Ala ud-Din Khilji

Ala ud-Din Khalji († 1316; gesprochen ʿAlāʾ ud-Dīn Childschī, persischعلاء الدین خلجی‎ی) war von 1297 bis 1316 Sultan von Delhi (siehe dazu Liste der Sultane von Delhi). Nach der Ermordung seines Onkels und Schwiegervaters Jalal ud-Din Firuz Khalji (1297) machte sich Ala ud-Din selbst zum Sultan.

Seine Herrschaft war vom Überlagerungsfeudalismus der Sklavendynastie und ihrer zentralasiatischen Vorfahren gekennzeichnet, also dem gewaltsamen Eintreiben von Steuergeldern aus der lokalen Bevölkerung mit Hilfe von berittenem Militär. Die Reiterkrieger konnten in kürzester Zeit weite Distanzen zurücklegen, was dem Sultan erlaubte, von ausgesprochen zentraler Position aus Raubzüge zu unternehmen und von der lokalen Bevölkerung Steuern einzutreiben.

Aufgrund der militärischen Überlegenheit der Reiterkrieger bestand kein Interesse daran, die Bevölkerung eines eroberten Gebietes zu inkorporieren, wie es im späteren Moghulreich geschah. Der Sultan war der erste Kommandeur der Armee, gefolgt vom Kriegsminister (Ariz-i-Mamalik). Ala ud-Dins Armee führte die Huliya, das Dokumentieren einer ausführlichen Beschreibung eines jeden Soldaten und dem Brandmarken der Kavalleriepferde mit den königlichen Insignien. Diese Methoden wurden für mittelalterliche indische Armeen zum Standard. Von chronischem Geldmangel durch den Unterhalt der teuren Pferde getrieben, unternahm Ala ud-Din einige Raubzüge in den Dekkan, um die leeren Staatskassen aufzufüllen. Der zum Islam übergetrene Hindu und Armeekommandeur Malik Kafur verstand es, die enorme Interventionsreichweite der Kavallerie für solche Raubzüge zu nutzen.

Weite Teile des reichen Königreichs Devagiri wurde erobert und geplündert, weil es sich weigerte Tribut zu zahlen. Fortan diente es als Basis für weitere kriegerische Unternehmungen im Dekkan und Südindien.

Nachdem der mongolischstämmige Kommandeur Abachi versuchte Kafur zu ermorden, ließ der Sultan ihn hinrichten. Ala ud-Din glaubte, von den in Delhi ansässigen Mongolen könnte eine Konspiration gegen ihn ausgehen und er ordnete ihre Verhaftung an. Es wird berichtet, 20.000 von ihnen seien hingerichtet worden.

Ala ud-Din eroberte die Königreiche Gujarat, Devagiri, Ranthambhor, Chitor, Warangal, Hoysala und Pandya. Außerdem wehrte er sich erfolgreich gegen die immer wieder angreifenden Mongolenstämme.

Literatur

  • Hermann Kulke, Dietmar Rothermund: Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute. Aktual. Auflage. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54997-7, S. 217ff. 

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