Alamo (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel: Alamo
Originaltitel: The Alamo
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1960
Länge: 155 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: John Wayne
Drehbuch: James Edward Grant
Musik: Dimitri Tiomkin
Kamera: William H. Clothier
Besetzung
Synchronisation

Alamo ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1960. Das Drehbuch von James Edward Grant basiert auf der Schlacht vom 6. März 1836 um die zum Fort ausgebaute Mission Alamo in San Antonio. Neben seiner Co-Regie bei Die grünen Teufel ist Alamo John Waynes einzige Regiearbeit.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Geschichte spielt in San Antonio im Jahre 1836. Texas hat gerade seine Unabhängigkeit von Mexiko erklärt. Doch der mexikanische Diktator Santa Anna will in der neuen Republik die Herrschaft erlangen. Dazu hat er rund 7.000 Soldaten zur Verfügung.

General Sam Houston stellt in aller Eile Truppen gegen ihn auf. Um mehr Zeit für die Rekrutierung zu bekommen, sollen die mexikanischen Truppen aufgehalten werden. Colonel William Travis und Colonel James Bowie mit ihren Leuten übernehmen diese Aufgabe und verschanzen sich in der notdürftig zur Verteidigung hergerichteten ehemaligen Missionsstation Alamo. Auch einige Dutzend Männer aus Tennessee unter Colonel David Crockett treten der anrückenden mexikanischen Armee entgegen. Sie werden von Santa Anna belagert und überstehen zunächst einige Angriffe. Schließlich wird Alamo jedoch gestürmt und alle männlichen Verteidiger getötet.

Geschichtlicher Hintergrund

1821 hatte Mexiko die Unabhängigkeit von Spanien erlangt. Im Zuge dessen kamen viele Siedler von den Vereinigten Staaten nach Texas. Bald war San Antonio größte Stadt und gleichzeitig auch Festung auf mexikanischem Gebiet, bis 1835 eine offene Revolte gegen Mexiko ausbrach. 13 Tage lang hielten 189 Männer (die Zahlen sind historisch nicht eindeutig belegt) der Belagerung stand. Als am 6. März die Festung fiel, kamen fast alle Männer, Frauen, Sklaven und Kinder in der Festung um, getötet von den zahlenmäßig überlegenen mexikanischen Soldaten unter dem Befehl von General Antonio Lopez de Santa Ana. Dabei waren nur wenige der Getöteten Texaner mexikanischer Abstammung.

Rezeption

John Wayne musste sich verschulden, um die Kosten in Höhe von etwa 12 Millionen US-Dollar finanzieren zu können. Den erhofften Zuschauerzuspruch fand er jedoch nicht.

Synchronisation

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1960 in den Ateliers der Ultra Film Synchron GmbH, Berlin. [1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Colonel David Crockett John Wayne Heinz Engelmann
Colonel William Travis Laurence Harvey Gert Günther Hoffmann
Colonel James Bowie Richard Widmark Arnold Marquis
General Sam Houston Richard Boone Wolfgang Eichberger
Flaca Linda Cristal Eva Katharina Schultz
Smitty Frankie Avalon Ulrich Lommel
Sue Dickinson Joan O'Brien Uta Hallant
Lieutenant Reyes Carlos Arruza Jochen Schröder
Juan Seguin Joseph Calleia Konrad Wagner
Captain Dickinson Ken Curtis Heinz Petruo
Colonel Neill Bill Daniel Helmuth Grube
Beekeeper Chill Wills Walter Suessenguth
Jocko Robertson John Dierkes Paul Wagner
Parson Hank Worden Alfred Balthoff
Jethro Jester Hairston Herbert Weißbach
Bull Tom Hennesy Axel Monjé
Emil Sande Wesley Lau Hans Walter Clasen
Thimblerig Denver Pyle Friedrich Joloff
Lieutenant „Irish“ Finn Guinn Williams Alexander Welbat
Nell Robertson Veda Ann Borg Tilly Lauenstein

Auszeichnungen

Gordon Sawyer und Fred Hynes wurden 1961 mit einem Oscar für den „Besten Ton“ ausgezeichnet. Alamo war in sieben Kategorien für einen Oscar nominiert, Stuart Gilmore für den „Besten Schnitt“, Dimitri Tiomkin für die „Beste Filmmusik“ und den „Besten Song“, Chill Wills als „Bester Nebendarsteller“, William H. Clothier für die „Beste Kamera“ bei einem Farbfilm und John Wayne für den „Besten Film“.

Dimitri Tiomkin erhielt für seine Filmmusik 1961 den Golden Globe und John Wayne im selben Jahr den Laurel Award für das „Beste Action-Drama“.

Kritik

  • Das Lexikon des internationalen Films bewertet: „Die Verteidigung von Fort Alamo gegen die mexikanische Übermacht im Freiheitskampf der Texaner 1836 durch 185 Freiwillige bis zum letzten Mann. Monumentaler Kriegsfilm mit fragwürdiger Heldenverehrung: In dekorativen Bildern wird eine bedenkliche Bewunderung von Todesmut und Führertum zelebriert. Filmisch überzeugt die Produktion durch Aufwand und Tempo und die gefühlvolle Inszenierung.“
  • Uwe Nettelbeck urteilt in Filmkritik 5/65, der Film sei „ein rückhaltlos abgelegtes Credo eines Rechtsradikalen.“[2]
  • Bertrand Tavernier konstatiert in der Cinema 1961, man habe es hier mit einem „hundertprozentig amerikanischen Werk“ zu tun, „was Großzügigkeit und Konfusion, Idealismus und Konservativismus, ständig wiedergekauten Quatsch und Simplizitäten“ einschließe. Wayne sei „ein mittelmäßiger Regisseur, der ausgezeichnete Filme macht.“[3]
  • Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz geben dem Streifen in ihrem Lexikon „Filme im Fernsehen“ (1990) 3 von 4 möglichen Sternen, was einem „sehr gut“ entspricht, und loben: „das historische Gemetzel, Teil des amerikanischen Traums von Freiheit («Remember The Alamo!»), wird von Wayne in grandios legendenschwangere Bilder umgesetzt.“ [4]
  • Die Fernsehzeitschrift Prisma urteilt in ihrer Online-Filmdatenbank: „Wayne setzte hier auf Macho-Gehabe, bildgewaltige Schlachtszenen mit faszinierendem Showdown und auf eine patriotische Geschichte.“ [5]
  • Phil Hardy stellt fest, dass Wayne erheblich von der Hilfe John Fords und des Second-Unit-Regisseurs Cliff Lyons profitiert habe. [6]

DVD-Veröffentlichung

  • Alamo. MGM Home Entertainment 2000

Soundtrack

  • Dimitri Tiomkin, Paul Francis Webster: The Alamo. An Original Sound Track Recording. Sony/Columbia Records, New York 1993, Tonträger-Nr. CK 66138 – stereofone Originalaufnahme der Filmmusik unter der Leitung des Komponisten (enthält jedoch auch einige Tracks mit Geräuschen und Dialogen)
  • Dimitri Tiomkin, Paul Francis Webster: The Alamo. Suite. auf: High Noon - Original Film Scores of Dimitri Tiomkin. BMG/RCA, s.l. 1995, Tonträger-Nr. 09026 62658 2 – digitale Neueinspielung durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Lawrence Foster

Literatur

  • Andrea Rennschmid (Hrsg.): Alamo. John Waynes Freiheitsepos. Mit Zeichnungen von Kerstin Popp. Weber, Landshut 1997, 159 S., ISBN 3-9802987-3-6

Weblinks

Quellen

  • Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  • Alamo auf prisma-online.de [1]
  • Rennschmid, Andrea: Alamo - John Waynes Freiheitsepos, Reinhard Weber Verlag, Landshut, ISBN 978-3980298735

Einzelnachweise

  1. Alamo (1960) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 30. November 2008
  2. zitiert in: Joe Hembus: Western-Lexikon - 1272 Filme von 1894-1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S.33
  3. zitiert in: Joe Hembus: Western-Lexikon - 1272 Filme von 1894-1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S.33
  4. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. Erweiterte Neuausgabe. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 26
  5. Alamo bei prisma-online.de; abgerufen am 30. November 2008
  6. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S.274

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