Albert Schöchle

Albert Schöchle (* 13. März 1905 in Kempten; † 10. August 1998 ebenda) war ein deutscher Gärtner, Sachbuchautor und Gründer der Wilhelma und des Blühenden Barocks. Er stammte aus dem Geschlecht der Schöchlins und somit von Karl dem Kühnen ab.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wuchs bei seinen Eltern auf, die damals das Hotel Post in Kempten besaßen. Nach einer Gärtnerlehre ging er auf die Höhere Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Weihenstephan. Anschließend studierte er an der Universität München, der Universität Stuttgart und der Universität Tübingen Naturwissenschaften und Architektur.

Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Studienassessor an einem Stuttgarter Gymnasium. 1933 wurde er Direktor der Wilhelma in Stuttgart, was er bis 1970 blieb.[1] 1936 Krieg wurde er zudem Direktor der staatlichen Anlagen und Gärten in Stuttgart. 1947 wurden ihm die Schlossgärten in Ludwigsburg unterstellt, wo er ab 1952 die dortige Landesgartenschau, die 1954 unter seiner Leitung eröffnet wurde, plante. Pünktlich zur Eröffnung erfolgte die Umbenennung der Schlossgärten in Blühendes Barock. Die Geschäftsführung des Blühenden Barock behielt er bis 1975. [2] [3]

1970 ging Albert Schöchle in den Ruhestand. Schöchle schrieb mehrere Bücher.

Auszeichnungen

Er bekam unter anderem das Verdienstkreuz (1955), das Große Bundesverdienstkreuz, Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg sowie die Carl-Hausmann-Medaille in Gold und Bronze (1954). Außerdem erhielt er die Medaille in Silber für die Internationale Gartenbauausstellung vom Zentralverband des Deutschen Gemüse-, Obst- und Gartenbaus (1953), eine Medaille für 25 Jahre im Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma und ein Medaille der Insel Mainau im Bodensee.

Seit 1990 war er Ehrenbürger der Stadt Ludwigsburg.[4]. Er ist Ehrendoktor der Universität Hohenheim.

Werk

  • Ein Rundgang durch die Gärten des blühenden Barocks mit ihren Blumen, Vögeln und Märchen. Stuttgart, 1981
  • Das Schlitzohr. Stuttgart, Theiss, 1981, ISBN 3806202699
  • Erlebte Wilhelma. Bad Cannstatt, 1953
  • Pflanzen-Leben und -Pflege in der Wilhelma. Bad Cannstatt, 1953

Trivia

Seinen Lebenslauf beschreibt er in dem Buch „Das Schlitzohr – Bekenntnisse eines leidenschaftlichen Gärtners und Tierfreunds." ISBN 3806202699)

In der Wilhelma wurde nach ihm das 2000 gebaute Albert-Schöchle-Amazonienhaus benannt und eine Straße sowie eine Brücke in Ludwigsburg tragen heute seinen Namen. Auch eine scharlachrot blühende Kaktus-Dahlien-Sorte wurde nach ihm benannt.[5]

Einzelnachweise

  1. http://www.foerderer-der-wilhelma.de/wirueberuns/index.html
  2. http://www.bluehendes-barock.de/Park/EntstehungBlueBa/Schoechle/schoechle.html
  3. http://www.blueba.de/Park/EntstehungBlueBa/entstehungblueba.html
  4. Stadt Ludwigsburg: Ehrenbürger, abgerufen 29. Dezember 2009
  5. http://www.dahlia.at/dyn/einzel.php?lang=de

Literatur

Anonym: Persönliches. Der Zoologische Garten (Neue Folge) Bd. 68, Nr. 6, 1998, Seite 404, ISSN 0044-5169

Weblinks


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