Albert Janka

Albert Janka (* 10. Mai 1907 in Chemnitz; † 15. April 1933 in Reichenbach (Vogtland)) war ein deutscher Kommunist, der kurz nach der „Machtergreifung“ von den Nationalsozialisten verhaftet und einige Wochen später umgebracht wurde.

Janka stammte aus einer traditionsreichen Arbeiterfamilie. Sein Vater Adalbert – ein Werkzeugmacher – sowie sein jüngerer Bruder Walter und seine übrigen Geschwister waren aktive Mitglieder der KPD.

Bereits als 25-Jähriger übernahm Janka die Führung der Kommunisten Plauens und des Vogtlandes. Im Juli 1932 wurde er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Im Januar 1933 organisierte er in Plauen Massendemonstrationen, um den Machtantritt Hitlers zu verhindern. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ errang er bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 einen der 81 KPD-Sitze. Zwei Tage später, am 7. März, wurde er verhaftet und Anfang April in das von SA und SS als „Schutzhaftlager“ missbrauchte „Volkshaus“ in Reichenbach verschleppt. Wenige Tage später wurde er dort mit Kennzeichen brutaler Misshandlungen erhängt aufgefunden.

Nach seiner Beisetzung wurden der Vater und die Geschwister inhaftiert und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Seit 1992 erinnert in Berlin in der Nähe des Reichstags eine der 96 Gedenktafeln für von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete an Janka.

Literatur

  • Hermann Weber und Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Karl Dietz Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-320-02044-7, S. 342.

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