Albert Capellani
Albert Capellani

Albert Capellani (* 23. November 1874 in Paris; † 1931 ebenda) war ein französischer Theaterschauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent.

Capellani lernte Schauspiel am Pariser Conservatoire d’Art Dramatique, unter anderem bei Le Bargy. Er begann seine Karriere als Theaterschauspieler am Théâtre Libre d'Antoine und arbeitete später auch am Odéon. Aufgrund seines Organisationstalent wurde er bald Bühnenmanager von Firmin Gémier und übernahm 1903 einen Managerposten im Pariser Varietétheater Alhambra.

1905 kam Albert Capellani zum Film. Bei Pathé Frères arbeitete er als Regisseur unter Ferdinand Zecca und schuf kurze Dramen und Ausstattungsfilme. 1908 gründete Pathé die Société Cinématographique des Auteurs et Gens de Lettres (S.C.A.G.L.) und machte Capellani zu deren künstlerischem Leiter. Die neue Gesellschaft im Pathé-Konzern sollte sich mit Drehbüchern von bekannten Bühnenautoren und der Verfilmung von Werken der Literatur an ein zahlungskräftiges bürgerliches Publikum wenden. Bekannt wurde diese Bewegung in Frankreich unter dem Begriff Film d’Art. Zu den von Capellani betreuten Regisseuren gehörten unter anderem Georges Denola, Georges Monca, Michel Carré und Henri Estievant.

Capellani, der bereits Erfahrung mit kurzen und mittellangen Filmen hatte, übernahm die Regien wichtiger Produktionen selbst und ging wegen der komplexen Handlungen der literarischen Vorlagen zu Langfilmen über. Es entstanden L’Assommoir (1909), Notre-dame de Paris (1911), Les Mystères de Paris (1911), Le Chevalier de Maison Rouge (1912), La Glu (1913), sowie Germinal (1913) und das zweistündige Les Misérables (1913), die als Höhepunkt Capellanis Schaffens in Frankreich gelten und international erfolgreich waren. Durch seine Verbindungen zur Pariser Theaterszene konnte er zahlreiche Bühnendarsteller zu Auftritten im Film bewegen, darunter seinen Bruder Paul Capellani, Berthe Bovy, Jacques Grétillat, Henri Krauss und die Varietékünstlerin Mistinguett.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 ging Capellani in die USA. Eine seiner ersten Arbeiten dort, war 1915 eine Verfilmung von Dumas’ Kameliendame mit Clara Kimball Young in der Titelrolle. Die Schauspielerin übernahm auch in den folgenden Jahren häufig Hauptrollen in Capellanis Filmen. Bis 1918 drehte er für verschiedene Filmgesellschaften, zuletzt mehrere Filme für die Metro Picture Corporation und Nazimova. Von 1919 bis 1920 hatte er seine eigene Produktionsgesellschaft, die Albert Capellani Productions. Im ersten Film seiner Gesellschaft, Oh Boy! (1919) nach einem Bühnenmusical mit Musik von Jerome Kern, hatte Capellani seinen wahrscheinlich einzigen Filmauftritt. Bis 1922 arbeitete er noch in den USA, dann ging er zurück nach Frankreich, wo er erfolglos versuchte, amerikanische Methoden des Filmemachens zu importieren.

Seine letzten Lebensjahre waren von schwerer Krankheit und finanzieller Unsicherheit gezeichnet. Er litt an Paralyse und starb in Alter von 57 Jahren.

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