Albert Gore
Al Gore (2007)

Albert Arnold „Al“ Gore, Jr. (* 31. März 1948 in Washington D.C.) ist ein US-amerikanischer Politiker (Demokrat), Unternehmer und Umweltschützer sowie Friedensnobelpreisträger des Jahres 2007. Von 1993 bis 2001 war er der 45. Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter Präsident Bill Clinton.

Von 1977 bis 1985 vertrat er den US-Bundesstaat Tennessee als Abgeordneter im Repräsentantenhaus, danach als Senator. 1988 scheiterte eine Präsidentschaftskandidatur.

Obwohl er im Jahre 2000 bei der US-Präsidentschaftswahl insgesamt über 500.000 Stimmen mehr auf sich vereinen konnte als sein Gegenkandidat George W. Bush, wurde er aufgrund der Besonderheit, dass bei Präsidentschaftswahlen das von den Ergebnissen in den Einzelstaaten abhängige Wahlmännerprinzip gilt, nicht Präsident.

Gore hat mehrere Schriften zum Umweltschutz veröffentlicht und hält weltweit Vorträge zu diesem Thema. Aus seiner Multimediapräsentation über die globale Erwärmung ist die mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentation „An Inconvenient Truth“ (dt.: Eine unbequeme Wahrheit) hervorgegangen. Daneben hat er das GLOBE-Programm gestartet und die Konzertreihe Live Earth initiiert.

2007 wurde Al Gore für seine Bemühungen um eine Bewusstmachung der Klimakrise und ihrer globalen Gefahren zusammen mit dem Weltklimarat IPCC der Friedensnobelpreis verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Al Gore mit Ehefrau „Tipper“ und dem Ehepaar Clinton

Gore wurde in Washington D.C. geboren. Seine Eltern sind Albert Arnold Gore, Sr. (1907 - 1998) und Pauline LaFon Gore (1912 - 2004). Da sein Vater Senator für den US-Bundesstaat Tennessee war, verbrachte Al Gore seine Kindheit sowohl in Washington als auch in Carthage, Tennessee. In seiner Schulzeit lebte er in einem Hotel-Apartment in Washington, wo er zuerst die Sheridan-Schule, dann die Eliteschule St. Albans besuchte. Während der Sommerferien lebte er in Carthage, wo er auf der Farm seiner Familie arbeitete.

Von 1965 bis Juni 1969 besuchte er das Harvard College, welches er mit dem „Bachelor of Arts degree in government“ abschloss. In dieser Zeit teilte er sich sein Zimmer im altehrwürdigen Dunster House mit dem später erfolgreichen Schauspieler Tommy Lee Jones. Nachdem er seinen Militärdienst geleistet hatte, studierte er an der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee Theologie und Jura, allerdings ohne einen Abschluss zu erwerben.

1970 heiratete Al Gore Mary Elizabeth Aicheson (genannt Tipper Gore), die er Jahre zuvor in St. Albans kennengelernt hatte. Sie haben vier Kinder: Karenna (1973), Kristin (1977), Sarah (1979) und Albert III. (1982). Zudem haben sie zwei Enkel: Wyatt (1999) und Anna Schiff (2001).

Karriere

1976 bewarb sich Al Gore erfolgreich um den vakant gewordenen Sitz des Vierten Bundesdistrikts von Tennessee für das US-Repräsentantenhaus. Er wurde in den folgenden Jahren dreimal wiedergewählt. 1984 trat er zur Wahl des durch den Rücktritt von Republikaner Howard Baker vakant gewordenen Sitzes im Senat an und gewann diesen. Bis 1993 saß Gore daher für den Bundesstaat Tennessee im Senat, bis der Gouverneur von Arkansas Bill Clinton ihn 1992 im Präsidentschaftswahlkampf zu seinem running mate, also zum Kandidaten für den Posten des Vizepräsidenten machte. Nach der erfolgreichen Wahl war Al Gore vom 20. Januar 1993 bis zum 20. Januar 2001 an der Seite von Bill Clinton der 45. Vizepräsident der Vereinigten Staaten.

Präsidentschaftskandidaturen

Clinton, Gore

1988 bewarb sich Gore erstmals um die US-Präsidentschaft, musste seine Kandidatur jedoch trotz einiger Vorwahlsiege im Süden nach einer schweren Niederlage bei den New Yorker Vorwahlen zurückziehen. Ungeachtet dieses gescheiterten Versuchs bewarb sich Gore im Jahr 2000 als Präsidentschaftskandidat der Demokraten um die Nachfolge Bill Clintons. Diesmal gewann er alle Vorwahlen, wurde einstimmig nominiert und machte Senator Joseph Lieberman zu seinem running mate, dem Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Obwohl Gore in der Präsidentenwahl am 2. November 2000 insgesamt 48,4 % der Stimmen erhielt und der republikanische Gegenkandidat George W. Bush lediglich auf 47,9 % der Stimmen kam, wurde Bush am 20. Januar 2001 als Nachfolger Clintons vereidigt – was aus dem US-amerikanischen Wahlrecht (vergleiche Electoral College) und dem Prinzip von Wahlmännern resultiert.

Dem war ein beispielloser Wahlkrimi vorausgegangen. Trotz Gores US-weitem Stimmenvorsprung konzentrierte sich die Entscheidung auf den US-Bundesstaat Florida, wo Jeb Bush, der Bruder des republikanischen Präsidentschaftskandidaten George W. Bush, zu jener Zeit den Posten des Gouverneurs innehatte. Für einen Sieg brauchten beide Kandidaten eine Mehrheit in Florida, um die entscheidenden Stimmen der Wahlmänner zu erlangen. Jedoch bereitete das Auszählen der Stimmen erhebliche Schwierigkeiten; die Stimmzettel waren unübersichtlich und die Zählmaschinen veraltet. Es gab erhebliche Meinungsdifferenzen, ob und wie lange die Stimmen nachgezählt werden dürfen.

Nachdem die Regierung Floridas, vertreten durch die zuständige Innenministerin Katherine Harris, Bush zum Sieger erklärt hatte, klagten Gores Anwälte vor dem Supreme Court des Bundesstaates auf Annullierung dieses offiziellen Ergebnisses und verlangten eine Nachzählung der Stimmen. Währenddessen versuchten Gouverneur Jeb Bush und die republikanische Mehrheit im Kongress von Florida, George W. Bush die Wahlmänner des Bundesstaates per Gesetzgebung zuzusprechen, weil man der Meinung war, dass die samt und sonders von Demokraten ernannten Richter in Tallahassee dem Antrag Gores wohl stattgeben dürften, was dann auch geschah.[1]

Die Republikaner klagten gegen diese Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Dieser bestimmte mit sieben zu zwei Stimmen, dass die vom Supreme Court Floridas angeordnete und bereits begonnene Neuauszählung unzulässig sei, und mit fünf zu vier Stimmen, dass auch andere Formen einer Nachzählung unzulässig seien, obwohl das Ergebnis nicht eindeutig war (letzten Zählungen zufolge lag Gore nur wenige Dutzend Stimmen hinter Bush).

Vor allem die von Ronald Reagan ernannte, jedoch als eher gemäßigte Konservative betrachtete Richterin Sandra Day O’Connor, die bei der Entscheidung die entscheidende Stimme gegen jedwede Neuauszählung abgab, wird im Zusammenhang mit diesem Supreme Court Urteil Bush vs. Gore kritisiert. Medienberichten zufolge trug sie sich zu jener Zeit bereits mit Rücktrittsgedanken, wollte jedoch nicht riskieren, dass ein demokratischer Präsident wie Al Gore ihren Nachfolger auswählen und ernennen darf.[2]

Durch die Entscheidung des Supreme Court fielen die 25 Wahlmännerstimmen des Staates an George W. Bush. Dieser erhielt im wahlentscheidenden Wahlmännerkollegium 271 Stimmen und Gore nur 266 (eine Angehörige des Kollegiums enthielt sich aus Protest gegen den rechtlichen Status des Hauptstadtdistrikts Washington, D.C., der Stimme). Trotz eines landesweiten Vorsprungs von über 500.000 Stimmen war Al Gore somit der Verlierer der Wahl.[3] Dieses Ereignis, dass ein Präsidentschaftskandidat mit der Mehrheit der landesweit abgegebenen Stimmen (der sogenannten Popular Vote) nicht gleichzeitig eine Mehrheit im Wahlmännerkollegium hat, ist äußerst selten. Vorher geschah dies nur Andrew Jackson im Jahre 1824 (gegen John Quincy Adams), Samuel J. Tilden im Jahre 1876 (gegen Rutherford B. Hayes), sowie Grover Cleveland im Jahre 1888 (gegen Benjamin Harrison).

Einige US-Medien, unter anderem die Tageszeitungen Miami Herald und USA Today, beantragten Einsicht in die Wahlunterlagen und nahmen für einige Bezirke Floridas Neuauszählungen vor. Diese Auszählungen ergaben Bush als Sieger. Allerdings ergab sich durch weitergehende Untersuchungen, dass eine Fortführung der Nachzählung in der Form, wie sie vom Supreme Court Floridas angeordnet worden war, Gore eindeutig zum Sieger gemacht hätte.[4]

Außerdem stellte sich nach der Wahl heraus, dass viele Wähler einfach von den Wählerlisten verschwunden waren, die meisten davon aus Bevölkerungsgruppen, die traditionell eher die Demokraten wählen, wie zum Beispiel Afroamerikaner. [5]

Im Sommer 2003 verzichtete er für die Präsidentschaftswahlen 2004 auf eine erneute Kandidatur.

Nach der Politik

Al Gore (1994)

Seit März 2003 ist Al Gore Mitglied des Aufsichtsrates von Apple. Gelegentlich nimmt er in dieser Funktion an Produktpräsentationen vor großem Publikum teil, etwa zum Video-Chatprogramm iChat. Im Aktienoptionsskandal der Firma Apple wurde er mit der Leitung des firmeninternen Untersuchungsausschusses beauftragt, was ihn selbst ins Kreuzfeuer der Kritik brachte[6].

Gore ist Gastprofessor an der University of California, Los Angeles, der Fisk University und der Middle Tennessee State University.

In der Trickserie Futurama lieh Al Gore 2000 (noch als amtierender Vizepräsident) „seinem“ konservierten Kopf in einzelnen Folgen seine Stimme.

Später steckte Gore viel Energie in den Fernseh- und Internetsender Current TV, den er gern als Mix zwischen CNN und MTV positionieren möchte.

Des Weiteren erdachte Al Gore im Jahre 1990 die Idee eines „Marshallplans“ für die Erde, welche er 1992 in seinem Buch Earth in the Balance veröffentlichte. Dieses Buch wurde 1992 unter dem Titel „Wege zum Gleichgewicht – Ein Marshallplan für die Erde“ auch in deutscher Sprache verlegt. 2003 ging in Frankfurt/Main aus Al Gores Gedankengut die Global Marshall Plan Initiative hervor. Al Gore gibt an, von Rachel Carson zu diesem Buch inspiriert worden zu sein. Im Jahr 1994 verfasste er auch das Vorwort für eine Neuauflage von Carsons Buch „Der stumme Frühling“.

Im Rahmen des Wahlkampfes 1992 bedachte George H. W. Bush den running mate seines Konkurrenten Bill Clinton mit dem Schmähnamen „Ozone Man“. Al Gore hingegen fasste dies als „Kompliment“ für sein Engagement für den Umweltschutz auf.[7]

Für Irritationen sorgte eine Aussage Gores aus dem Jahre 1999. Er wies darauf hin, dass während seiner Amtszeit als Senator auf seine Initiative 1991 der „High Performance Computing Act“ zur Förderung des Internets erlassen wurde, der als ein wichtiger Schritt zur Verbreitung des Internet gilt[8][9] (siehe auch Geschichte des Internets#Wende ab 1990). Die Erklärung wurde im Präsidentschaftswahlkampf 2000 von einigen Medien dahingehend ausgelegt, er bezeichne sich als Erfinder des Internets, was für einigen Spott über Gore sorgte.

Engagement für den Umweltschutz

Anfang der neunziger Jahre veröffentlichte Al Gore mehrere Bücher und Schriften über Umweltpolitik. Besondere Resonanz fand der Bestseller Earth In The Balance (1992), in dem Gore auch politische und wirtschaftliche Lösungsstrategien entwirft. Dieses Werk war das erste Buch eines aktiven Bundessenators auf der Bestsellerliste der New York Times seit John F. Kennedys Profiles In Courage (1956). Wichtigste umweltpolitische Themen dieser Zeit waren die Umweltverschmutzung und eine gerechtere, weltweite Ressourcenverteilung. 1994 initiierte er zur Förderung von umweltpolitischer Bildung und Forschung in Wissenschaft und Gesellschaft das GLOBE-Programm.[10]

Im Jahr 2006 erregte Al Gore Aufsehen mit dem Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth“, der das Ziel hat, die Welt, besonders aber die US-amerikanische Bevölkerung über Treibhausgase und die damit verbundenen Erderwärmung zu informieren. Basierend auf seiner gleichnamigen Vortragsreihe führt Gore als „Hauptdarsteller“ durch den Film. Vom Premierenpublikum auf dem Sundance Film Festival erhielt der Film gute Kritiken und einen Spezialpreis. Der Start in den US-amerikanischen Kinos war am 24. Mai 2006. In Deutschland lief der Film am 12. Oktober 2006 unter dem Titel „Eine unbequeme Wahrheit“ an. Am 25. Februar 2007 gewann der Film einen Oscar als bester Dokumentarfilm und einen für den besten Song („I need to wake up“ von Melissa Etheridge).

Im Februar 2007 gab Al Gore bekannt, mit Live Earth eine weltumspannende Konzertreihe ins Leben rufen zu wollen, die nach dem Vorbild von Live Aid und Live 8 am 7. Juli 2007 auf sieben Kontinenten insgesamt 24 Stunden lang stattfand. Damit sollte auf die Klimaerwärmung und die neue Umweltbewegung Save Our Selves (SOS) aufmerksam gemacht werden.

Gore geriet eine knappe Woche nach dem Gewinn des Oscars selbst in die Kritik. Der Stromverbrauch und die entsprechend anfallenden Kosten seines klimatisierten Hauses mit Pool in Nashville, Tennessee, waren angeblich exorbitant hoch. Blogger fanden bei Recherchen allerdings heraus, dass diese Behauptungen von einer Briefkastenfirma kamen, es sich mithin um den Versuch einer gezielten Kampagne konservativer Aktivisten gegen Gore handelte.[11]

Al Gores Büro veröffentlichte daraufhin ein Statement, dass seine Familie zahlreiche Schritte unternommen hätte, um den CO2 Ausstoß seines Anwesens zu reduzieren, dass sie „carbon offsets“ kauften, um die CO2-Bilanz auszugleichen und dass ausschließlich „Grüner Strom“ verbraucht würde.[12] Gores Sprecherin sagte weiter dazu: „Mag sein, dass Gore auf großem Fuß lebt, aber er tut es „kohlendioxidneutral“, lässt zum Beispiel in den Tropen neue Bäume pflanzen, die seine persönliche Treibhausgas-Bilanz (z. B. Privatjet) wieder ausgleichen.“ Dies steht in Einklang mit der Botschaft von Umweltschützern, dass es beim Klimaschutz nicht um Einschränkungen in der Lebensqualität geht, sondern darum, seinen persönlichen carbon footprint durch klimaneutrales Handeln auf Null zu bringen, eben durch beispielsweise das Unterstützen von Wiederaufforstungsmaßnahmen und das Verwenden von Ökostrom.

Gore ist seit 2004 Vorsitzender der in London ansässigen Investmentfirma Generation Investment Management, die sich u. a. auf den Kauf von Firmenanteilen im Nachhaltigkeitssektor spezialisiert hat. Darunter fallen – laut GIM Homepage (www.generationim.com) – Themen wie Klimawandel, Armut, AIDS, Humankapital, Wasser, Lobbying u. a.

Des Weiteren ist Al Gore Vorsitzender des Governing Council der Alliance for Climate Protection, einer Interessengemeinschaft die zum Programm der Rockefeller Philanthropy Advisors gehört, und die sich zum Ziel gesetzt hat, „die globale Erwärmung und den Übergang zu einer nachhaltigen und sicheren Energiewirtschaft zu einer dringenden nationalen Priorität zu machen“.[13]

In dieser Funktion sagte Al Gore auch am 21. März 2007 vor Ausschüssen des Kongresses zum Thema „globale Erwärmung“ aus.

Für seinen Einsatz gegen die globale Klimaveränderung wurde Gore mit einigen der international renommiertesten Preise ausgezeichnet. So erhielt er u. a. am 20. April 2007 als einer von sieben Laureaten den Champions of the World Award des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).[14]

Am 6. Juni 2007 erhielt Al Gore den Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie „Internationale Zusammenarbeit“. In der Begründung der Jury heißt es: „Durch seine Führungskraft hat er dazu beigetragen, in Regierungen und Gesellschaften überall auf der Welt ein Bewusstsein zu wecken, für diese ehrenhafte Sache einzutreten.“[15]

Im Juli 2008 sorgte Gore für Aufsehen durch seine Forderung an die USA, binnen zehn Jahren ihren kompletten Elektrizitätsbedarf aus regenerativen Energiequellen zu beziehen: "Our dangerous reliance on carbon-based fuels is at the core of all these problems – economic, environmental, national security. The answer is to end our reliance on carbon-based fuels." Gore wies in diesem Zusammenhang auf die Finanzmarktkrise sowie die steigenden Energiekosten hin und merkte an: "We're borrowing money from China to buy oil from the Persian Gulf to burn it in ways that destroy the planet. Every bit of that has got to change."[16] Er verglich diese Herausforderung mit jener Präsident Kennedys aus dem Jahre 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen, welche damals in weiten Kreisen ebenfalls als völlig unrealistisches Unterfangen angesehen wurde.[17]

Im Interview mit Tom Brokaw bei Meet The Press unterstrich Gore einige Tage später die Ernsthaftigkeit seiner Forderung: "Our current course is completely unsustainable. We are being told by scientists around the world, particularly the international group that is charged with studying this and reporting to world leaders, that we may have less than 10 years in order to make dramatic changes lest we lose the chance to, to avoid catastrophic results from the climate crisis. We're building up CO2 so rapidly that we're seeing the consequences scientists have long predicted. And the only way to take responsible action is to get at the heart of the problem, which is the burning of fossil fuels." Er verwies darauf, daß die Preise für Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energie im Fallen begriffen sind, während die Preise für Elektrizität aus fossilen Quellen bedingt durch die hohe weltweite Nachfrage weiter rasant ansteigen werden. Er zieht daraus die Schlußfolgerung, daß der Umstieg auf regenerative Energien gelingen kann; des weiteren sei auch der Sicherheitsaspekt nicht zu unterschätzen: "At the same time we're seeing our national security experts saying we're highly vulnerable with 70 percent of our oil coming from foreign countries, the largest reserves being in the most unstable region of the world, the Persian Gulf; and our economy is being really hurt badly by rising gasoline prices, rising coal prices. So we need to make a big strategic shift to a new energy infrastructure that relies on renewables."[18]

Friedensnobelpreis

Gore und Rajendra Pachauri
Fotografie: Herman Ferre

Am 12. Oktober 2007 verkündete Professor Dr. Ole Danbolt Mjøs, Vorsitzender des Nobelausschusses des norwegischen Parlaments, dass der Friedensnobelpreis 2007 zu gleichen Teilen an Al Gore und das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimaänderungen) verliehen werden wird, und zwar für ihre jeweiligen Bemühungen[19]

“to build up and disseminate greater knowledge about man-made climate change, and to lay the foundations for the measures that are needed to counteract such change. (...) Al Gore has for a long time been one of the world's leading environmentalist politicians. He became aware at an early stage of the climatic challenges the world is facing. His strong commitment, reflected in political activity, lectures, films and books, has strengthened the struggle against climate change. He is probably the single individual who has done most to create greater worldwide understanding of the measures that need to be adopted.”

In einer ersten Stellungnahme teilte Al Gore mit, sich „tief geehrt“ zu fühlen. Er beabsichtigt, seinen Anteil am Preisgeld (fünf Millionen Kronen, etwa 530.000 €) an die Alliance for Climate Protection zu spenden, eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wahrnehmung der Gefahren der Klimakrise in der amerikanischen und internationalen Öffentlichkeit zu stärken.[20]

Präsidentschaftswahlen 2008

In der Diskussion um die Kandidaten für die Vorwahlen 2008 wurde Gore von innerparteilichen Gegnern Hillary Clintons zunächst als möglicher erneuter Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei gehandelt. Sie erhofften sich von Gore eine Verkörperung „klassischer Werte der Demokraten“. Eine Internetkampagne sammelte über 200.000 Unterschriften, um Gore zu einer Kandidatur zu bewegen und schaltete hierzu am 10. Oktober 2007 in der New York Times auch einen ganzseitigen Offenen Brief an ihn, der in den amerikanischen Medien auf breites Interesse stieß.[21]

Gore selber reagierte auf die vielen Nachfragen bezüglich seiner eventuellen Kandidatur für 2008 mit dem wiederholt vorgetragenen Verweis darauf, dass er nicht plane anzutreten, es jedoch auch nicht kategorisch ausschließen wolle.[22] Am 16. Juni 2008 beendete Gore alle Spekulationen um seinen möglichen Einstieg in den Wahlkampf als unabhängiger Kandidat, als er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Barack Obama in Detroit diesem seine Unterstützung bei der Präsidentschaftswahl zusagte.[23]

Werke

  • Earth in the Balance: Ecology and the Human Spirit. Boston 1992, ISBN 0-395-57821-3
  • Wege zum Gleichgewicht: Ein Marshallplan für die Erde. Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-10-027200-5
  • An Inconvenient Truth: The Planetary Emergency of Global Warming and What We Can Do About It. Emmaus (Pa.), 2006, ISBN 978-1-59486-567-1
  • Eine unbequeme Wahrheit. Buch zum Film, ISBN 978-3-570-50078-1
  • The Assault on Reason: How the Politics of Blind Faith Subvert Wise Decision-making. The Penguin Press, New York 2007, ISBN 978-1-59420-122-6
  • Angriff auf die Vernunft. München 2007, ISBN 978-3-570-50089-7

Ehrungen

  • 1994: Ehrenmitglied der Wissenschaftsvereinigung Sigma Xi
  • 2006: DUH-Umwelt-Medienpreis
  • 2007: Oscar für den Film Eine unbequeme Wahrheit
  • 2007: Prinz-von-Asturien-Preis
  • 2007: Friedensnobelpreis (zusammen mit dem Intergovernmental Panel on Climate Change)
  • 2008: Ehrendoktor der ETH Lausanne[24]
  • 2008: Ehrendoktor der UAM Poznan

Weblinks

Quellen

  1. The New York Times: Jeb Bush Is Said to Be Willing to Sign Bill Ensuring Republican Victory in Florida
  2. The Georgetown Journal of Legal Ethics: „Conflicts of interest in Bush v. Gore: Did some justices vote illegally?“, by Richard K. Neumann Jr
  3. 2000 Official Presidential General Election Results
  4. Florida 'recounts' make Gore winner, Artikel bei The Guardian Online vom 29.01.2001
  5. [1]
  6. Artikel in den Mercury News aus San José vom 01.02.2007 Al Gore, „Valley Guy“
  7. Vorwort von Al Gore zu „Der stumme Frühling“ von Rachel Carson
  8. Mail von Vinton Cerf an nettime.org
  9. http://www.nytimes.com/2005/02/16/technology/16internet.html Dr. Vinton Cerf und Dr. Bob Kahn nahmen im Jahr 2000 zugunsten von Al Gore wie folgt Stellung: „Bob and I believe that the vice president deserves significant credit for his early recognition of the importance of what has become the Internet.“
  10. http://www.forbes.com/facesinthenews/2006/09/21/gore-google-yahoo-face-cx_cn_0920autofacescan06.html Das GLOBE Programm (engl.)
  11. The Al Gore Lie Is Halfway Around The World And The Truth Is Sitting In Nashville http://www.seeingtheforest.com/archives/2007/03/the_al_gore_lie.htm
  12. Gore Responds To Drudge’s Latest Hysterics http://thinkprogress.org/2007/02/26/gore-responds-to-drudge/
  13. Rockefeller Philanthropy Advisors http://rockpa.org/special_programs/the-alliance-for-climate-protection/
  14. Artikel im Sydney Morning Herald vom 20.04.2007: „Al Gore receives UN environmental award“
  15. Reuters: „Al Gore wins Spanish prize for climate change fight“
  16. wecansolveit.org, Juli 2008: "Al Gore: A Generational Challenge to Repower America"
  17. sfv.de, 26.07.2008: Al Gore: A Generational Challenge to Repower America mit deutscher Übersetzung durch den Solarenergie-Förderverein e.V.: Neue Energie für Amerika - Ein Appell an die heute Lebenden 26. Juli 2008
  18. MSNBC.com, 20.07.2008: Meet the Press transcript for July 20, 2008
  19. Verlautbarung des Nobelkommittees (englisch): http://nobelpeaceprize.org/en_GB/laureates/laureates-2007/announce-2007/
  20. Statement von Gore auf seiner Website: „I am deeply honored“
  21. Webseite Draft Gore http://www.draftgore.com/
  22. MSNBC Today, 05.07.2007: Gore on Libby, son’s arrest, and ‚08 election
  23. Süddeutsche Zeitung, 17.06.2008: Al Gore unterstützt Obama
  24. http://www.bluewin.ch/de/index.php/17,33656/Forschungstag_2008_der_ETH_Lausanne_im_Zeichen_der_Nachhaltigkeit/ News vom 15.4.08]

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