Al Jardine

Alan Charles Jardine (* 3. September 1942 in Lima, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Musiker und Gründungsmitglied der Beach Boys.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Beach Boys

Die Familie von Alan Jardine zog einige Jahre nach seiner Geburt nach Hawthorne, Kalifornien. Dort lernte er Brian Wilson kennen. Wilson und Jardine spielten gemeinsam in der Abwehr des Football-Teams der Hawthorne High School.

1961 gründete Brian Wilson mit seinen beiden Brüdern Dennis und Carl eine Surf-Pop-Band. Jardine war der Band mit der Hoffnung beigetreten, Folk-Musik spielen zu können, freundete sich aber bald mit dem Surf-Pop an. Im selben Jahr brachten die Beach Boys ihre erste Single Surfin heraus. Auf dieser spielte und sang Alan Jardine. Er verließ die Band aber bald darauf, da er Zahnarzt werden wollte. Er begann ein Studium in Michigan und wurde durch David Lee Marks ersetzt. Währenddessen, hatten die Beach Boys einige Hits und erreichten nationale Bekanntheit. Während der Tournee des Jahres 1963 bekam Brian Wilson gesundheitliche Probleme, weswegen er seinen Freund Alan Jardine bat, ihn bei der Tournee zu vertreten. Jardine gab sein Studium auf und nahm Wilsons Platz auf der Bühne ein. 1964 war er wieder ein vollwertiges Beach-Boys-Mitglied, da David Lee Marks aus der Band ausstieg. Im selben Jahr trat Jardine zum ersten Mal als Songwriter in Erscheinung. Er schrieb mit Brian Wilson den Titel South Bay Surfers. Auf dem Beach-Boys-Weihnachtsalbum ist er im Song Christmas Day zum ersten Mal als Lead-Sänger zu hören. Dies wiederholte er ein Jahr später auf Help Me, Rhonda.

Als Brian Wilson 1965 endgültig erklärte, er wolle nicht mehr auf Tournee gehen, rückte Jardine immer weiter in den Vordergrund. Er teilte sich mit Carl Wilson die Gesangs-Parts, die Brian Wilson im Studio sang. 1967, auf dem Album Friends, war Alan Jardine an zahlreichen Songs als Co-Autor beteiligt. Auf dem nächsten Album, 20/20 trat er erstmals als Produzent in Erscheinung. Allerdings wird er nicht in den Credits zum Album gelistet, dies geschieht erst beim Album M.I.U. Album von 1978.

In den 1970er-Jahren verfasste er viel neues Material, wie zwei der drei Teile der California-Saga aus dem Jahr 1973. Seinen größten Erfolg als Komponist hatte er mit Lady Lynda, einer Huldigung an seine Frau. Der Song schaffte es bis auf Platz 6 der britischen Single-Charts.[1] Außerdem schrieb er 1978 zusammen mit Mike Love und Brian Wilson den Titelsong zum Film Almost Summer, der von der Band Celebration interpretiert wurde und es auf Platz 28 der US-amerikanischen Charts schaffte.[2] In den 1980er-Jahren war Island Girl vom Album Still Cruisin’ der einzige Song auf einem Beach-Boys-Album, der von Jardine geschrieben worden war.

Seit dem Ende der 70er Jahre übernahm Jardine die Rolle des Präsidenten der bandeigenen Plattenfirma Brother Records. Jardine kümmerte sich seit diesem Zeitpunkt auch verstärkt um die finanziellen Angelegenheiten der Band.

Nach dem Tod von Carl Wilson im Jahr 1998 stieg Alan Jardine (je nach Quelle[3]) aus der Band aus bzw. wurde entlassen. Die letzte Studioaufnahme von Jardine für die Beach Boys stammt aus dem Jahre 1998, als er im Studio das Lied Loop de Loop, flying in an Airplane vervollständigte und aufnahm. Dieses Lied wurde dem Soundtrack zu der Dokumentation „Endless Harmony“ beigefügt. Es wurde bereits 1969 geschrieben und teilweise aufgenommen.

Nach den Beach Boys

Nach dem Ende seiner Karriere mit den Beach Boys gründete er die Gruppe „Beach Boys Family & Friends“. Diese Gruppe inkludierte als Vocalisten seine beiden Söhne Matt - der bereits rund 15 Jahre mit der Band getourt war - und Adam, Brian Wilsons Töchter Carny und Wendy Wilson (Wilson Phillips), sowie Owen Elliott. Die Instrumentalisten waren zum größten Teil langjährige Beach Boys Tour-/und Sessionmusikern. Darunter Billy Hinsche, Bobby Figueroa und Ed Carter welche die Beach Boys seit den 1970er Jahren auf ihren Tourneen sowie im Studio unterstützt hatten.[3].

Mike Love, der zu diesem Zeitpunkt mit Bruce Johnston und David Lee Marks unter den Namen The Beach Boys tourte, verklagte Alan Jardine daraufhin und erreichte, dass dieser den Namen seiner Band ändern musste, da er die Fans verwirrte. Eine Berufung wurde 2003 vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten abgelehnt.[4]

Zuerst benannte Jardine die Band in Alan Jardine's Family & Friends um. Im Jahr 2001 veröffentlichte die Band das Live-Album Live in Las Vegas. Darauf singen sie die bekanntesten Beach-Boys-Hits. Nach dem Ausstieg von Carny und Wendy Wilson änderte sich der Name abermals, aktuell bezeichnet sich diese mit „Al Jardine & The Endless Summer Band“.


Al Jardine arbeitete an eigenen Studioprojekten. Bereits 1998 werkte er mit seinen beiden Söhnen an einem gemeinsamen Album. 2 Jahre arbeitete Al an seinem ersten Soloalbum welches den Arbeitstitel „Big South“ trug. Lediglich ein Lied daraus - California Energy Blues - wurde als Bonus auf dem Family&Friends „Live in Las Vegas“ Album veröffentlicht.

Alan Jardine wurde im Jahre 2001 gemeinsam mit den anderen noch lebenden Beach Boys Mike Love, Brian Wilson und Bruce Johnston der Grammy für ihr Lebenswerk verliehen. [5].

Im Jahr 2002 veröffentlichte Jardine die Single „PT Cruiser“. Das stark an frühere Beach Boys Lieder angelehnte Stück verkaufte sich nur mäßig. Im Jahr 2006 wurde das Stück noch einmal auf der Beach Boys Kompilation „Songs from here and back“ hinzugefügt.


Ende 2006 bekam er von Brian Wilson das Angebot, in dessen Band einzusteigen. Sie starteten zusammen eine USA-Tournee bei der sie u.a. Pet Sounds zusammen aufführten. Für 2007 planten sie eine gemeinsame Europa Tournee, allerdings stieg Al Jardine überraschend aus der Band aus um an seinem Solo Album zu arbeiten. Zur Zeit arbeitete er an dem Album „Postcard from California“, ein Konzeptalbum über Kalifornien. Brian Wilson wirkte, wie zahlreiche weitere Gaststars, an einigen Stücken mit.


Rechtsstreitigkeiten

Im Jahr 2001 verklagte Jardine seinerseits die restlichen Mitglieder von Brother Records auf 4 Millionen US-Dollar, da sie angeblich ihm nicht zugunsten von Mike Love das Recht auf die Nutzung des Bandsnamens hätten nehmen dürfen.[6] [7] Diese Klage konnte er für sich entscheiden [8] und sagte in einem Interview später aus, dass es ihm nicht nur um das Geld, sondern auch um die Möglichkeit ginge, sich wieder als „Beach Boy“ in der Öffentlichkeit zu präsentieren.[9]

Im Februar 2007 verklagte Mike Love seinerseits Jardine auf 3 Millionen US-Dollar, davon 2 Millionen Gerichtskosten und eine Million wegen Einnahmen, die unter der Bezeichnung Beach Boys gemacht wurden.[10]


Aktivitäten außerhalb der Musik

Er führte außerhalb der Band ein eher ruhiges Leben. Er kaufte sich in den 1970ern eine Farm in Big Sur, Nordkalifornien. Alan Jardine lebt heute gemeinsam mit seiner zweiten Frau Mary Ann und seinen beiden jüngeren Söhnen Neal und Robin auf seiner abgelegenen Farm. Er züchtet dort Araber-Pferde, betätigt sich als Imker und betreibt dort sein Red Barn Tonstudio.

Er moderiert eine lokale Fernsehshow und ist in der Politik vertreten, um für die Belange der Umwelt einzutreten. Er bekleidet immer wieder kleine politische Ämter. Sein Plan, Gouverneur von Kalifornien zu werden scheiterte bisher.

2005 reihte sich Alan Jardine in die Riege der Kinderbuchautoren ein, indem er das Buch Sloop John B. - eine Piratengeschichte veröffentlichte.

Diskografie

  • PT Cruiser (Single - 2002)
  • Al Jardine's Families & Friends Live in Las Vegas (2001)

Einzelnachweise

  1. http://www.everyhit.com/
  2. http://www.vh1.com/artists/news/517154/19990902/beach_boys.jhtml
  3. a b http://www.superseventies.com/faq_beachboys.html
  4. http://news.bbc.co.uk/2/low/entertainment/3170506.stm
  5. http://www.grammy.com/Recording_Academy/Awards/Lifetime_Awards/
  6. http://www.vh1.com/artists/news/1444977/20010705/beach_boys.jhtml
  7. http://www.rollingstone.com/news/story/5931828/jardine_sues_beach_boys
  8. [http://www.ca9.uscourts.gov/ca9/newopinions.nsf/313A86520816B63288256CBC005A886D/$file/0157095.pdf?openelement Urteil
  9. http://www.billboard.com/bbcom/news/article_display.jsp?vnu_content_id=2025907
  10. http://www.mp3.com/news/stories/8530.html

Weblinks



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