Al Saud
Genealogische Tabelle der Führer der Āl Saud.

Die Dynastie der Saud (arabischآل سعود‎ Al Sa'ud, DMG Āl Saʿūd) ist eine arabische Dynastie auf der Arabischen Halbinsel seit etwa 1735.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ursprünge der Saud-Dynastie lassen sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. 1446 wurde der aus der ostarabischen Oase Katif stammende Mani al-Muraidi im Nadschd mit zwei Dörfern belehnt und gründete Dariya nordwestlich von Riad. Schon um 1500 wurde der Wadi Hanifa kontrolliert und regierten die Sauds eines der bedeutendsten Fürstentümer in Zentralarabien. Allerdings gab es andauernde Machtkämpfe innerhalb des Clans, die erst nach 1735 unter Muhammad ibn Saud beigelegt werden konnten.

Muhammad ibn Saud (1735–1765) schloss 1744 in Dir`iya (heute ein Vorort von Riad) ein Bündnis mit Muhammad ibn Abd al-Wahhab, dem Begründer des Wahabismus. Ibn Saud versprach in seinem künftigem Reich die wahabitische Interpretation von Koran und Sunna als alleingültige durchzusetzen, ibn Abd al-Wahhab hingegen sicherte zu, den Herrschaftsanspruch des saudischen Herrschers religiös zu legitimieren. Durch diese bis heute bestehende Verbindung der Verbreitung des für die Wahhabiten wahren Islams und der Machtinteressen der Saud-Familie begann die Vereinigung des Nadschd mit der Unterwerfung der Beduinenstämme. Bald nach der Vereinigung der Stämme begannen Feldzüge gegen die Randgebiete der arabischen Halbinsel. Als aber 1803 Mekka und Medina unterworfen wurden, beauftragte der osmanische Sultan, Muhammad Ali Pascha mit der Vertreibung der Wahabiten. Daraufhin kam es zum osmanisch-saudischen Krieg in dem die Saudis vernichtend geschlagen wurden.

Allerdings begann schon Turki as-Saud (1820–1834) mit der Reorganisation des Reiches in Arabien. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkten sich aber die Familienfehden, sodass die Sauds 1884 durch den Stamm der Schammar unter Muhammad ibn Rashid (1869–1897) gestürzt und nach Kuwait ins Exil vertrieben wurden. In den folgenden Jahren war nun Hail in Nordarabien das Zentrum der Wahabiten.

Erst 1902 eroberte Abd al-Aziz ibn Saud (1880–1953) Riad und den Nadschd zurück. Nach der Anerkennung der Saudis durch das Vereinigte Königreich (1915) konnte er nach dem Ersten Weltkrieg die Vereinigung der Beduinen im zentralen Arabien abschließen. So wurden die Schammar 1921 unterworfen, 1924 Hussein ibn Ali im Hedschas besiegt und Mekka und Medina besetzt. Am 23. September 1932 wurde das Königreich Saudi-Arabien proklamiert. Mit der Entdeckung großer Erdölvorkommen 1938 begann eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Nachfolger Saud ibn Abd al-Aziz (1953–1964) überließ die Regierung weitgehend seinem Bruder Faisal ibn Abd al-Aziz (1964–1975). In den Sechziger Jahren kam es zu verstärkten Spannungen zwischen dem konservativen Saudi-Arabien und dem republikanischen Ägypten unter Gamal Abdel Nasser. So unterstützten beide Staaten im jemenitischen Bürgerkrieg (1962–1967) die Royalisten bzw. die Republikaner.

1960 wurde mit dem Iran, Irak, Kuwait und Venezuela die OPEC gegründet, um die Stabilität des Ölpreises zu sichern. Als 1973 diese Organisation den Ölpreis anhob, führte dies zur Ölkrise und zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen der westlichen Industrieländer. Nach der Ermordung von Faisal wurde Chalid ibn Abd al-Aziz König (1975–1982), wobei die Regierung aber von Fahd ibn Abd al-Aziz (1982–2005) geführt wurde. Unter ihm wurden 1977 die Erdöl- und Erdgasfirmen in Saudi-Arabien verstaatlicht. Seit einigen Jahren wird die Dynastie der Saud wegen ihrer außenpolitischen Anlehnung an den Westen, besonders die Vereinigten Staaten, von radikalen Islamisten angegriffen. So häufen sich seit einigen Jahren Terroranschläge gegen ausländische Einrichtungen in Saudi-Arabien.

Bedeutende Angehörige der Dynastie

Siehe auch: Kategorie:Haus Saud

Liste der Könige von Saudi-Arabien

Imame der Saud

Könige

Siehe auch: Thronfolge in Saudi-Arabien

Literatur

  • J.-D. Brandes: Mit Säbel und Koran. Saudi-Arabien oder der Aufstieg der Königsfamilie Saud und der Wahabiten, Verlag Thorbecke, 1999

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