Al-Bira
Al-Bireh
Basisdaten
Einwohner: 39.500 (2006)[1]
Höhe: mittlere Lage: ca. 900 m ü. NN
Vorwahl: 02
Geografische Lage: 31° 54′ N, 35° 13′ O31.90590635.2127277Koordinaten: 31° 54′ N, 35° 13′ O
Website: Webseite der Stadt
Das neue Rathaus
Der Brunnen im Stadtpark hinter dem Rathaus
Das neue Stadtzentrum beim Manara Square
Die Große Moschee beim Gemüsemarkt
Der neue Friedhof, der nicht benützt werden darf, dahinter die jüdische Siedlung Psagot

Al-Bireh (arabischالبيرة‎, DMG al-Bīra, palästinensisch-arabisch il-Bīre, auch al-Bireh oder el-Bira; hebräisch ‏אָל בִּירֶה‎) ist eine mit Ramallah zusammengewachsene Stadt in Palästina im Westjordanland. Die Stadt liegt 15 km nördlich von Jerusalem auf einer Seehöhe von 860 m und ist mit fast 40.000 Einwohnern die größte Stadt im Bezirk Ramallah.

Im Westen grenzt die Stadt an Ramallah, in Norden befindet sich die jüdische Siedlung Beit El, wo sich auch militärische Einrichtungen, Militärgerichtshof und die Zivilverwaltung der israelischen Armee befinden. Im Osten liegen auf einem Hügel die jüdische Siedlung Psagot und im Süden das Flüchtlingslager Amari und der Ort Kalandia, wo es nun den Grenzübergang nach Jerusalem gibt.

Al-Bireh lag einst an der Hauptstraße von Jerusalem nach Nablus (Nationalstraße 60). In der Zweiten Intifada wurde die Nordausfahrt bei Beit El gesperrt und die Straße 60 östtlich von Psagot verlegt. Der Grenzübergang Kalandia im Süden wurde für LKW gesperrt, damit ist der Durchzugsverkehr weg.

Viele Institutionen der Regierung, 5 Ministerien und auch der Amtssitz des Präsidenten, die Muqataa, liegen auf dem Gebiet der Gemeinde. Dennoch bleibt der Stadtname zugunsten von Ramallah fast immer unerwähnt, obwohl Al-Bireh die größere Stadt ist.

In der Stadt befindet sich die Vertretungsbüros Österreichs und der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Al-Bireh kommt vom arabischen Wort bi'r / ‏بئر‎ / biʾr /„Brunnen“ und entspricht damit "Brunn" oder "Brünn". Ein Wasserbrunnen ist auch im Stadtwappen zu sehen.

Geschichte

Die Stadt entwickelte sich als muslimische Schwester zum einst christlichen Ramallah, bis es zu einem völligen Zusammenwachsen kam. Die Hauptgeschäftsstraßen sind die Verbindungsstraßen zwischen den zwei Städten. Es gibt zwar zwei Rathäuser, andere Institutionen sind dagegen nur einmal vorhanden, z.B. der Gemüsemarkt oder das islamische Gericht.

Am 6. Juni 1967 kam die Stadt im Sechtagekrieg unter israelische Besatzung. Die Militärverwaltung (DCO) für den Bezirk Ramallah wurde in der Muqataa untergebracht.

Mit Ende der Ersten Intifada erhielt die Siedlung Psagot eine eigene Zufahrt vom Osten, womit Siedler nicht mehr durch die Stadt fahren mussten.

In den 1990er Jahren erhielt die Stadt ein neues Rathaus und Postamt, auf dessen Fassade ein Vers von Mahmud Darwisch künstlerisch dargestellt ist.

Nach der palästinensischen Autonomie erlebte die Stadt einen gewaltigen Aufschwung. Es kamen viele vermögende palästinensische Auswanderer und Regierungsmitglieder in die Stadt und gründeten Firmen, Hotels und errichteten oft stattliche Villen. So wurde im Norden das erste palästinensische Einkaufszentrum im westlichen Sinn gebaut. Das Außen-, das Innen- und das Finanzministerium wurden in Al-Bireh angesiedelt.

In den späten 1990er Jahren wurden die zahlreichen Sammeltaxistandplätze durch ein großes Parkhaus mit integriertem Busbahnhof neben dem Gemüsemarkt ersetzt. Der Einsatz der Polizei gegen Taxis, die außerhalb des Gebäudes auf Gäste warteten, beseitigte das Problem der chronisch verstopften Hauptstraße.

Am Beginn der Zweiten Intifada kam es häufig zu Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten in der Siedlung Psagot und bewaffneten Palästinensern, die sich oft am islamischen Friedhof verschanzten. Später wurde die Muqataa mit Jassir Arafat mehrmals belagert. Die wirtschaftliche Lage veranlasste in der Folge viele Rückkehrer, das Land wieder zu verlassen.

2005 errichtete die Gemeinde einen neuen Friedhof, weil der alte überfüllt ist. Da dieser aber am Fuße des Hügels mit der Siedlung Psagot liegt, verboten die Israelis die Nutzung des Geländes.

Partnerstadt

Einzelnachweise

  1. http://www.pcbs.gov.ps/Portals/_pcbs/populati/pop07.aspx Palästinensisches Zentralamt für Statistik

Weblinks


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