Ficaria verna
Scharbockskraut
Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae
Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Art: Scharbockskraut
Wissenschaftlicher Name
Ranunculus ficaria
L.

Das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), auch Feigwurz oder Frühlingsscharbockskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Es ist ein Frühjahrsblüher. Sein Name leitet sich von Scharbock (Skorbut) ab, da seine Vitamin-C-haltigen Blätter gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden.

Inhaltsverzeichnis

Saisonabhängige Giftigkeit

Das Scharbockskraut ist in großen Mengen genossen giftig, da es Protoanemonin – einen cyclischen Kohlenwasserstoff – in den Blättern bildet. Erst nachdem die ersten Blüten erschienen sind, bildet sich Protoanemonin in höheren Konzentrationen. Faustregel für den Genuss der Pflanze ist daher: Vor der ersten Blüte gegebenenfalls in Maßen, nach Erscheinen der ersten Blüten nicht mehr genießen!

Vorkommen und Ökologie

Diese vor allem in Nord- und Mitteleuropa vorkommende Art ist meist in feuchten Wiesen, Gebüschen, Hecken oder lichten Laubwäldern und an Laubwaldrändern im Frühling anzutreffen. Dort bildet sie zumeist die erste grüne Bodenschicht (Krautschicht), noch bevor die Bäume ihre Blätter entwickeln. In südlichen Regionen sowie nach milden Wintern zeigt sich die Pflanze bereits Ende Februar; normalerweise jedoch gegen Ende des März, in Norddeutschland häufig auch etwas später. Bereits im Mai schließt der „Frühjahrsgeophyt“ seinen Lebenszyklus bald nach der Blüte ab. Ähnlich wie der Bärlauch und das Schneeglöckchen zieht das Scharbockskraut dann alle oberirdischen Teile der Pflanze unter die Erde zurück.

Die typisch keulenförmig verdickten Wurzeln
Blühendes Scharbockskraut

Beschreibung

Das Scharbockskraut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 cm erreicht. Der niederliegende bis aufsteigende, hohle Stängel ist kahl. Die ungeteilten Laubblätter sind herz- bis nierenförmig, oft fettig-glänzend und am Blattrand eingekerbt; sie stehen an langen Stielen.

Auffallend sind ihre einzeln stehenden und lang gestielten goldgelben Blüten mit je acht bis elf (Als Ausnahme bei den Hahnenfuß-Arten) Kronblättern, welche im botanischen Sinne blumenblattartige Nektarblätter sind. Ihre auffällige Färbung lockt zur Blütezeit (März-Mai) zahlreiche Insekten an, die am Blütenboden Nektar finden. Bei Berührung der zahlreichen Staubblätter erfolgt die Bestäubung. Weiter bestehen die im Durchmesser 3 bis 5 cm großen, sternförmigen Blüten aus drei, selten fünf kelchartigen äußeren Hüllblättern.

Das Scharbockskraut kann sich auch über die zum Teil keulenförmig verdickten Wurzeln oder über mit Reservestoffen angereicherte Brutknöllchen (Bulbillen), die in den Achseln der Laubblätter entstehen, vegetativ vermehren. Solche sind aber meist bei mehrjährig alten Pflanzen zu finden. Die Verbreitung der Samen erfolgt über Ameisen.

Traditionell behauptete Heilwirkung versus vermutete Giftigkeit

In der Mehrheit der Kräuterbücher wird auf den hohen Vitamin-C-Gehalt der Pflanze hingewiesen. Mehrere Autoren aus der Wildkräuterszene betonen ausdrücklich, dass sie das Scharbockskraut regelmäßig im Vorfrühjahr konsumieren. Es ist daher zu vermuten, dass die postulierte Giftigkeit durch Protoanemonin vor Erscheinen der gelben Blüten tatsächlich sehr gering oder völlig unbedeutend ist.

Für empfindliche Personen ist es jedoch ratsam, die Pflanze entweder ganz zu meiden oder sich behutsam an die verträgliche Dosis heranzutasten. Die Erfahrung zeigt, dass manche Personen die Pflanze als Nahrungsmittel intuitiv lieben und andere sie verabscheuen. Es ist ratsam, die Pflanze keinesfalls gegen den „Rat“ des eigenen Körpers zu konsumieren.

Fotogalerie

Literatur

  • Wegweiser durch die Natur Wildpflanzen Mitteleuropas, ADAC München 1989, ISBN 3-87003-352-5
  • Dumonts große Kräuterenzyklopädie, S. 339, ISBN 3-7701-4607-7
  • Elisabeth Mayer: Wildfrüchte, Wildgemüse, Wildkräuter. Leopold Stocker Verlag, Graz 2001, ISBN 3-7020-0835-7, Seite 25 - 26

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