Albert Schulze Vellinghausen
Das Grab Albert Schulze Vellinghausens auf dem Ostenfriedhof Dortmund

Albert Schulze Vellinghausen (* 30. Mai 1905 in Werne; † 23. Mai 1967 in Bochum) war Kritiker (Kürzel: ASV), Buchhändler („Bücherstube am Dom“ in Köln) und Übersetzer.

Als Kunstfreund besaß er eine umfangreiche Sammlung moderner Kunst (u. a. von Josef Albers, Günter Fruhtrunk, H.A.P. Grieshaber, Joseph Beuys, Lucio Fontana, Otto Piene, Victor Vasarely, Cy Twombly), die er testamentarisch der Ruhr-Universität Bochum vermachte. Diese Stiftung knüpfte er an die Bedingung, dass die Sammlung durch das Land Nordrhein-Westfalen weiter ausgebaut würde.

Albert Schulze Vellinghausen war als Kunstsammler eine Autorität, er gehörte etwa dem „documenta Rat“ der 4. documenta von 1968 in Kassel an. Sein Einsatz galt vor allem der informellen Kunst, die er als Ausweg aus der totalitären Politisierung in Faschismus und Stalinismus sah:

„Wie in der Politik hat die Avantgarde sich von den Flügeln zurückziehen müssen auf die Mitte hin. Da eben ist der Sitz aufrichtiger Unbedingtheit, nachdem sich in diesen Zeitläufen der Technisierung erwiesen hat, daß die todbringenden Bakterien von Stalinismus und Faschismus am ersten in pseudoradikale Außenstellungen eindringen. Wer das nicht zu sehen vermag, hat den Feind schon in sich.“
(zitiert nach: Ilina Fach (Diss.), a.a.O.)

Sein Grab liegt auf dem Dortmunder Ostfriedhof.

Literatur

  • Albert Schulze-Vellinghausen, Junge Künstler 1958/59, Köln 1958, S. 30
  • Theater heute 1, 1960, Nr. 2: Pole des modernen Welttheaters. Eine Kontroverse mit Beiträgen von Kenneth Tynan, Eugène Ionesco, A. Schulze-Vellinghausen, S. Melchinger und J. Kaiser
  • Albert Schulze-Vellinghausen, Theaterkritik 1952-60, Hannover (Friedrich Verlag) 1961, ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Henning Rischbieter
  • Albert Schulze Vellinghausen, Maria Wimmer, 1962, Text und Bildteil + Schallplatte (Reihe Theater heute Band 3)
  • Albert Schulze Vellinghausen, Anspielungen, Ausgewählte Reden, Aufsätze, Kritiken zur bildenden Kunst, Literatur, Architektur etc., 1962.
  • Josef Reding: Chronisten des Ruhrgebiets. Albert Schulze Vellinghausen, Helmuth de Haas, Friedhelm Baukloh, in: ders.: Der Mensch im Revier. Köln 1988, S. 120-135
  • Egoist 12. Hommage à Albert Schulze Vellinghausen. Mit einer Lithographie von Raimund Girke. F. September 1967. 3. Jg. Heft 2. 11 s/w Abb. 32 S.
  • Ilina Fach, Ausstellungspolitik und Didaktik der Ruhrfestspiele Recklinghausen (1950–1974), Inauguraldissertation der Kunstwissenschaft im Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften an der Universität Osnabrück, eingereicht im Oktober 1998 bei Frau Prof. Dr. Jutta Held

Weblinks


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