Albanische Riviera
Blick vom Llogara-Pass auf die Küste bis Korfu im Winter
Topographische Karte der Albanischen Riviera

Mit Albanischer Riviera (albanisch Riviera shqiptare) wird ein steiler Küstenabschnitt im Südwesten Albaniens bezeichnet. Die Riviera liegt am Ionischen Meer nördlich von Saranda und endet am Llogara-Pass (1027 müA) südlich von Vlora, wo die Adria beginnt. Der nördliche Teil der Riviera gehört zum Kreis Vlora, der südliche zum Kreis Saranda. Von den Albanern wird die Riviera oft einfach auch als Bregu, „die Küste“, bezeichnet. Das Ceraunische Gebirge trennt die Riviera vom Hinterland.

Der Hauptort der Riviera ist Himara. Zur Gemeinde Himara zählen zudem neun Dörfer. Palasa ist das nördlichste, am Fuß des Llogara-Pass gelegen. Es folgen nach Süden Dhërmi, Gjileka, Ilias und Vuno. Pilor und Kudhës liegen in den Bergen östlich von Himara. Südlich an der Küste kommt Qeparo-Fusha und das darüber am Berg gelegene Qeparo. Zur südlich anschließenden Gemeinde von Lukova zählen die in den Bergen liegenden Dörfer Fterra und Çorraj sowie an der Küste Borsh, Qazim Pali, Piqeras, Sasaj, Lukova, Shën Vasil – das während des Kommunismus Përparim hieß – und Nivica, das aber schon hinter dem Pass von Shën Vasil liegt.[1]

Das Gebiet liegt sehr abgelegen und ist nur auf schmalen, kurvenreichen Straßen zu erreichen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Albanien wurde die Riviera stark entvölkert. Insbesondere die jungen und Bewohner suchten Arbeit in Griechenland, wie das Karl Kaser, Robert Pichler und Stephanie Schwandner-Sievers beispielhaft für den Ort Fterra dokumentiert haben. In manchen Dörfern leben nurmehr alte Leute.

Inhaltsverzeichnis

Tourismus

Um das Jahr 2000 begann die Region sich allmählich touristisch zu entwickeln. Es entstanden diverse Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Das größte und luxuriöseste Hotel ist das Rapos Resort Hotel in Himara. Die Küstenstraße ist seit Herbst 2008 bis auf kurze Abschnitte zwischen Himara und Dhërmi sowie Borsh und Lukova neu ausgebaut. Auch die Zufahrtsstraße über den Qafa Llogara (Nationalstraße SH 8) ist entweder neu ausgebaut oder in gut fahrbarem Zustand. Bis 2011 wurden alle Stichstraßen zu den Stränden von Dhërmi bis zur Höhle von Lukova ausgebaut.[2][3][4][5]

Die meisten Touristen sind Albaner aus den großen Zentren des Landes sowie Emigranten auf Heimaturlaub. Seit 2008 verbringen auch Mazedonier Urlaub in diese Region, seitdem Bulgarien nur noch mit Visum zu bereisen ist. Außerhalb des Hauptorts Himara und dem Dorf Dhërmi ist die Landschaft jedoch noch überwiegend von Hotels und Restaurants unberührt. Das französische Reiseunternehmen Club Méditerranée plant bei Shën Vasil als erster westlicher Investor den Bau einer Hotelanlage. Die Bauarbeiten kamen bis 2009 über Jahre aber kaum voran, weil die lokale Bevölkerung wegen Streitigkeiten um Grundeigentum dagegen protestierte.[6] Club Méditerranée hat sich zwischenzeitlich aus Albanien zurückgezogen.[7]

Bilder

Literatur

  • Jano Koçi: Himara (Arkeologji – Histori – Kulturë – Himara sot). Shtëpia botuese Gent-Grafik, Tirana 2006, ISBN 99927-810-5-X

Weblinks

 Commons: Albanian Riviera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jano Koçi: Himara (Arkeologji – Histori – Kulturë – Himara sot), Shtëpia botuese Gent-Grafik, Tirana 2006, ISBN 99927-810-5-X
  2. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës plazhit Jalë. Abgerufen am 6. September 2009.
  3. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës së plazhit Dhërmi. Abgerufen am 6. September 2009.
  4. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës të plazhit Palasë. Abgerufen am 6. September 2009.
  5. Borshi, mrekullia e harruar e Jonit. Abgerufen am 27. April 2011.
  6. Reuters: Albania Club Med construction starts after protest. Abgerufen am 18. Januar 2009.
  7. Interactive Investor (16. Juni 2009): Club Med quits Albania resort, cites land problems. Abgerufen am 17. Juni 2009.

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