-rod

Rodungsname nennt man in der Namenkunde der Orte (Toponomastik) ein Toponym, dass sich auf eine Rodung bezieht. Sie sind in Europa in den mehreren Phasen der mittelalterlichen Landnahme entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Zahlreiche Orts- und Flurnamen weisen auf Landnahme durch Rodungen hin, und lassen sich in Toponomastik und Namenforschung zeitlich zuordnen:[1]

Liste von Rodungsnamen

(Abkürzungen: ahd. = althochdeutsch, mhd. = mittelhochdeutsch, hd. = hochdeutsch, mnd. = mittelniederdeutsch, nd. = niederdeutsch, od. = oberdeutsch):

Im Hochmittelalter findet eine zweite Rodungswelle zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert statt:

  • schlag, mhd. „Fällung“: -schlag; auch zu Schlagbaum „Gebietsgrenze“, „Zoll
    Grimm gibt 1314 als frühesten Nachweis dieses Namens.[2]
  • hauw mhd. „Hauung“, „Niederwald“: -hau, häu, hai; gehaue
  • hieb, mhd. „Schlag“
  • swenden, prät. swante, swande mnd. „Schwendung“ (Entfernen des Bewuchses durch regelmäßigen Schnitt oder Ringelung): Schwand/t/dt, -schwand/t/dt, Schwanden/Schwanten/Schwandten; Gschwand/t/dt; Schwend, -schwend/t/dt Schwende; Gschwend/t/dt
In diese Zeit datieren lassen sich auch Brandrodungen:
  • brant, brende mhd. „Brand“: Brand, -brand, -brände Brandstatt kann sich aber auch auf spätere Ereignisse beziehen
  • senge, mhd. „Brandrodung“: -senge(n), -singe(n), -sang; auch: absang „Anzündung“

Seit dem 13. Jahrhundert bezeugt sind:

  • -grünGrünland, dem Wald abgerungen“: im Vogt- und Egerland häufen sich solche Orte seit dem 13. Jh.

Auch Familiennamen als Wohnstättennamen leiten sich dann von diesen Worten ab: z. B. Reuter, Reiter; Schwendener, Schwentner und zahlreiche ähnliche Formen und Zusammensetzungen.

Literatur

  • Adolf Bach: Deutsche Namenkunde. Band II, 1 und 2: Die deutschen Ortsnamen. Heidelberg 1953/54
  • Gerhard Bauer: Namenkunde des Deutschen. In: Germanistische Lehrbuchsammlung. Band 21. Bern 1985, ISBN 3-261-03205-7
siehe auch Literatur in Ortsname, Flurname

Einzelnachweise

  1. Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. S. 93 Herkunftsnamen nach Rodungsorten
  2. Eintrag Schlag V. 1. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854-1960 (germazope.uni-trier.de)
  3. Josef Kiening: Was ist Grundherrschaft ?. In: Genealogische Datensammlung Kiening. genealogie-kiening.de. Abgerufen am 23. Juni 2008.

Wikimedia Foundation.

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”