Albert I. (Sachsen)
König Albert von Sachsen auf einer Fotografie von Nicola Perscheid.

Albert von Sachsen (* 23. April 1828 in Dresden; † 19. Juni 1902 in Sibyllenort), vollständiger Name Friedrich August Albert Anton Ferdinand Joseph Karl Maria Baptist Nepomuk Wilhelm Xaver Georg Fidelis von Sachsen, aus dem Haus der albertinischen Wettiner war von 1873 bis zu seinem Tode König von Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Albert von Johann von Sachsen und dessen Frau Amalie Auguste von Bayern. Schon als Kind zeigte er ein großes Interesse an Militär und wurde in allen Waffengattungen ausgebildet. Für seine Erziehung war Friedrich Albert von Langenn verantwortlich. Albert besuchte nach Ablegung der Reifeprüfung 1845 die Universität Bonn, wo er unter anderem mit Friedrich von Baden zusammentraf und Rechts- und Staatswissenschaften studierte.[1]

Der Schleswig-Holsteinische Krieg 1848–1851

Der Beginn des Schleswig-Holsteinischen Kriegs von 1848 bis 1851 war auch der Beginn Alberts militärischer Laufbahn. Er nahm als Hauptmann am Krieg gegen Dänemark teil und zeichnete sich bereits 1849 beim Sturm auf die Düppelner Heide aus. „Er erhielt 1851 als Oberst und bald als Generalmajor die Führung einer Infanteriebrigade, einige Jahre später die einer Division und wurde dann Kommandeur der gesamten Infanterie.“[2]

Durch den Tod Königs Friedrich August II. im Jahr 1854 bekam Albert den Status des Kronprinzen und wurde verstärkt politisch aktiv. Neben seinem Vorsitz im Staatsrat wirkte Albert auch bei der Ausarbeitung neuer Gesetzentwürfe mit.

Die Kriege 1866 und 1870/71

Im Jahr 1866 wurde Albert von seinem Vater die Mobilmachung der sächsischen Armee übertragen. Albert führte im Deutschen Krieg 1866 die sächsischen Truppen gegen Preußen an und kämpfte unter anderem bei Münchengrätz und Gitschin. Nach der Niederlage von Königgrätz an der Seite Österreichs trat Sachsen noch 1866 dem Norddeutschen Bund bei. Als Kronprinz übernahm Albert mit dem Friedensschluss 1866 das Kommando über das XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps.[3] Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 gehörte das Korps zunächst zur 2. Armee und zeichnete sich am 16/18. August 1870 in der Schlacht bei Gravelotte („Bataille de Saint-Privat“) aus. Am 19. August 1870 erfolgte die Bildung der Maasarmee (4. Armee), deren Kommando Albert übernahm. Am 30. August 1870 war er im Gefecht von Beaumont siegreich.[4] Die neugebildeten Maasarmee schlug gemeinsam mit der 3. Armee die französische Armee Patrice de Mac-Mahons, bei der sich auch Kaiser Napoléon III. befand, am 1. September 1870 in der Schlacht von Sedan. Mit der Kapitulation der französischen Truppen und der Gefangennahme des französischen Kaisers am 2. September war diese Schlacht vorentscheidend für den Ausgang des Krieges. Albert wurde 1871 Generalinspekteur der I. Armee-Inspektion und der erste nichtpreußische Generalfeldmarschall des Deutschen Reiches.[5]

König von Sachsen

Nach dem Tod seines Vaters am 29. Oktober 1873 wurde Albert König von Sachsen. Er führte die Einordnung Sachsens in das von Preußen geführte Deutsche Reich fort, zentrale Aspekte seiner auf Friedenssicherung bedachten Politik waren außenpolitisch die Aussöhnung mit Preußen und die Erhaltung der Bundesstaatlichen Ordnung im Deutschen Reich.[6] Innenpolitisch strebte König Albert eine Neugestaltung der Landesverwaltung an. Unter seine Regierungszeit fallen unter anderem die Verbesserung der Armenpflege und eine umfassende Reform des Steuerwesens 1878. Mit dem neuen Wahlgesetz 1896 führte Albert das Dreiklassenwahlrecht ein.

Carola von Sachsen

Familie

Albert von Sachsen heiratete am 5. August 1853 Carola von Wasa-Holstein-Gottorp, eine Tochter des Gustav Prinz von Wasa und der Luise Prinzessin von Baden. Sie gründete 1867 den nach ihrem Mann benannten Albertverein, der sich der freiwilligen Krankenpflege widmete. Zum 25-jährigen Bestehen des Vereins stiftete König Johann 1892 die Carola-Medaille für hilfreiche Nächstenliebe.[7]

Die Ehe Alberts mit Carola von Sachsen blieb kinderlos. Nach seinem Tod 1902 wurde sein jüngerer Bruder Georg neuer sächsischer König.

Ehrungen

Die Enthüllung des König-Albert-Denkmals von Max Baumbach in Dresden

Im Jahr 1877 weihte König Albert eine Dresdner Vorstadt ein, die Albertstadt. Sie war damals größte zusammenhängende Kasernenanlage Deutschlands.

Neben der ehemaligen Garnisonsvorstadt sind noch weitere Bauwerke und Plätze nach ihm bis in die Gegenwart benannt, so die Albertbrücke, der Alberthafen, der Albertplatz und die Albertstraße sowie das Albertinum. Im Jahre 1879 weihte er den Neubau der Fürstenschule Sankt Afra in Meißen ein.

Anlässlich des 70. Geburtstages König Alberts und seines 25-jähringen Regierungsjubiläums stiftete die Stadt Dresden 1898 zudem den Albertpark, der als Teil der Dresdner Heide zum Stadtteil Neustadt gehört.[8]

Weitere Ehrungen (Auswahl)

Literatur

  • Georg von Schimpff: König Albert: Fünfzig Jahre Soldat. Baensch, Dresden 1893.
  • Joseph Kürschner (Hrsg.): König Albert und Sachsenland : eine Festschrift zum 70. Geburtstage und 25jährigen Regierungsjubiläum des Monarchen. Schwarz, Berlin 1898.
  • Dem Gedächtnis König Alberts von Sachsen, Dresden: v. Zahn & Jaensch, 1902
  • Ernst von Körner: König Albert von Sachsen: der Soldat und Feldherr. Oestergaard, Berlin-Schöneberg 1936.
  • Bernd Rüdiger: Wahre Geschichten um König Albert, Taucha: Tauchaer Verl., 1994
  • Bernhard Schwertfeger: Albert, König von Sachsen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 131 f.
  • Thomas Eugen Scheerer (Hrsg.): Albert von Sachsen – Kronprinz, Soldat, König. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden 2002.
  • Arbeitskreis sächsische Militärgeschichte (Hrsg.): Sibyllenort und König Albert von Sachsen: Sonderheft zum 100. Todestag von König Albert. Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte, Dresden 2003.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. NDB, S. 131.
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 1. Leipzig 1905, S. 267.
  3. Meyers, S. 267.
  4. Meyers, S. 267.
  5. Meyers, S. 267.
  6. Vgl. Dr. Albert Prinz von Sachsen: König Albert als Politiker.
  7. Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Band 2. Urban & Fischer, Jena 2001 S. 118.
  8. Friedrich Kummer (Hrsg.): Führer durch Dresden und das Elbgelände. Verlag des Vereins zur Förderung Dresdens und des Fremdenverkehrs, Dresden 1910, S. 71.



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