Albert König

Albert König (* 22. März 1881 in Eschede; † 5. Februar 1944 in Unterlüß) war ein deutscher Maler.

In diesem Haus in Unterlüß lebte und wirkte Albert König

Inhaltsverzeichnis

Leben

Albert König wird als Sohn des Dorfschmieds Albert Christoph König und seiner Frau Caroline in Eschede in der Südheide geboren. Der Vater war aus Ostpreußen zugewandert, die Mutter kam aus Baden. Er wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf. Von 1915 an diente er im Ersten Weltkrieg in Masuren als Soldat . 1919 heiratet er Dorothee Borsdorf. 1927 zieht König in sein neu erbautes Haus nach Unterlüß im Landkreis Celle. Hier lebt und arbeitet er dann völlig zurückgezogen als Holzschneider und Maler.

Ausbildung

Nach dem Schulbesuch beginnt er 1895 eine Lehre bei einem Escheder Dekorationsmaler . 1901 besucht er die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Von 1903 bis 1905 muss er den Militärdienst ableisten. 1909 besucht er in München die Zeichenschule Heymann und Ende 1910 geht er nach Berlin. Dort schließen sich Malstudien bei Lovis Corinth, einem der wichtigsten und einflussreichsten Vertreter des deutschen Impressionismus, und bei Georg Tappert in Berlin an. Mit dem fast gleichaltrigen Tappert blieb er sein Leben lang befreundet. 1932 erhält König ein Stipendium der Deutschen Albrecht Dürer-Stiftung in Höhe von 400 Reichsmark. Eine geforderte Aufnahme in die Reichskulturkammer lehnt er ab.

Arbeiten

Am Beginn seines Wirkens zeigen seine Arbeiten Einflüsse des Pointillismus. 1911 kehrt er nach Eschede zurück, es entstehen seine ersten Holzschnitte und Linolschnitte, die ihm auch internationale Anerkennung einbringen. 1913 wird er Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzt König sich mit dem Expressionismus auseinander. 1928 entstehen die ersten Baumporträts und Baumgruppen in Bleistifttechnik. Ab Mitte der 1930er Jahre zeichnet König viele Naturstudien in den Kieselgurgruben bei Unterlüß. 1932 entstehen seine ersten Bäume und Baumgruppen in Öl- und Temperamalerei mit einer gänzlich eigenen Formen- und Bildersprache. Anhand zuvor gefertigten detaillierten Zeichnungen entstehen dann im Atelier die großen Landschaften, Baumgruppen, Bäume und die zum Teil märchenhaft verfremdeten, Darstellungen der Kieselgurgruben.

Auszeichnungen

1912 wird er auf der Internationalen Kunstausstellung in Amsterdam mit einer Bronzemedaille im Bereich Graphik ausgezeichnet. Sowohl in dem letzten Wohnort Unterlüß als auch in seinem Geburtsort Eschede ist jeweils eine Straße nach ihm benannt.

Ausstellungen

1941 findet aus Anlass seines 60. Geburtstages eine Sonderausstellung im Bomann-Museum in Celle statt. 1981, an seinem 100. Geburtstag, wurden seine Werke in der „Gotischen Halle“ im Celler Schloss gezeigt.

Durch testamentarische Verfügung seiner Witwe gelangte der gesamte künstlerische Nachlass von etwa 1.800 Arbeiten sowie das ehemalige Wohnhaus des Malers und Graphikers in den Besitz der Gemeinde Unterlüß, mit der Auflage, ein Kunstmuseum zu errichten, dass den Namen Albert-König-Museum tragen sollte. Am 19. Juni 1987 wurde dieses Museum eröffnet. Durch Schenkungen, Dauerleihgaben und Ankäufe hat das Museum inzwischen über 12.000 Arbeiten des Künstlers im Archiv. Die wechselnden Ausstellungen behandeln jeweils abgeschlossene Themen aus seinem Schaffen. Im Erweiterungsbau des Albert-König-Museums ist die Dauerausstellung „Kieselgur - Die Erlebnisausstellung“ zu sehen.[1]

Auch das ehemalige Wohnhaus wurde um eine Ausstellungshalle erweitert, in der wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.

Literatur

Volker Probst: Albert König Das druckgraphische Werk 1911-1941, ISBN 9783927399051

Einzelnachweise

  1. Albert-König-Museum, Unterlüß

Weblinks


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