Alauda arvensis
Feldlerche
Feldlerche (Alauda arvensis)

Feldlerche (Alauda arvensis)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Lerchen (Alaudidae)
Gattung: Alauda
Art: Feldlerche
Wissenschaftlicher Name
Alauda arvensis
Linnaeus, 1758


Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist eine Vogelart aus der Familie der Lerchen (Alaudidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Feldlerchen sind 16-18 cm groß. Die Flügelspannweite beträgt 30-36 cm und sie sind durchschnittlich 35 Gramm schwer. Die Oberseite ist braun mit dunkler Fleckzeichnung und hellen, bzw. weißen Umrandungen der Flügelfedern. Die Unterseite ist rahmweiß mit dunkelbrauner Sprenkelung. Der längliche Schwanz zeigt auffallend weiße Außenkanten, die im Flug zu sehen sind. Auf dem Kopf tragen beide Geschlechter einen kleinen Federschopf, den sie bei Erregung, großer Aufmerksamkeit oder Angst aufstellen. Es besteht kein Unterschied bei Männchen und Weibchen in der Gefiederzeichnung. Im Herbst setzt die Mauser ein. Jung- und Altvögel verändern das Gefieder in dunklere, intensivere Farbtöne bei Erhaltung der Zeichnung. Die Beine und Füße sind rosafarben, drei Zehen nach vorne und einer nach hinten zeigend. Die Krallen sind schwarz oder dunkelbraun. Der Schnabel ist flach, dreieckig ausgeprägt und kurz, die Kanten sind gelb. Der Schnabelbereich innen ist durchgehend gelb, auch die Zunge. Die Augen sind umrandet von einem hellen Federkranz. Jungvögel haben schwarze Augen ohne Iris. Erst mit der Geschlechtsreife entwickelt sich eine dunkelbraune Iris.

Der Ruf ist ein klares, ineinanderfließendes „trrlit“. Die Männchen tragen den Gesang im Flug ca. 5-6 Minuten lang ohne Unterbrechung vor, da sie beim Atmen nicht absetzen. Dies dient der Anlockung von Weibchen und wird in der Zeit von April bis Juni/Juli vorgetragen. Der Balzflug beginnt in Bodennähe und führt dann spiralförmig in die Höhe. Nach Beendigung des Gesangs stürzt sich der Vogel mit angelegten Flügeln Richtung Boden.

Lebensraum

Die Art liebt als ursprünglicher Steppenvogel gehölzarme, grasartige, locker stehende Kulturen wie Magerwiesen in weiten offenen Landschaften, in Feldern (Sommergetreide, Hackfrüchte), Buntbrachen, Weideflächen, Mooren, Dünen, Luminosen, Stadtränder und Neuaufforstgebieten.

Die Feldlerche brütet in ganz Europa außer im äußersten Norden sowie in Teilen Nordafrikas, Asien bis Nordsibirien und Japan. Im Osten und Norden Europas ist sie meist nur Brutvögel und suchen im Winter wärmere Gefilde, meist den Mittelmeerraum auf. Aus Nordsibirien wandern sie im Winter ab in den Nahen Osten. In allen anderen Gebieten hält sie sich ganzjährig auf.

In beiden europäischen Zugperioden wandern die Feldlerchen in Schwärmen von 200 bis 800 Vögeln. Ab der ersten Februardekade bis Anfang März kehren sie zurück, wobei der Erstankunfstdurchschnitt beim 10. Februar liegt. Im Herbst ziehen die Vögel zögerlich ab Mitte September bis zum Höhepunkt im Oktober in die Überwinterungszone und Ende November fliegen die letzten ab. Durchschnitt der Letztbeobachtungen ist der 10. November.

In Deutschland überwintern in allen Jahren kleine Trupps bis 20 Vögeln. Sie vergesellschaften sich mit Ohrenlerchen, Schneeammern und anderen Finkenarten.

Ernährungsbiologie

Feldlerchen ernähren sich von Insekten, Würmern, Samen und Pflanzenteilen. Die Feldlerche ernährt sich recht vielseitig. Während im Winter überwiegend Grünpflanzenteile, im Herbst Sämereien auf dem Speiseplan stehen, werden ab Mitte April Insekten, Spinnen, kleine Schnecken und Regenwürmer bevorzugt, vor allem zur Aufzucht der Jungvögel.

Brutbiologie

Feldlerche (Alauda arvensis) Jungvogel, 10 Tage alt

Feldlerchen sind Bodenbrüter. Als Neststandorte werden vorwiegend Brachen, Luminosen und Magerwiesen oder Mähwiesen bevorzugt. Das Weibchen scharrt eine Bodenvertiefung aus, in der sie das Nest gut versteckt aus feinem Pflanzenmaterial wie Grashalmen und Wurzeln locker verwoben anlegt. Optimale Brutbedingungen herrschen bei einer Vegetationshöhe von 15 bis 25 Zentimetern und einer Bodenbedeckung von 20 bis 50 Prozent. Sie legt zwei- bis dreimal pro Brutsaison drei bis fünf graugelbe Eier mit dichten und feinen braunen Flecken. Die erste Brut erfolgt im April/Mai, die zweite im Juni/Juli und die dritte (selten) im August/September. Das Weibchen brütet durchschnittlich 11 Tage. Nach dem Schlupf sorgen beide Elternteile für die Fütterung der Nestlinge. Die Jungvögel verlassen nach 7-11 Tagen das Nest. Flugfähig werden sie ab dem 15. Lebenstag. Bis zum 30.-40. Lebenstag werden sie von den Altvögeln gefüttert. In dieser Zeit bewegen sich die Jungvögel in der Nähe des Nestes, üben ihre Flugfertigkeiten, lernen ab dem 19. Lebenstag jagen und sammeln von Samen und Pflanzenteilen und übernehmen das artspezifische Verhalten ihrer Eltern.

Ausführliche Informationen zur Ernährungsbiologie während der Brutphase siehe unter Weblinks die entsprechende Dissertation (pdf download).

Bestand

In Europa leben 40 bis 80 Millionen Brutpaare, davon allein 4 bis 7 Millionen in Polen. Damit erreicht die Art eine der höchsten Brutpaardichten unter den Offenlandvögeln. Der Bestand in Deutschland wird auf 1,6 bis 2,7 Millionen Paare geschätzt.

Gefährdung

Die Feldlerche wird immer seltener. Vor allem die intensivierte Landwirtschaft führte seit den 70er Jahren trotz weiter Verbreitung zu einem dramatischen Bestandsrückgang von zum Teil 50 bis 90 Prozent. Weitere Gefährdungsursachen sind Versiegelung der Landschaft, gesteigerter Einsatz von Umweltchemikalien und direkte Bejagung wie etwa in Südwestfrankreich. Die ehemals extrem häufige Feldlerche steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands und der Schweiz. In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Baden-Württembergs (download unter: www.lubw.baden-wuerttemberg.de) wird für den Zeitraum 1980-2004 ein Bestandsrückgang von mehr als 50 % angegeben und die Art daher als "gefährdet" (Rote Liste 3) eingestuft.

Ausführliche Informationen zur positiven Auswirkung von ökologischem Landbau auf die Brutdichte und den Bestand der Feldlerche unter Weblinks als PDF download.

Sonstiges

Der Dichter Georg Herwegh, ein mutiger Exponent des Vormärz, erhielt den Beinamen „die Eiserne Lerche“ (vgl. o.: singend steigt sie schon frühmorgens über den Feldern in die Höhe).

Die Feldlerche war Vogel des Jahres 1998.

Weblinks

Dissertationen zur Ernährungsbiologie in der Brutphase, Auswirkungen ökologischen Landbaus auf das Nistverhalten der Feldlerche (pdf downloads, umfangreiches Material):


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