Feldbergfest
Feldbergfest
DTB-Turnerkreuz
Sportarten Leichtathletik
Wandern
Teilnehmer international
Termin Juni
Dauer mehrtägig
Ort Großer Feldberg (Taunus), Oberursel
Landkreis Hochtaunuskreis
Bundesland Hessen
Gründung 23. Juni 1844
Veranstalter Feldbergfest-Ausschuss
Leitung Rüdiger Cornel
Website feldbergfest.de

Das mehrtägige traditionelle Feldbergfest auf dem Großen Feldberg im Taunus ist das älteste Bergturnfest Deutschlands, das 1844 erstmals stattfand. Es war ein Meilenstein der Turnbewegung und wurde im Rahmen der Restauration zeitweise verboten. Im Jahr 2006 fand das 150. Feldbergfest statt.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Nach der gewonnenen Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 wurden auf vielen Bergen Freudenfeuer entzündet. Gerade den patriotisch denkenden Bürgern und damit auch der Turnbewegung galten Berghöhen als ein Symbol für Freiheit und Einheit. Eine große Veranstaltung dieser Art mit tausenden von Teilnehmern fand am 18. Oktober 1814 mit Ernst Moritz Arndt als Hauptredner auf dem Feldberg statt, um den Sieg in den Befreiungskriegen zu feiern. Turnvereine nutzen Berggipfel daher rasch als beliebte Ziele von Wander- und Turnfahrten.

Das erste Feldbergfest 1844

Im Jahr 1842 gründet der spätere Gründer des Taunusklubs und begeisterte Turner, August Ravenstein gemeinsam mit dem Usinger Fritz Emminghaus eine "Kommission für die Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg" mit dem Ziel ein Wanderheim sowie einen Aussichtsturm zu errichten (der dann erst 1902 errichtet wurde). Um Geld für dieses Bauvorhaben zu gewinnen, wurden Turner und Sänger zum ersten Feldbergfest am 23. Juni 1844 eingeladen.

Der Aufruf hatte ungeahnten Erfolg. Über 6000 Besucher und 200 aktive Turner wurden gezählt. Folgerichtig wurde die jährliche Fortsetzung dieser Veranstaltung beschlossen.

Das Feldbergfest und die Restauration

In den nächsten 4 Jahren finden die Feldbergfeste mit wachsender Teilnehmerzahl statt. 1848 werden 10.000 Besucher gezählt. Mit dem Scheitern der Märzrevolution 1849 setzte in Deutschland eine Verfolgung der Turnbewegung ein, die auch das Feldbergfest beeinträchtigte. Das Verbot des Festes 1849 durch den Landgrafen von Hessen-Homburg ließ sich noch durch ein Ausweichen auf Nassauisches Gebiet am Altkönig vermeiden. Der Versuch, statt des Feldbergfestes "wandernde Volksfeste" zu veranstalten ist nur teilweise erfolgreich. Die Veranstaltungen werden verboten und durch die Polizei aufgelöst. Stattdessen erfolgen jährliche Wanderungen zum Feldberg.

Das Feldbergfest als Tradition

Erst am 15. Juli 1860 kann die Tradition des Feldbergfestes wieder aufgenommen werden. Im gleichen Jahr wird das Feldberghaus eingeweiht. Die Hausbaukommission hatte damit ihren Zweck erfüllt; die weitere Planung und Durchführung wurde durch den Feldbergfestausschuß betrieben. Mit Ausnahme weniger Kriegsjahre wird seither jährlich im August das Feldbergfest durchgeführt. Im Jahr 2006 konnte das 150. Jubiläum gefeiert werden.

Gründung weiterer Bergturnfeste

Der Erfolg des Feldbergturnfestes regte zur Nachahmung an, so z. B. das Elm-Bergturnfest bei Braunschweig 1866, das Meißner-Bergfest 1897 oder das Rhönbergfest 1905.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Bergturnfeste zu einem Stück turnerischer Tradition. Heute finden eine Vielzahl von Bergturnfesten statt (s. Weblink).

Literatur

  • Paul Meß, Das Feldbergturnfest, Marburg 1958
  • Beck, Franz Wilhelm: Bergturnfeste im Hessenland. Beitrag zur Hessischen Turngeschichte. Erweiterter Sonderdruck aus: Der Hessische Turnverband. Handbuch. 1968 Heft 58 S.
  • Festschrift zum 150. Feldbergfest, Feldbergfestausschuß 2006

Weblinks

50.2324728.456104

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