Alain Madelin
Alain Madelin

Alain Madelin (* 26. März 1946 in Paris) ist ein rechtsliberaler französischer Politiker und Minister.

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Biografie

Der Sohn eines gelernten Arbeiters bei Renault und einer Reinigungskraft verbrachte er seine Kindheit in Belleville in Paris.

Schockiert von den Verträgen von Évian 1962, begann er sich mit 16 Jahren für die nationale Frage starkzumachen und geriet in rechtsextreme Kreise.

Zwei Jahre später widmete er sich einem Jura-Studium in Assas und wurde in die Ausschreitungen der 68er-Bewegung verwickelt, führte aber noch im gleichen Jahr sein Studium weiter und trat in die Partei der Unabhängigen Republikaner unter der Führung Valéry Giscard d'Estaings ein, die sich darum bemühte, einen Teil der rechtsextremen Bewegung aufzufangen. Es gelang ihm, sein Studium mit einer Licence abzuschließen, 1971 legt er seinen Eid als Anwalt ab. In dieser Eigenschaft engagierte er sich innerhalb verschiedener Institutionen und Verbände der Arbeitgeber (und behielt dadurch Kontakt mit Bekannten aus den rechtsextremen Kreisen).

Innerhalb der Partei wurde er in die Regierungsmannschaft von Valéry Giscard d'Estaing aufgenommen, der 1974 zum Präsidenten gewählt wurde. Alain Madelin selbst wurde 1978 zum Abgeordneten von Ille-et-Vilaine gewählt und stellvertretender Vorsitzender des Regionalrates der Bretagne.

Als die Republikaner 1986 die Parlamentswahlen gewannen und der Beginn der ersten Cohabitation sich abzeichnet, wurde er von Jacques Chirac zum Minister für Industrie, Post und Fernmeldewesen und Tourismus benannt. Nach den Wahlen zur Nationalversammlung 1993 in der Regierung von Édouard Balladur erhielt er das Ressort für Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklung.

Während der restliche Teil der Partei UDF sich zu den Präsidentschaftswahlen 1995 hinter Édouard Balladur stellte, entscheidet sich Alain Madelin dafür, Jacques Chirac zu unterstützen. Nach seiner Wahl ernannte ihn dieser zum Minister für Wirtschaft und Finanzen, aber aufgrund der liberalen Richtung, die er vertrat, sah er sich nach drei Monaten zum Rücktritt gezwungen und wurde durch Jean Arthuis ersetzt. Als 1997 die Linke den Sieg bei den Wahlen davontrug, übernahm er die Führung der Republikanischen Partei. Noch im gleichen Jahr kam es zu einer Umbenennung der Partei in Démocratie Libérale.

Im März 1998 schließlich weigerte Alain Madelin sich, nach den Regionalwahlen die Kandidaten zu verurteilen, die vom rechtsradikalen Front National unterstützt wurden, und die Démocratie Libérale trat aus dem Parteienverbund des UDF aus.

2002 trat er bei den Präsidentschaftswahlen als Kandidat an, es kam zum Zusammenschluss mit der Partei des konservativen UMP.

Zurzeit ist er als Anwalt in Paris tätig, von seiner Frau in Scheidung lebend, hat er drei Kinder.

Wahlmandate

  • 1978 – 1986: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
  • 1986 – 1992: Mitglied des Regionalrates der Bretagne
  • 1986 – 1988: Minister für Industrie, Post und Tourismus (Regierung von Jacques Chirac)
  • 1988 – 1993: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
  • 1989 – 1989: Europaabgeordneter
  • 1992 – 1998: Stellvertretender Vorsitzender des Regionalrates der Bretagne
  • 1993 – 1995: Minister für Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklung, verantwortlich für kleine und mittlere Unternehmen, Handel und Handwerk (Regierung von Édouard Balladur)
  • 1994 – 1995: Mitglied im Regionalrat des Départements Ille-et-Vilaine
  • 1995 – 1995: Minister für Wirtschaft und Finanzen (Regierung von Alain Juppé)
  • 1995 – 2001: Bürgermeister von Redon (Ille-et-Vilaine)
  • 1995 – 2002: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
  • 1997: Parteivorsitzender von Démocratie Libérale (aus der Republikanischen Partei hervorgegangen)
  • 1999 – 2002: Europaabgeordneter
  • 2002: Kandidat bei der Präsidentschaftswahl (3,91% der Wählerstimmen)
  • 2002: Abgeordneter für die XII. Legislaturperiode für das Département Ille-et-Vilaine, Fraktionsmitglied des UMP

Publikationen

  • Pour libérer l’école, l’enseignement à la carte, 1984 (Zur Befreiung der Schulen, Unterricht nach Vorgabe)
  • Chers Compatriotes… Programme pour un président, 1994 (Liebe Mitbürger… Programm für einen Präsidenten)
  • Quand les autruches relèveront la tête, 1995 (Wenn die Sträusse den Kopf heben werden)
  • Le droit du plus faible, 1999 (Das Recht des Schwächsten)

Weblinks


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