Albert-Bernard Bongo
Omar Bongo im Weißen Haus, Mai 2004

Omar Bongo Ondimba, ursprünglich Albert-Bernard Bongo (* 30. Dezember 1935 in Lewai, dem heutigen Bongoville), ist seit 1967 Präsident der Republik Gabun. Er ist nach König Bhumibol von Thailand und der britischen Königin Elisabeth II. das derzeit am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Seit dem Tod Gnassingbé Eyadémas (Togo) im Jahr 2005 ist er der dienstälteste Staatschef Afrikas.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Frühe Jahre

Bongo gehört der Minderheit der Bateke an. Er besuchte eine Handelsschule und studierte an der Technischen Hochschule von Brazzaville. Nach dem Studium war er im Verwaltungsdienst tätig bis er 1954 für sechs Jahre in den Dienst der französischen Luftwaffe trat.

Politiker

Nach der Unabhängigkeit Gabuns 1960 wurde er Außenminister unter dem ersten Präsidenten der Republik Léon M’ba. Bis 1966 bekleidete er verschiedene Ämter in der Regierung M’bas: Bis 1964 hatte er die Funktion des Kabinettschef inne, anschließend wurde er Verteidigungsminister. 1966 erhielt er zusätzlich die Ämter des Informationsministers und Regierungskommissars beim Gerichtshof für Staatssicherheit. Im November 1966 wurde er zum Vizepräsidenten ernannt.

Präsident

George W. Bush bespricht sich 2004 mit Omar Bongo im Oval Office

Nach dem Tod von Léon M’ba am 28. November 1967 übernahm Bongo das Präsidentenamt. Die Einheitspartei Parti Démocratique Gabonais (PDG) stellte bei allen Wahlen zwischen 1967 und 1985 sämtliche Abgeordneten. Bongos Politik seitdem ist in Wirtschaftsfragen liberal und innenpolitisch autoritär. Seine Wiederwahl am 25. Februar 1973 erfolgte mit 99,6 % der Stimmen, ein ähnliches Ergebnis brachten die Präsidentschaftswahlen vom 30. Dezember 1979 und am 9. November 1986.

Außenpolitisch lehnt er sich eng an Frankreich an, pflegt aber auch gute Beziehungen zur arabischen Welt. 1999 bis 2001 diente er den Konfliktparteien im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo als Vermittler. Ende der 1990er Jahre war der ehemalige Pressesprecher von John F. Kennedy, Pierre Salinger für Bongos Öffentlichkeitsarbeit in den USA tätig.

1990 erschütterten schwere Unruhen die Republik, was Bongo dazu bewegte, die Einparteienherrschaft aufzuheben. Seine Partei konnte auch bei den seitdem abgehaltenen Parlamentswahlen die Mehrheit behaupten. Am 5. Dezember 1993 setzte er sich bei den ersten frei genannten Präsidentschaftswahlen mit 51,2 % durch. Bei der Wahl am 12. Dezember 1998 wurde er mit 66,88 % im Amt bestätigt. Massive Manipulationsvorwürfe der Opposition überschatteten jedoch die Wahl. Zuletzt gewann die PDG mit Bongo an der Spitze im Dezember 2001 mit 86 von 120 Sitzen die absolute Mehrheit. Eine Verfassungsänderung im Jahr 2003 hob die Beschränkung der Amtszeit des Präsidenten auf, so dass Bongo bei den nächsten Wahlen wieder kandidieren konnte. Daneben wurde festgelegt, dass der Kandidat mit den meisten Stimmen bereits im ersten Wahlgang gewählt ist, was seine Aussichten angesichts einer zersplitterten Opposition verbesserte. Am 1. Oktober 2005 gab er seine Kandidatur bekannt und fünf Tage später wurde der Termin für die Wahlen auf den 27. November 2005 festgelegt, wobei Angehörige der Sicherheitskräfte zwei Tage früher abstimmten. Er wurde mit 79,2 % der Stimmen für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Sein Hauptkontrahent Pierre Mamboundou erreichte mit 13,6 % wie 1998 den zweiten Platz.

Deutschlandbesuch 2005

Am 15. Juni 2005 empfing der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Omar Bongo in Berlin zu einem Gespräch im Bundeskanzleramt. Im Mittelpunkt der Unterredung standen die Lage in der Region sowie die Möglichkeit der Ausgestaltung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Das Gespräch fand laut Presseticker des Kanzleramtes in „einer sehr konstruktiven Atmosphäre“ statt. In dem Gespräch kam ebenfalls die Reform der Vereinten Nationen zur Sprache. Der Präsident bekundete seine Unterstützung der Vorschläge der Bundesregierung.

Privates

1973 trat Bongo zum Islam über und nannte sich von nun an Omar Bongo bzw. nach seiner Wallfahrt (Haddsch) nach Mekka El Hadj Omar Bongo. 2003 änderte er seinen Namen in Omar Bongo Ondimba.

Bongo war in den Skandal um den französischen Ölkonzern Elf Aquitaine (→ Alfred Sirven) verwickelt. Über Jahre hinweg soll er hohe Provisionen erhalten haben. Er gilt als eines der reichsten Staatsoberhäupter weltweit.

Verheiratet ist Bongo seit 1990 mit Edith Lucie Nguesso, einer Tochter des Präsidenten der Republik Kongo Denis Sassou-Nguesso. Am 14. März verstarb sie an einer unbekannten Krankheit.

Sein Sohn Ali-Ben Bongo (* 1959) aus der 1986 geschiedenen Ehe mit Patience Dabany gehörte von 1989 bis 1991 dem Kabinett als Außenminister an und ist seit 1999 Verteidigungsminister. Er gilt als möglicher Nachfolger Omar Bongos.

Die Tochter Albertine Amissa Bongo (* 1964) verstarb 1993.

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