen, wenn kein körperlicher Befund vorliegt, und Schwangerschaftsbeschwerden.

Das US-amerikanische National Institutes of Health wertete alle vorhandenen Studien zur Akupunktur aus und bemängelte dabei die oftmals schlechte Qualität vieler Studien. In einem Bericht, den ein von Alternativmedizinern dominiertes Komitee[14] erstellte, wird dagegen auf vielversprechende Ergebnisse hingewiesen, die auf die Wirksamkeit in zahlreichen Bereichen hindeuten.[15]

Nebenwirkungen

Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum Nebenwirkungen auf. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Bei Verwendung einer nicht sterilisierten Nadel an verschiedenen Patienten können unter Umständen Krankheitserreger wie etwa Hepatitis B-, -C- und auch das HI-Virus übertragen werden.
  • Die Ausbildung eines Hämatoms an der Einstichstelle.
  • Bei langen Verweildauern von silbernen Akupunkturnadeln kann laut wissenschaftlichen Studien eine dauerhafte Verfärbung der Haut (Argyrose) die Folge sein.
  • Bei langen Verweildauern von Nadeln („Dauernadeln“), egal welchen Materials, kann es vermehrt zu Entzündungen kommen.
  • Es können vereinzelt Blutstropfen austreten.
  • Bei bestimmten Punkten oder Punktkombinationen kann dem Patienten schwindlig werden.
  • Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust kann auftreten (sehr selten, bei unsachgemäßer Punktwahl oder zu starker Stimulation).
  • Taubheitsgefühl
  • Organverletzungen, wie etwa ein Pneumothorax (selten) durch eine unbeabsichtigte Verletzung der Lunge.
  • Eine systematische Übersicht aller Verletzungen von Blutgefäßen, die durch Akupunktur erzeugt wurden und in der Weltliteratur dokumentiert wurden, fand 21 Fälle, einige davon mit sehr ernsten Komplikationen. Drei Patienten verstarben infolge dieser Zwischenfälle. Die Autoren zogen daraus den Schluss, dass vaskuläre Zwischenfälle selten sind.[16]
  • Silikonisierte Akupunkturnadeln können durch Ablagerung kleinster Mengen Silikon in der Haut Granulome verursachen.[17][18][19][20]

Dies sind die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen einer Akupunkturbehandlung. In den großen deutschen Krankenkassenstudien mussten die Ärzte die auftretenden Nebenwirkungen dokumentieren. Betroffen waren etwa acht Prozent der mit Akupunktur behandelten Patienten. Laut Befürwortern der Akupunktur ist ein Pneumothorax nicht als Nebenwirkung, sondern als Behandlungsfehler aufgrund von fehlendem Wissen und bei unsachgemäßer Nadelung zu bezeichnen.[21][22]

Gegenanzeigen

Es gibt verschiedene Gruppen von Menschen, bei denen manche Ärzte von einer Akupunkturbehandlung abraten, zum Beispiel:

Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Kollapsneigung sollten während der Akupunkturbehandlung liegen und sich danach eine Weile ausruhen.

Elektro-Akupunktur darf bei Epileptikern nicht angewandt werden, weil der elektrische Strom epileptische Anfälle auslösen könnte. Auch Menschen mit einem Herzschrittmacher dürfen nicht elektro-akupunktiert werden, weil der elektrische Strom das Gerät irritieren könnte.

Haltung der westlichen Medizin

Einige Vertreter der konventionell westlichen Medizin sehen es weiterhin als Aufgabe der Forschung an, der hinter der Akupunktur stehenden Theorie der Meridiane und Akupunkturpunkte wissenschaftlich nachzugehen. Andere Vertreter halten diese Ideen für so abwegig, dass sie keinen Bedarf für genauere Nachforschungen mehr sehen. Die bislang größte weltweite prospektive und randomisierte Untersuchung (GERAC-Studien) kommt zum Schluss, dass die Akupunktur genauso wirksam sei wie eine Scheinbehandlung an benachbarten, aber nichtklassischen Punkten (Placebo).

Sowohl prinzipielle Befürworter als auch Gegner der Akupunktur warnen davor, bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, Multipler Sklerose oder Schlaganfall Akupunktur anzuwenden. Befürworter begründen, dass solche Erkrankungen Gegenanzeigen gegen die Akupunktur seien, weil eine fördernde (in diesem Zusammenhang nachteilige, weil der Erkrankung Vorschub leistende) Wirkung der Akupunktur die Krankheit noch verschlimmern könnten, indem sie beispielsweise bei Krebserkrankungen die Zellen zur unerwünschten Vermehrung anregen würden. Eine solche fördernde Wirkung wurde jedoch nie nachgewiesen. Gegner der Akupunktur halten den Einsatz der Methode besonders bei schwerwiegenden Erkrankungen für gefährlich, weil konventionelle Maßnahmen zugunsten der Akupunktur häufig nicht oder erst zu spät eingesetzt werden.

GERAC-Akupunktur-Studien

Die GERAC-Studien (2002–2007) (German Acupuncture Trials) sind die weltweit größten prospektiven und randomisierten Untersuchungen zur Wirksamkeit der Akupunktur im Vergleich zu einer leitlinienorientierten Standardtherapie für die volkswirtschaftlich relevanten Indikationen chronischer Kreuzschmerz, chronischer Schmerz bei Kniegelenksarthrose, chronischer Spannungskopfschmerz und chronische Migräne. Ein Leitungsgremium an der Ruhr-Universität Bochum (Sprecher Hans-Joachim Trampisch) steuerte die deutschlandweiten Studien unter Beteiligung von sechs Universitäten (Essen, Heidelberg, Marburg, Mainz und Regensburg) und über 500 ambulanten Ärzten.[23] An der Konzeption und Durchführung der GERAC-Studien war entscheidend die wissenschaftliche Fachgesellschaft Forschungsgruppe Akupunktur beteiligt.[24] Die dreiarmigen Studien verglichen an insgesamt 3500 Patienten eine Akupunktur an chinesischen Akupunkturpunkten (Verum) mit einer Akupunktur an nicht chinesischen Punkten (Sham) und einer konventionellen Therapie. Hierbei zeigte sich, dass etwa 11 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 6 Wochen der konventionellen Standardtherapie bei chronischem Kniegelenksarthroseschmerz und bei chronischem Kreuzschmerz überlegen war.[2][3] Bei Migräne war der Therapieerfolg einer Akupunktur über 6 Wochen mindestens so hoch wie derjenige einer 6 monatigen prophylaktischen medikamentösen Therapie, mit täglicher Einnahme von Betablockern.[4] Ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Akupunkturformen Verum und Sham konnte, wie in vielen anderen Studien auch, in keiner der Studien gezeigt werden.[2][3][4][5] Das Studienprotokoll wurde allerdings bereits während der Studien frei publiziert.[25] Einige Kritiker halten wegen dieser Entblindungen den Wert der Gerac-Studien für herabgesetzt.[26][27]

Auf der Grundlage der gerac-Studien entschied der Gemeinsame Bundesausschuss, dass Akupunktur seit 1. Januar 2007 bei Rückenschmerzen und chronischen Gelenkschmerzen Teil der Kassenleistung ist.[28] „Die allein historisch begründete Darstellung der Punktspezifität chinesischer Akupunkturpunkte in der ärztlichen Akupunkturausbildung (Akupunktur Fort- und Weiterbildungsseminaren) ist klinisch wenig relevant.“[29] Die 2009 aktualisierten internationalen Cochrane-Reviews, deren Resumee wesentlich durch die Ergebnisse der gerac-Studien beeinflusst wurden, kommen zu dem Schluss, dass die Akupunktur „eine wertvolle nicht pharmakologische Therapiemöglichkeit bei Patienten mit häufigem episodischem Spannungskopfschmerz darstellt“ und dass die „Akupunktur bei Migräne mindestens so wirksam, möglicherweise auch wirksamer, als eine medikamentöse prophylaktische Therapie ist, und dies bei geringeren unerwünschten Wirkungen“.[30][31]

Studien im Rahmen des „Modellvorhabens Akupunktur“

Einige deutsche gesetzliche Krankenversicherungen, unter Führung der Techniker Krankenkasse, betrieben das „Modellvorhaben Akupunktur“, in dem überprüft werden sollte, ob es sinnvoll wäre, die Akupunktur in den Leistungskatalog aufzunehmen. Dieses Projekt wurde vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie des Berliner Universitätsklinikums Charité wissenschaftlich unterstützt und beinhaltete drei Studien:

  • Acupuncture Safety and Health Economics Studies (ASH)[32]
  • Acupuncture in Routine Care Studies (ARC)[33]
  • Acupuncture Randomized Trials (ART)[34]

Die Ergebnisse wurden unter anderem im Deutschen Ärzteblatt[35][36] und The Lancet[37] präsentiert. Es wurde ein Effekt festgestellt, der aber nicht anhaltend war. Auch bei diesen Studien wurde das genaue Studienprotokoll bereits während den laufenden Studien publiziert, was Kritik (Entblindung) hervorrief.[38][39]

Weitere Studien

Die Ergebnisse einer großen Zahl von chinesischen Akupunkturstudien, die alle die Wirksamkeit der Methode belegen sollen, werden in wissenschaftlichen Kreisen aufgrund der Methodik angezweifelt.[40] Praktisch bei allen chinesischen Studien zur Akupunktur wird nicht randomisiert und prospektiv und nicht mit geeigneten Kontrollgruppen gearbeitet.

Ein anderer Ansatz zur Erforschung der Akupunktur besteht in dem Versuch, mögliche physiologische Wirkungsmechanismen aufzudecken und wissenschaftlich haltbare Nachweise der Ortslokalisation von Organ-, Schmerz und Triggerpunkten zu erbringen. Ein belastbarer Nachweis wurde bisher noch nicht erbracht.

Haltung der Krankenkassen

Seit dem 1. Januar 2007 zahlen alle deutschen gesetzlichen Krankenkassen gemäß einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses in Deutschland Akupunktur bei chronischen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder in den Knien (bei Kniegelenksarthrose) im Rahmen einer Schmerztherapie.[41] Die Behandlung von Kopfschmerzen durch Akupunktur wurde nicht in den Leistungskatalog aufgenommen, da kein Vorteil gegenüber der Standardtherapie festgestellt worden war.[28] Alle anderen Akupunkturbehandlungen sind ebenfalls nicht Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und müssen deshalb selbst bezahlt werden.

Teil dieses Beschlusses ist auch die Erhöhung der notwendigen Qualifikation der Ärzte: Neben der ärztlichen Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ wird der Nachweis der jeweils 80-stündigen Kurse „Spezielle Schmerztherapie“ und „Psychosomatische Grundversorgung“ vorausgesetzt. Bis 30. Juni 2008 galt eine Übergangsfrist, die es Ärzten, die noch nicht die genannten Fortbildungsnachweise erbracht haben, befristet erlaubte, Akupunktur als Kassenleistung anzubieten.

Viele deutsche private Krankenversicherungen, Beihilfen und die Postbeamtenkrankenkasse bezahlen Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen der Gebührenordnung für Ärzte,[42] nach Einzelfallentscheidung meist auch für weitere Diagnosen. Vertragsabhängig werden auch Heilpraktikerleistungen ersetzt.

Eine weitere Möglichkeit der Kostenübernahme oder Kostenbeteiligung besteht durch Heilpraktiker-Zusatzversicherungen, da auch Heilpraktiker mit TCM-Ausbildung Akupunktur anbieten.

In der Schweiz wird die Akupunktur über die Zusatzversicherung abgedeckt.

Literatur

  • U. A. Casal: Acupuncture, Cautery and Massage in Japan. In: Asian Folklore Studies, Vol. 21, 1962, ISSN 0385-2342, S. 221–35 (PDF; 1 MB).
  • Gerhart Feucht (Mitglied des Ludwig Boltzmann-Instituts für Akupunktur): Die Geschichte der Akupunktur in Europa, Karl F. Haug Verlag Heidelberg 1977 ISBN 3-7760-0364-2
  • Fu Wei-kang: The Story of Chinese Acupuncture and Moxibustion, Foreign Language Press Peking 1975
  • Thomas Heise: Chinas Medizin bei uns. Einführendes Lehrbuch zur traditionellen chinesischen Medizin. VWB-Verlag, ISBN 3-86135-029-7
  • Felix Mann, Thomas Flöter (Übersetzung): Die Revolution der Akupunktur. Akupunktur Medizin Information, Gießen 1997, ISBN 3-927971-08-1
  • J. Morant: Diss. sur l'acupuncture et ses effets therapeutiques, Paris 1825
  • Hans P. Ogal, Wolfram Stör und Yu-Lin Lian: Seirin Bildatlas der Akupunktur, KVM-Verlag, ISBN 3-932119-40-1.
  • Manfred Porkert/Carl-Hermann Hempen: Systematische Akupunktur Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 1985, ISBN 3-541-11151-8
  • The Academy of Traditional Chinese Medicine: An Outline of Chinese Acupuncture, Foreign Language Press Peking 1975
  • Carl-Hermann Hempen: dtv-Atlas Akupunktur. 5. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2001, ISBN 3-423-03232-4.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Akupunktur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Acupuncture – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ruhr-Universitaet-Bochum GERAC PM

Einzelnachweise

  1. journalMED: Neurologen: Akupunktur hilft gegen Migräne nur wie ein Placebo, aufgerufen am 27. Mai 2010
  2. a b c Scharf HP, Mansmann U, Streitberger K, Witte S, Krämer J, Maier C, Trampisch HJ, Victor N. Acupuncture and knee osteoarthritis: a three-armed randomized trial. Ann Intern Med. 2006 Jul 4;145(1):12-20
  3. a b c Haake M, Müller HH, Schade-Brittinger C, Basler HD, Schäfer H, Maier C, Endres HG, Trampisch HJ, Molsberger A. German Acupuncture Trials (GERAC) for chronic low back pain: randomized, multicenter, blinded, parallel-group trial with 3 groups. Arch Intern Med. 2007 Sep 24;167(17): 1892-8.
  4. a b c Diener HC, Kronfeld K, Boewing G, Lungenhausen M, Maier C, Molsberger A, Tegenthoff M, Trampisch HJ, Zenz M, Meinert R; GERAC Migraine Study Group. Efficacy of acupuncture for the prophylaxis of migraine: a multicentre randomised controlled clinical trial. Lancet Neurol. 2006 Apr;5(4):310-6
  5. a b Endres HG, Böwing G, Diener HC, Lange S, Maier C, Molsberger A, Zenz M, Vickers AJ, Tegenthoff M. Acupuncture for tension-type headache: a multicentre, sham-controlled, patient-and observer-blinded, randomised trial. J Headache Pain. 2007 Oct 23
  6. W. Michel: Frühe westliche Beobachtungen zur Akupunktur und Moxibustion. Sudhoffs Archiv, Vol. 77, No. 2 (Stuttgart 1993), pp. 194 - 222.
  7. Arthur Taub: Acupuncture: Nonsense with Needles
  8. Paul U. Unschuld: Chinesische Medizin. C. H. Beck 1997, ISBN 978-3-406-41056-7, S. 110ff (eingeschränkte Online-Version in der Google Buchsuche)
  9. Hanjo Lehmann: Akupunktur im Westen: Am Anfang war ein Scharlatan. In: Dtsch Arztebl 2010; 107 A 1454–7 (Online-Kopie (pdf)). – Hanjo Lehmann: West-östlicher Scharlatan. Der Begründer der Akupunktur in Europa hat seinen Namen und seine Titel verfälscht und viele bis heute gültige Lerninhalte der Therapie aus China frei erfunden. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 186, 14./15. August 2010, S. 20. (Online-Kopie)
  10. Anonymous: NIH Consensus Conference. Acupuncture, JAMA 1998; 280: 1518–24
  11. J. Vas u. a.: Acupuncture as a complementary therapy to the pharmacological treatment of osteoarthritis of the knee: randomised controlled trial. In: BMJ Clinical research 329/2004, S.1216.
  12. C. N. M. Renckens u. a.: Beware of quacks at the WHO: objecting to the WHO draft report on homeopathy In: Skeptical Inquirer Sept./Okt. 2005.
  13. V. Sierpina, M. Frenkel: Acupuncture: A Clinical Review., Southern Medical Journal, März 2005; 98 (3), S. 330–337
  14. Wallace Sampson: On the National Institute of Drug Abuse Consensus Conference on Acupuncture In: Scientific Review of Alternative Medicine, v2,n1, 1998
  15. National Institutes of Health: Acupuncture. NIH Consensus Statement, 15/1997, S. 1–34.
  16. Bergqvist D: Vascular injuries caused by acupuncture. In: European journal of vascular and endovascular surgery : the official journal of the European Society for Vascular Surgery. 36, Nr. 2, August 2008, S. 160–3. doi:10.1016/j.ejvs.2008.04.004. PMID 18538597.
  17. M. Yanagihara u. a.: Silicone granuloma on the entry points of acupuncture, venepuncture and surgical needles. In: J Cutan Pathol 2000;27(6), S.301–5)
  18. C. Chun: Silica granuloma: Scanning electron microscopy and energy dispersive X-ray microanalysis. In: Journal of Dermatology Vol 18(2), 1991, S.92–6.
  19. R. M. Alani, K. Busam: Acupuncture granulomas. In: Journal of the American Academy of Dermatology Vol 45(6 SUPPL.), 2001, S.225–61
  20. S. Hayhoe u. a.: Single-use acupuncture needles: Scanning electron-microscopy of needle-tips. In: Acupuncture in Medicine Vol 20(1), 2002, S.11–8.
  21. [http://users.med.auth.gr/~karanik/english/articles/adverse.html Adverse Reactions after Acupuncture: A Review by Palle Rosted MD] (Link nicht abrufbar)
  22. Zitiert nach „Sanft heilen mit Nadeln“, Zeitschrift „ÖkoTest“, 6/2007. Akupunktur-aktuell.de. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  23. Endres HG, Zenz M, Schaub C, Molsberger A, Haake M, Streitberger K, Skipka G, Maier C, (2005). German Acupuncture Trials (gerac) address problems of methodology associated with acupuncture studies. Schmerz. Jun;19(3):201-4, 206, 208-10
  24. Molsberger AF, Streitberger K, Kraemer J, Brittinger CS, Witte S, Boewing G, Haake M. Designing an acupuncture study: II. The nationwide, randomized, controlled German acupuncture trials on low-back pain and gonarthrosis. J Altern Complement Med. 2006 Oct;12(8):733-42
  25. Acupuncture and Knee Osteoarthritis — Ann Intern Med (englisch). Annals.org. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  26. Wettig D, 2005, Der Schmerz, Vol. 19 (4), p: 330-1
  27. Wettig D, MMW Fortschr Med. 2005 Dec 8;147(49-50):22. Acupuncture helps in knee osteoarthritis. Was it really a blind study? PMID
  28. a b Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses: [http://www.g-ba.de/cms/upload/pdf/abs5/beschluesse/2006-04-18_Akupunktur-Beschluss_WZ.pdf Akupunktur zur Behandlung von Rücken- und Knieschmerzen wird Kassenleistung] (Link nicht abrufbar), 18. April 2006
  29. Molsberger, A. GERAC Trials in Germany – Overview, results and impact. Keynote lecture at the 10 Years Post-NIH Consensus Conference, Nov 8.-11. 2007. University of Maryland, Baltimore, MD, USA
  30. Linde K, Allais G, Brinkhaus B, Manheimer E, Vickers A, White AR. Acupuncture for tension-type headache. Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jan 21;(1):CD007587. Review.
  31. Linde K, Allais G, Brinkhaus B, Manheimer E, Vickers A, White AR. Acupuncture for migraine prophylaxis. Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jan 21;(1):CD001218. Review.
  32. Acupuncture Safety and Health Economics Studies (ASH)
  33. Acupuncture in Routine Care Studies (ARC)
  34. Acupuncture Randomized Trials (ART)
  35. Ärzteblatt: D. Melchart u. a.: Akupunktur bei chronischen Schmerzen: Ergebnisse aus dem Modellvorhaben der Ersatzkassen. In: Deutsches Ärzteblatt 103/2006, S.A-187/B-160/C-159.
  36. Ärzteblatt: C. M. Witt u. a.: Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Akupunktur – Ein Modellvorhaben mit der Techniker Krankenkasse, Efficacy, effectiveness, safety and costs of acupuncture. In: Deutsches Ärzteblatt 103/2006, S.A-196/B-169/C-167.
  37. The Lancet C. Witt u. a.: Acupuncture in patients with osteoarthritis of the knee: a randomised trial In: The Lancet 366/2005, S.136–43. DOI:10.1016/S0140–6736(05)66871–7
  38. Wettig, D., The Acupuncture Randomized Trials Study (Back Pain) Was Unblinded Too Early, Arch Int Med. Archinte.ama-assn.org (24. Juli 2006). Abgerufen am 19. Juni 2010.
  39. Wettig, D, Acupunct Med. 2006 Mar;24(1):38; author reply 38. Potential unblinding of ART study. PMID
  40. Zitiert nach E. Ernst: Warum klappt das nur in China? In: MMW-Fortschr Med. Nr. 47 / 2006 (148. Jg.), S. 24
  41. GBA-Beschluss
  42. Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
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  • Akupunktur — Akupunktūr (lat.), Heilverfahren durch Einstechen feiner metallener Nadeln, angewendet gegen Lähmungen und Nervenschmerzen, zur Untersuchung von Geschwülsten (Akidopeirastik), Entleerung von Flüssigkeit aus Körperhöhlen sowie um durch die… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Akupunktur — Akupunktur: Die Bezeichnung für die aus China stammende ‹Heil›behandlung durch Einstiche mit feinen Nadeln in bestimmte Körperstellen ist eine gelehrte Bildung des 20. Jh.s aus lat. acus »Nadel« (vgl. ↑ Ecke) und lat. punctura »das Stechen;… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Akupunktur — • Akupunktur Das Wort ist mit »akut« verwandt, dessen lateinischer Ursprung »scharf, spitz« bedeutet. Daher die Schreibung mit nur einem k.   Aku|punk|tur, die; , en (Heilbehandlung durch Einstechen von Nadeln an bestimmten Körperpunkten) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Akupunktur — [Network (Rating 5600 9600)] …   Deutsch Wörterbuch

  • Akupunktur — Aku|punk|tur 〈f. 20; Med.〉 jahrtausendealtes chinesisches, heute auch in Europa wieder aufgenommenes Heilverfahren, bei dem durch Einstich goldener u. silberner Nadeln an lehrmäßig festgelegten Hautpunkten erkrankte innere Organe beeinflusst… …   Universal-Lexikon

  • Akupunktur — die Akupunktur, en (Mittelstufe) Heilbehandlung, bei der man bestimmte Hautstellen mit Nadeln einsticht Beispiel: Patienten mit starken Rückenschmerzen werden mit Akupunktur behandelt …   Extremes Deutsch

  • akupunktur — a|ku|punk|tur sb., en, i sms. akupunktur , fx akupunkturbehandling, akupunkturpunkt …   Dansk ordbog

  • Akupunktur — Stikken med nåle ved undersøgelse eller som lægemiddel …   Danske encyklopædi

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