Albert Roger Miller

Albert Roger Miller (* 20. Mai 1952 in Yaoundé, Kamerun), bekannt als Roger Milla (wahrscheinlich wegen eines Rechtschreibfehlers eines Standesbeamten), ist ein ehemaliger kamerunischer Fußballspieler mit exzellenter Technik und bemerkenswerter Spielübersicht. Er bahnte seiner Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien praktisch im Alleingang den Weg ins Viertelfinale.

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Vereinskarriere

1976 gewann Milla, der zu dieser Zeit für Tonnerre de Yaoundé spielte, den „goldenen Fußball“ als bester Spieler Afrikas. Im gleichen Jahr folgte der Wechsel nach Frankreich, wo eine wahre Odyssee begann: bei US Valenciennes (1978/79), AS Monaco (1979/80) und SC Bastia (1980-1984) kam er, wegen Verletzungen oder zu geringem Trainingseifer, nur relativ selten zum Einsatz.

Wirklich durchsetzen konnte er sich erst ab 1984, beim Zweitligisten AS Saint-Étienne, fand dort auch zu seiner Torgefährlichkeit zurück (22 Treffer in 31 Spielen) und verhalf Les verts 1986 zum Wiederaufstieg. Überraschend wechselte Roger Milla aber anschließend zum Zweitligisten Montpellier HSC, mit dem er ein Jahr später ebenfalls aufstieg, noch 60 Spiele in der Division 1 bestritt (19 Tore) und dort am 31. Mai 1989 seine Vereinskarriere beendete.

1990 bereitete er sich – jedenfalls nach einzelnen Quellen – bei Sporting Toulon auf die Weltmeisterschaft in Italien vor, ohne allerdings für diesen Klub zu spielen.

Nationalspieler

Sein erstes Länderspiel für die Nationalelf Kameruns bestritt Milla im Juli 1978. 1982 nahm er mit den erstmalig qualifizierten Westafrikanern an der WM-Endrunde in Spanien teil, wo die „unzähmbaren Löwen“, obwohl gegen Italien, Polen und Peru unbesiegt, nach der Vorrunde allerdings die Heimreise antreten mussten.

1984 nahm er an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil und erzielte in der Vorrunde gegen Jugoslawien ein Tor (Endstand 1:2). Kamerun schied als Gruppendritter in der Vorrunde aus.

Vor der Weltmeisterschaft 1990 wurde der 38-Jährige, der sich inzwischen auf Réunion bereits zur Ruhe gesetzt hatte, gebeten, die Fußballschuhe nochmals zu schnüren und sein Land bei der WM in Italien zu vertreten. Dort verzauberte Milla die Fußballwelt mit seinen Dribblings, seiner Spielübersicht und seinem immer noch schnellen Antritt. Seine vier Tore gegen Rumänien (2:1, Gruppenphase) und Kolumbien (2:1 n.V., Achtelfinale) brachten Kamerun bis ins Viertelfinale. Jeden seiner Treffer feierte Milla mit einem Makossa-Tanz um die Eckfahne herum, was in den folgenden Jahren oft kopiert wurde. 1990 wurde er erneut zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt.

Vier Jahre später trat der nun 42-Jährige nochmals bei einer WM-Endrunde (Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA) auf. Kamerun schied zwar in der Vorrunde aus, aber der eingewechselte Milla schoss im Spiel gegen Russland ein Tor und ist somit ältester Torschütze bei einer WM-Endrunde. Millas Leistung blieb ohne große öffentliche Resonanz, da Kamerun das Spiel 6:1 verlor und Oleg Salenko dabei fünfmal traf.

Situation heute

Nach seinem Rückzug vom aktiven Fußball ist Roger Milla Sportberater des Kameruner Präsidenten Paul Biya und WM-Botschafter seines Landes. Er wohnt abwechselnd in Kamerun und Montpellier. Darüber hinaus ist er Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play.

Ehrungen und Auszeichnungen

Milla gehört zur FIFA 100, einer zum hundertjährigen Geburtstag der FIFA herausgegebenen Liste mit den 125 besten beim Jubiläum noch lebenden Fußballspielern.

1991 ist er mit dem Franz-Beckenbauer-Preis ausgezeichnet worden, der für besonders verdiente Sportler vorgesehen war.

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