Al-Hilli

Dschamal ad-Din al-Hasan ibn Yusuf ibn ʿAli ibn Mutahhar al-Hilli, kurz auch ʿAllama al-Hilli / ‏علامة الحلي‎ / ʿAllāma al-Ḥillī /„der Hochgelehrte aus Hilla“, arabischجمال الدين الحسن بن يوسف بن علي بن مطهر الحلي‎, DMG Ǧamāl ad-Dīn al-Ḥasan b. Yūsuf b. ʿAlī b. Muṭahhar al-Ḥillī (* 15. Dezember 1250, gest. 18. Dezember 1325), war der bedeutendste schiitische Theologe des Mittelalters. Das Grab von al-Hilli liegt beim Schrein des 8. Imam in Maschhad.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

al-Hilli wurde in der Stadt al-Hilla geboren und studierte Philosophie, Theologie und islamisches Recht. 1305 ging er nach Persien und bekehrte den Ilkhan Öljeitu vom sunnitischen zum schiitischen Islam, der diesen Zweig des Islam nun in Persien proklamierte.

Lehrtätigkeit

al-Hilli schrieb mehr als 500 Arbeiten über Theologie und Religion. Die berühmteste Abhandlung ist die Grundregel der schiitischen Theologie (al-Bab al-Hadi 'Ashar). Seine Arbeiten sind Standardliteratur im schiitischen Islam, heute noch werden seine Schriften als Lehrbücher verwendet. Insbesondere die al-Khoi-Stiftung beruft sich auf seine Thesen.

al-Hilli begründete die Theorie zum Idschtihad, der selbständigen Rechtsfindung für schiitische Theologie, wenn auf bestimmte Fragen der Zeit, Koran und die Sunna keine Antwort hergeben. Dafür benötigt der Mudschtahid neben der Sprachkenntnis, die Offenbarung des Koran (Halm spricht von 500 einschlägigen Versen), Aussprüche des Propheten und Logik.

Aussprüche

al-Hilli ging von einer grundsätzlich fehlerhaften weltlichen Machtausübung aus:

Der Imam muss sündlos sein, sonst gäbe es eine unendliche Kette, und das ist unmöglich.
Der Mudschtahid ist auch verantwortlich für das was er sagt und tut. Auch er ist nicht gefeit gegen Irrtum und Sünde.

Seine Abhandlung zum freien Willen:

Wir handeln aus freiem Willen; das folgt mit der Notwendigkeit aus dem notwendigen Unterschied zwischen dem Fallen eines Menschen vom Dache und dessen Herabsteigen auf der Leiter - sonst gäbe es für uns keine Verpflichtung zu irgend etwas - ferner daraus, dass es schlecht wäre, dass Gott eine Handlung in uns erschaffte und uns dann dafür bestrafte.

(Übersetzung Schacht [1])

Quellen

  1. Joseph Schacht: Der Islam. Mit Ausschluss des Qor'ans. 1931

Literatur

  • Hilli, Al. In: Encyclopædia Britannica. 21. März 2006
  • Heinz Halm: Die Schiiten. Beck 2005. ISBN 3-406-50858-8

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