Al-Manât

Manat, (arab. ‏ مناة‎ Manat, DMG manāt, „Schicksal, Geschick“), war im vorislamischen Arabien bei den Koreischiten die Göttin des Mondes, des Abendsterns und des Schicksals. Sie war in vorislamischer Zeit neben al-Lat und al-Uzza eine der drei in Mekka verehrten Hauptgottheiten. Ihr Sitz wurde in einem schwarzen Stein angenommen und bei Wallfahrten wurden ihr Weihgeschenke und Schlachtopfer dargebracht.

Inhaltsverzeichnis

Überlieferung

Nach dem Götzenbuch des Ibn al-Kalbi war Manat die Hauptgottheit der Araber von Yathrib. Theophore Personennamen sind ebenfalls überliefert: 'Abd Manat / ‏ عبد مناة‎ / ʿAbd Manāt /„Diener der Manat“ und Zaid Manat / ‏ زيد مناة‎ / Zaid Manāt. Die vorislamische Pilgerfahrt zum Heiligtum von Mekka war für die Araber von Yathrib erst dann vollständig, wenn sie nach ihrer Rückkehr aus Mekka bei Manat ihre Haare gestutzt hatten. Mit dieser Sitte hat man die jährlichen Pilgerfahrtszeremonien zur Kaaba in der Dschahiliya mit dem Manat-Heiligtum verbunden. Zu unterschiedlichen Anlässen pflegten die vorislamischen Araber bei Manat auch Tieropfer darzubringen. Es war auch üblich, Eidleistungen im Namen von Manat abzulegen. Die Quraisch in Mekka verehrten sie als eine der drei Schicksalsgöttinnen; die beiden anderen heißen al-Lat und al-Uzza.

Sonstiges

Es ist bisher nicht wissenschaftlich geklärt, ab wann diese drei alten Göttinnen zu Töchtern des Hochgottes, Allah, umgedeutet wurden. Überlieferungen zu Koranversen, die die alten Göttinnen erwähnen (āyāt, Sure 53, an-nadschm („der Stern!“), āyāt 19–24), zeigen nach Meinung einiger, dass Mohammed anfangs versuchte diese bei den alten Arabern sehr beliebten Göttinnen einzubeziehen (Siehe auch Satanische Verse). Im Jahr der Eroberung Mekkas durch die islamische Gemeinde von Medina befahl der Prophet seinem Vetter Ali ibn Abi Talib, das Heiligtum zu zerstören.

In der Antike wurde Sie der griechischen Nemesis und der Tyche gleichgestellt..

Literatur

  • Rosa Klinke-Rosenberger (Übersetzung mit Einleitung u. Kommentar): Das Götzenbuch Kitāb al-aṣnãm des Ibn al-Kalbī. Harrassowitz, Leipzig 1941. 
  • Gonzague Ryckmans: Les religions arabes préislamiques. Louvain 1953. 
  • Toufic Fahd: Le panthéon de l'Arabie centrale à la veille de l'hégire. Paris 1968. 
  • Julius Wellhausen: Reste arabischen Heidentums. de Gruyter, Berlin 1961. 

WebLinks

  • Hisham Ibn Al-Kalbi: The Book of Idols (Kitab Al-Asnam): Manah

siehe auch


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