Al-Aschraf Qansuh al-Ghuri

al-Aschraf Qansuh al-Ghuri (arabischالأشرف قانصوه الغوري‎, DMG al-Ašraf Qānṣūh al-Ġūrī, auch al-Ghauri; * 1441; † 1516 bei Mardsch Dabiq nördlich von Aleppo) war Sultan der Mamluken in Ägypten von 1501–1516.

Nach mehreren Machtwechseln seit dem Tod von Kait-Bay (1468–1496) übernahm 1501 Al-Aschraf Qansuh al-Ghuri die Regierung. Ihm gelang zunächst wieder die Befriedung des Landes und die Durchsetzung der staatlichen Autorität. Auch erweiterte er das Heer der Mamluken und stellte vermehrt Söldner in seine Dienste.

Die dadurch ansteigenden Militärkosten wurden durch erhöhte Steuern u.a. auf Erbschaften und religiöse Stiftungen, sowie durch die drastische Anhebung der Zölle und Geldentwertungen finanziert. Dies führte aber zur weiteren Verarmung der Bevölkerung. Allerdings ermöglichten die finanziellen Einnahmen eine umfangreiche Bautätigkeit. So wurden Deichanlagen und Kanäle am Nil, sowie Moscheen und Medressen errichtet. Außerdem wurde die Zitadelle von Kairo ausgebaut und Alexandrien und Rosette stark befestigt. Die Regierung von al-Ghuri war auch durch eine sehr prachtvolle Hofhaltung und die Förderung der Dichter gekennzeichnet.

Allerdings machte sich der Niedergang des Reiches verstärkt bemerkbar. Nach der Entdeckung des Seewegs von Europa nach Indien durch die Portugiesen, nahmen die Zolleinnahmen spürbar ab. Um die portugiesische Konkurrenz auszuschalten schloss al-Ghuri mit den Herrschern Südarabiens und von Gujarat ein Bündnis und ließ im Roten Meer eine Flotte bauen. Dieser gelangen zwar einige Erfolge gegen die portugiesische Flotte, doch wurde sie 1509 von den Portugiesen unter Almeida in der Seeschlacht von Diu mit Hilfe ihrer Artillerie vernichtend geschlagen. Auch die Mittelmeerflotte der Mamluken erlitt 1507 eine Niederlage gegen die Portugiesen und Johanniter. Mit diesen Niederlagen war das Handelsmonopol der Mamluken über den Indienhandel gebrochen, auch wenn der über Ägypten führende Handel immer noch einen großen Umfang hatte.

Als sich al-Ghuri mit Schah Ismail I. von Persien gegen die Osmanen verbündeten, kam es 1516 zum Ausbruch des Krieges mit dem nördlichen Nachbarn. Die Mamluken waren den Osmanen klar unterlegen, da nur ein Teil der Emire al-Ghuri mit Truppen für den Feldzug in Syrien unterstützte. Außerdem hatten die Vorgänger von al-Ghuri die Ausrüstung der Truppen mit Feuerwaffen vernachlässigt.

So wurden die Mamluken unter al-Ghuri am 24. August 1516 bei Mardsch Dabiq nördlich von Aleppo von den Osmanen, mit Hilfe der Artillerie, vernichtend geschlagen. Zur Niederlage führte auch der Verrat der syrischen Mamluken. al-Ghuri war während der Schlacht einem Schlaganfall erlegen. Letzter Sultan der Mamluken wurde Tuman Bay (1516–1517).



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