Al-Mu'tasim bi-'llāh

al-Mu'tasim bi-'llāh, Muhammed ibn Hārūn ar-Raschīd, arabisch ‏المعتصم بالله , محمد بن هارون الرشيد ‎, DMG al-Muʿtaṣim bi-ʾllāh, Muḥammad b. Hārūn ar-Rašīd (* 794; † 842), war der achte Kalif der Abbasiden (833–842).

Al-Mu'tasim war der dritte Sohn von Harun ar-Raschid und einer türkischen Haremssklavin. Schon als von al-Ma'mun designierter Thronfolger nahm er an der Niederschlagung von Aufständen in Ägypten sowie am Feldzug gegen Byzanz (830–832) teil. Nach dem Tod al-Ma'muns übernahm al-Mu'tasim 833 die Herrschaft.

Die Regierung al-Mu'tasims ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass er sich um die Einschränkung des iranischen Einflusses in Heer und Verwaltung bemühte. Vor allem im Heer war er durch die verstärkte Einstellung türkischer Militärsklaven (Mamluken) erfolgreich.

Er war eher soldatisch ausgerichtet. Unter ihm ging die Fitna weiter, da er meinte, dass sein Bruder al-Ma'mun, den er sehr respektierte, richtig entschieden habe. So ließ er Ahmad ibn Hanbal so schwer auspeitschen, dass dieser kurz vor dem Sterben war. Da wurde ihm geraten, die Bestrafung abzubrechen, da ansonsten wegen Ahmad ein bewaffneter Volksaufstand zu befürchten war. Andererseits aber zeigte er sich auch sehr edel, als er mit der Armee zur Befreiung einer muslimischen Frau eilte, die von den Byzantinern entführt worden war und den Kalifen mit den in der islamischen Geschichte bekannt gewordenen Worten „O Mu'tasim (arab. ya mu'tasima)“ um Hilfe rief. Imam Ahmad ibn Hanbal rechnete ihm die im Zug dieser Befreiungsaktion erfolgte Eroberung der Ortschaft Umairiyya für den Islam sehr hoch an.

Al-Mu'tasim gründete 836 mit Samarra eine neue Residenz, um die Spannungen zwischen der Bagdader Bevölkerung und den türkischen Truppen zu verhindern. Allerdings sollten seine Nachfolger durch die Verlegung der Residenz zunehmend in Abhängigkeit von den türkischen Truppen geraten. Die Ausschaltung der Iraner wurde noch verstärkt, als 837 eine iranische Verschwörung unter al-Abbas, einem Sohn von al-Ma'mun, niedergeschlagen werden musste. Die Stadt Samarra sollte noch nach seinem Tod eine wichtige Rolle spielen.

Im Übrigen bewährten sich die mamlukischen Truppen zunächst bei der Befriedung des Reiches. So konnten der Aufstand des Babak in Aserbaidschan (837) sowie andere Revolten in Tabaristan (840) und im Südirak (834–835) niedergeschlagen werden. Al-Mutasim gilt als letzter Kalif, der seine absolute Macht auch persönlich ausübte. Nach seinem Tod bestiegen seine Söhne al-Wathiq (842–847) und al-Mutawakkil (847–861) den Thron.

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