Albanersee
Albaner See (George Inness, 1869)

Der Albaner See (italienisch Lago Albano) ist ein See in den Albaner Bergen der mittelitalienischen Region Latium südöstlich von Rom. Er wird oft als Krater eines erloschenen Vulkans bezeichnet, ist jedoch ein kompliziert gebautes Maar, das sich in der Caldera eines alten Vulkans gebildet hat.[1] Er hat bei einen Umfang von etwa 10 km eine Fläche von 6 km². Der See ist bis zu 170 m tief. Der Wasserstand des Albaner Sees wird durch einen antiken Abflusstunnel geregelt, der (angeblich nach einem Spruch des Orakels von Delphi) 398 v. Chr. angelegt wurde. Durch den Monte Cavo wird der Albaner See vom benachbarten Nemisee getrennt.

Die so genannte Artemisio-Tuscolana-Caldera, in der sich später der Albaner See bildete, wurde während einer Ausbruchsperiode mit 6 grossen explosiven Eruptionen vor 560.000 sowie 350.000 Jahren gebildet. Das Ausbruchsvolumen betrug mindestens 280 Kubikkilometer. In dem Kraterkessel bildeten sich später neue Vulkangebäude und Krater von phreatomagmatischen Explosionen, und vor etwa 69.000 Jahren enstand der heutige Albaner See durch eine Maar-Explosion. Historische Meldungen über Ausbrüche in römischer Zeit sind unsicher, jedoch sind seismische Schwärme mit einer jeweiligen Dauer von bis zu 2 Jahren gesichert.[1]

Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Wasserspiegel des Sees deutlich gesunken. Der Grund dafür ist der große Wasserverbrauch der umliegenden Kommunen und der päpstlichen Gärten.

Namensgebend für den See ist die Stadt Albano Laziale, der See selbst gehört allerdings zum Gemeindegebiet von Castel Gandolfo.

Bildergalerie

Einzelnachweise

  1. a b Albaner See im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)

Weblinks

41.74851388888912.6680944444447Koordinaten: 41° 44′ 55″ N, 12° 40′ 5″ O


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