Alan Smithee

Alan Smithee ist ein Pseudonym. Es steht für einen fiktiven Regisseur, der in Filmen geführt wird, in denen der eigentliche Regisseur seinen Namen nicht mit dem Werk in Verbindung gebracht haben möchte. Von 1968 bis 2000 wurde es von der Directors Guild of America für solche Situationen empfohlen, seither ist es Thomas Lee.[1] Alan Smithee, ein Anagramm für The Alias Men, ist jedoch weiterhin in Gebrauch.

Alternative Schreibweisen sind unter anderem die Ursprungsvariante Allen Smithee sowie Alan Smythee und Adam Smithee. Auch zwei teilweise asiatisch anmutende Schreibweisen Alan Smi Thee und Sumishii Aran sollen – so die Internet Movie Database – dazugehören.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Das Pseudonym entstand 1968 infolge der Arbeiten am Western-Film Death of a Gunfighter (deutscher Titel Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt). Regisseur Robert Totten und Hauptdarsteller Richard Widmark gerieten in einen Streit, woraufhin Don Siegel als neuer Regisseur eingesetzt wurde.

Der Film trug nach Abschluss der Arbeiten noch deutlich Tottens Handschrift, der auch mehr Drehtage als Siegel daran gearbeitet hatte, weshalb dieser die Nennung seines Namens als Regisseur ablehnte. Totten selbst lehnte aber ebenfalls ab. Als Lösung wurde Allen Smithee gewählt, der in den Kritiken u. a. von Roger Ebert mit den Worten gelobt wurde: „Director Allen Smithee, a name I’m not familiar with, allows his story to unfold naturally. He never preaches, and he never lingers on the obvious. His characters do what they have to do.“[3]

Aufdeckung und Abkehr

1997 kam die Parodie An Alan Smithee Film: Burn Hollywood Burn (deutscher Titel Fahr zur Hölle Hollywood) in die Kinos, was das Pseudonym einem größeren Publikum bekannt machte, nicht zuletzt weil Arthur Hiller, der eigentliche Regisseur des Films, selbst seinen Namen zurückzog und analog zum Filmtitel das Pseudonym Alan Smithee benutzte. Der Film gilt als einer der schlechtesten Filme der 1990er Jahre und gewann fünf Goldene Himbeeren.

Der Film Supernova als der erste Post-Smithee-Film, dort führte ein gewisser Thomas Lee alias Walter Hill die Regie.

Verwendung

Die Verwendung des Namens ist streng reglementiert: Die Directors Guild of America schreibt vor, dass bei jedem Film ein Regisseur im Abspann steht. Bei nachweislich stark gegen den Willen des Regisseurs veränderten Filmen darf das Pseudonym Alan Smithee verwendet werden. Die Anwendung ist streng auf diesen Fall begrenzt; so durfte Tony Kaye den Namen Smithee bei dem Film American History X nicht einsetzen, obwohl er den Antrag stellte.

Auch bei nicht-US-amerikanischen Produktionen wird der Name verwendet, wie etwa beim Pilotfilm der Fernsehserie Schulmädchen. 2007 sendete die ARD am 8. und 9. August den zweiteiligen TV-Film Paparazzo. Auch in diesem Werk erscheint anstatt des eigentlichen Regisseurs Stephan Wagner Alan Smithee im Abspann.

Zu den Regisseuren, die das Pseudonym benutzt haben, gehören:

Der Pilotfilm der Serie MacGyver führt einen Alan Smithee als Regisseur.

Zu den Drehbuchautoren, die das Pseudonym benutzt haben, gehören:

  • Sam Raimi und Ivan Raimi (die das Drehbuch zu Die total beknackte Nuß als „Alan Smithee, Jr.“ und „Alan Smithee, Sr.“ schrieben)

Auch in Computerspielen wird dieses Pseudonym angegeben:

  • Im Abspann des Ego-Shooters Marine Sharpshooter IV aus dem Jahr 2008 wird als Art Director des Spiels „Alan Smithee“ genannt.[4]

Referenzen

  1. latimes.com: Name of Director Smithee Isn't What It Used to Be, zuletzt geprüft am 2. April 2011
  2. Eigener Eintrag für Alan Smithee in der IMDb
  3. rogerebert.suntimes.com: Death of a Gunfighter, zuletzt geprüft am 2. April 2011
  4. http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a13641/l26/l0/F.html#featuredEntry

Weblinks


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