Ford P2 (17M)

Ford P2 (17M)
Ford
Ford Taunus 17M deLuxe P2 (1957–1960)

Ford Taunus 17M deLuxe P2 (1957–1960)

Taunus 17M (P2)
Hersteller: Ford-Werke AG, Köln
Produktionszeitraum: 1957–1960
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Cabriolet 2 Türen
Limousine 2 Türen
Limousine 4 Türen
Kombi 3 Türen
Motoren: 1,7 l-R4
44 kW (60 PS)
Länge: 4375 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1500 mm
Radstand: 2604 mm
Leergewicht: 1016–1110 kg
Vorgängermodell: -
Nachfolgemodell: Taunus 17M (P3)
Ford Taunus 17M deLuxe
Ford Taunus 17M Turnier

Der Taunus 17 M, wegen seiner Form auch „Barocktaunus“ genannt, war ein Pkw der Mittelklasse, der von den deutschen Ford-Werken zwischen 1957 und 1960 produziert wurde. Nach dem kleineren „Weltkugeltaunus" 12M wurde er bei Ford in Köln als zweite Neukonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Codenamen „Projekt 2“ entwickelt; daher wird der Wagen auch als Taunus P2 bezeichnet. In drei Jahren wurden ca. 240.000 P2 hergestellt, der bereits 1960 vom sachlicher gestalteten Taunus P 3 („Linie der Vernunft“) ersetzt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Erste Skizzen für den neuen Mittelklasse-Wagen stammten vom Frühjahr 1955. Ursprünglich sollte der Motor des damals neuen Taunus 15M mit 1,5 Litern Hubraum und 55 PS (40 kW) Leistung verwendet werden. Die neue Karosse geriet aber so groß und schwer, dass die Fahrleistungen unter denen des kleineren Taunus 15M lagen. Das war nicht hinzunehmen, daher wurde durch eine Hubraumvergrößerung auf 1,7 Liter die Motorleistung auf 60 PS (44 kW) gesteigert. Der neue Wagen wurde 1957 von Gitta Lind im Kölner Stadtwaldrestaurant vorgestellt.

Ausstattung

Gelsenkirchener Barock“ und „Fliegender Teppich“ sind andere Spitznamen für den ersten Mittelklasse-Ford, der die Kölner Werkshallen nach dem Kriege 1957 verließ. Fliegender Teppich deswegen, weil die – auch französischen – Ingenieure damals alles taten, um das Fahrwerk des französischen Ford Vedette zu adaptieren und in einen Mini-Straßenkreuzer à la Ford Fairlane zu integrieren. Die Vedette besaß bereits McPherson-Federbeine, und so war der Barocktaunus 1957 das erste deutsche Auto, das mit diesem bis heute für hohen Fahrkomfort bei niedrigen Kosten stehenden Standard ausgerüstet war. Die Karosserie wurde – in dieser Art einmalig bei deutschen Autos – mit üppigem Chromschmuck, Foreward-Design und Heckflossen im Stil der US-Straßenkreuzer ausgerüstet. Neben der Standard-Ausführung gab es noch einen 17 M deLuxe, der mit einer Zwei-Farben-Lackierung, einer Innenausstattung mit Brokatstoff und noch etwas mehr Chrom aufwarten konnte.

Den P 2 gab es in der zweitürigen (T), viertürigen (F), Kasten- (KA) und Kombi-Variante (KO), wobei die deLuxe-Version (L) auch gehobene Ansprüche befriedigen konnte. Entsprechend stand die Typbezeichnung CL für die überaus seltene Cabriolet-Version des Karossiers Deutsch in Köln-Braunsfeld.

Karosseriemäßig hatte der Barocktaunus in allen Varianten überaus viel zu bieten. Neben ausladenden Karosserieüberhängen, Peilkanten vorn und hinten, in Amerika auch „Tailfins“, Heckflossen genannt, gab es – in der deLuxe-Version – einen üppigen Chromschmuck, der in der Fachpresse heftig diskutiert, manchmal abfällig „Gelsenkirchener Barock“ tituliert wurde.

Zur Kraftübertragung stand neben der automatischen Kupplung „Saxomat“ auch der BorgWarnerOverdrive“ zur Verfügung, der das amerikanische Flair und den Fahrkomfort noch verstärkte.

1960 wurde der P2-„Barocktaunus" vom P3-„Badewannentaunus" abgelöst.

Erfolg

Der Taunus 17M P 2 wurde in 239.978 Exemplaren, darunter 45.468 mal als Kombi hergestellt und unter anderem auch in die USA exportiert. Sein populärer Nachfolger P3 war wesentlich moderner gestaltet und machte den P2 als Gebrauchtwagen schnell unbeliebt, da dieser im Vergleich altmodisch wirkte. Ein P2 im gutem Zustand ist eine absolute Rarität, da es kaum noch Ersatzteile gibt.

Weblinks

Quelle

Rosellen, Hanns-Peter: Ford-Schritte, 1. Auflage, Zyklam-Verlag, Frankfurt / M. (1987/88), ISBN 3-88767-079-5



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