Al Mukah
al-Mucha (engl. Mocha) am Roten Meer

Mokka (von ‏المخا‎ al-Muchā, DMG al-Muḫā, auch Mukha, Mokha, englisch Mocha) war eine blühende jemenitische Hafenstadt am Roten Meer.

Nach dem einstigen Exporthafen für jemenitischen Kaffee wird eine spezielle Art der Kaffeezubereitung benannt (siehe auch Mokka (Kaffee)).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Karte der Stadt Mokka von Jacques-Nicolas Bellin aus dem Jahr 1764

Die Kaffeepflanze stammt wahrscheinlich vom gegenüber liegenden Äthiopien und hat im jemenitischen Hochland ihre Heimat. Aus den Anbauregionen in 1000 bis 2000 Höhenmeter wurden die Bohnen mit Kamelen zum Ausfuhrhafen gebracht. Bekannt wurde Mokka in Europa ab dem 16. Jahrhundert. Das erste Kaffeehaus eröffnete 1554 in Konstantinopel. 1615 gelangte das Getränk nach Venedig, und 1640 eröffnete das erste Kaffeehaus in Wien.

Das Stadtbild war geprägt durch mehrstockige, weiß verputzte Häuser wohlhabender arabischer Händler und ähnelte anderen Hafenstädten am Roten Meer, mit denen Mocha Waren austauschte und beim Handel mit Indien konkurrierte: Hodeida, Dschidda und auf der afrikanischen Seite Massawa (im heutigen Eritrea), Suakin und Aidhab (beide in Sudan). Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten Holländer und Briten Handelsniederlassungen, im 18. Jahrhundert auch Franzosen. Der Warenumschlag fand im Ort statt, ein Vordringen ins abgeschottete Hochland war den fremden Händlern nicht erlaubt. Im 17. und 18. Jahrhundert lebten in der Stadt bis zu 30.000 Einwohner. Dies war die Blütezeit von al-Mucha, welche das Monopol im Welthandel mit Kaffee besaß und mit der Lieferung nach Europa kaum nachkam.

Auf der Suche nach Stützpunkten wurde Mocha 1820 von britischen Marinesoldaten besetzt, 1839 wurde aber zugunsten einer britischen Handelskolonie in Aden entschieden. Der Niedergang setzte mit dem Ausbau des Hafens in Aden Mitte des 19. Jahrhunderts ein und wurde durch Kriegswirren beschleunigt. Die Vermarktung von Kaffee erfolgte zur Kolonialzeit weltweit.

Heutige Situation

Kurdschi Banina, Oberhaupt der französischen Mäkler zu Mokha mit der Medaille Ludwigs XVI. geziert, um 1790–1800

Die großen Wohn- und Handelshäuser aus besseren Zeiten werden allmählich von Sanddünen der Tihama-Wüste eingeebnet und sind praktisch nicht mehr bewohnt. Vor und neben diesen Bauruinen leben die Einwohner zumeist als Fischer in einfachen Unterkünften. Beim Zensus 1994 betrug die Einwohnerzahl 10.355,[1]einschließlich einer weitläufigen Siedlung an der Zufahrtsstraße im Osten. Für 2005 wurden 14.562 Einwohner geschätzt.[2] Zwei Kilometer südlich des Ortes wurde ein Industriehafen angelegt. Ein kleiner Grenzverkehr mit Booten besteht nach Djibouti.

Sehenswert sind die Reste des alten Leuchtturms, von Wanddekor an den alten Kaufmannshäusern und das weiße Minarett der Großen Moschee.

Quellen

  1. City Population.de: Jemen. Alle Orte mit mehr als 10.000 Einwohner
  2. 2005 population estimates for cities in Yemen.

Weblinks

Literatur

  • C. G. Brouwer: Al-MUKHA. Profile of a Yemeni Seaportas Sketched by Servants of the Dutch East India Company (VOC) 1614-1640. D'Fluyte Rarob, Amsterdam 1997. ISBN 90-800267-6-X. Buchbesprechung Daniel Martin Varisco in: Yemen Reviews
  • Nabil Osman: Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft, Beck 2002, ISBN 3406475841

13.31666666666743.257Koordinaten: 13° 19′ N, 43° 15′ O


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