Alatas
Ali Alatas

Ali Alatas (* 4. November 1932 in Jakarta; † 11. Dezember 2008 in Singapur) war ein Politiker und ehemaliger Außenminister Indonesiens. Bis zu seinem Tod war er Sondergesandter der Vereinten Nationen für Myanmar.

Alatas studierte Rechtswissenschaft an der Universität in Jakarta und ging 1954 ins Außenministerium, nachdem er eine Zeit lang bei der nationalen Nachrichtenagentur tätig gewesen war. Er hatte zunächst einen Posten in Bangkok inne und wurde dann zuständig für die Pressearbeit des Außenministeriums. Dies fiel in die Zeit der Konfrontation Indonesiens mit Malaysia. Nach dem Wechsel der politischen Ordnung diente Alatas in Washington, D. C. und war zwischen 1972 und 1975 Kabinettschef bei Außenminister Adam Malik. In dieser Rolle konnte er sich auszeichnen.

Alatas hatte kurzzeitig eine Position bei den UN in Genf inne, bevor er zum Sekretär des Vizepräsidenten Adam Malik ernannt wurde. 1983 wurde Alatas ständiger Vertreter Indonesiens bei den Vereinten Nationen in New York, bis er selbst im März 1988 zum Außenminister ernannt wurde. Er hatte diese Stellung bis zum Oktober 1999 inne und galt als einer der besten Interessenvertreter Indonesiens.

Am 29. Januar 1999 gab Alatas bekannt, dass Indonesien eine Unabhängigkeit für das seit 1975 besetzte Osttimor in Betracht ziehe.

Alatas hatte eine Schlüsselfunktion bei der Beilegung der Krise in Kambodscha inne und diente als Vorsitzender der Internationalen Konferenz zu Kambodscha, die im Oktober 1991 in Paris die Beendigung der Krise beschloss. Alatas half auch 1996 bei der Beilegung des Konflikts zwischen der Regierung der Philippinen und der Moro National Liberation Front, der mehr als zwanzig Jahre lang geschwelt hatte.

2003 wurde Alatas zum Sondergesandten der Vereinten Nationen für Myanmar ernannt. In dieser Eigenschaft führte er Gespräche mit der birmanischen Regierung über die Freilassung von Aung San Suu Kyi.

Literatur

  • Michael Leifer: Dictionary of the Modern Politics of Southeast-Asia. New York 1996, ISBN 0415138213.

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