Albert Wagner

Albert Wagner (* 22. November 1885 in Fürfurt; † 19. Januar 1974 in Weilburg) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker (SPD).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Wagner wurde als Sohn eines Landwirts geboren. Nach dem Schulbesuch arbeitete er von 1906 bis 1919 als Volksschullehrer. Anschließend schlug er eine Beamtenlaufbahn ein, wurde 1919 Schulrat in Bütow und war später in gleicher Funktion in Breslau und Potsdam tätig. Er wurde 1928 zum Regierungsdirektor ernannt und amtierte von 1930 bis 1933 als Regierungsvizepräsident in Breslau.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Wagner aus allen Ämtern entlassen und zeitweise in den Konzentrationslagern Börgermoor und Lichtenburg interniert. Er arbeitete im Anschluss als Buchvertreter und war von 1942 bis zum Kriegsende als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei Buderus-Röchling in Wetzlar beschäftigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wagner erneut als Beamter in der Verwaltung eingesetzt. Er war seit 1946 Leiter des Amts für Verwaltungsvereinfachung im hessischen Finanzministerium und wurde 1947 Leiter der Personalabteilung im hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr. Seit 1948 amtierte er als Regierungspräsident in Darmstadt.

Partei

Wagner war seit 1918 Mitglied der SPD. Am 19. Oktober 1950 wurde Wagner durch den Bezirksvorstand Hessen-Süd auf Antrag von Willy Knothe aus der Partei ausgeschlossen. Nachdem ihn die Wahlkreisdelegiertenversammlung des Wahlkreises 18 (Oberlahnkreis) mit 36 zu 4 Stimmen als Landtagskandidat gewählt hatte, musste Georg-August Zinn als Landesvorsitzender den Parteiausschlussbeschluss aufheben[1].

Abgeordneter

Wagner war 1946 Mitglied der verfassungberatenden Landesversammlung des Landes Hessen. Er gehörte von 1946 bis 1966 dem hessischen Landtag an und war dort von Juli 1947 bis November 1949 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Von 1951 bis 1962 war er Vorsitzender des Haushaltsausschusses.

Öffentliche Ämter

Wagner war Ende 1918 Vorsitzender des Zentralrats der Arbeiter- und Soldatenräte in der Provinz Pommern. 1945 wurde er Landrat des Oberlahnkreises. Vom 9. November 1949 bis zum 10. Januar 1951 amtierte er als hessischer Staatsminister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft in der von Ministerpräsident Christian Stock geführten Landesregierung.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gerhard Beier: SPD Hessen. Chronik 1945 bis 1988. Bonn 1989, ISBN 3-8012-0146-5, Seite 125

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Albert Wagner (veteran) — Albert Frederick Jud Wagner (September 5, 1899 January 20, 2007) was the last surviving Marine American veteran of the First World War. Wagner was born on a farm in Missouri. In 1916, at age 17, he joined the United States Marine Corps. By the… …   Wikipedia

  • Wagner (Familienname) — Wagner ist ein deutscher Familienname. Herkunft und Bedeutung Berufsname vom Beruf des Wagners (Wagenmachers). Varianten Im niederdeutschen Raum verbreitete Varianten sind Wegner und Wegener. Daneben gibt es noch die Varianten Wahner, Wehner und… …   Deutsch Wikipedia

  • Wagner (Familie) — Die Familie des Komponisten und Dramatikers Richard Wagner Carl Friedrich Wilhelm Wagner, * 1770 † 1813, Polizeiaktuar, ∞ 1798 Johanna Rosine Pätz * 1778 † 1848 (die Witwe heiratete 1814 in zweiter Ehe den Maler Ludwig Geyer * 1779 † 1821, dessen …   Deutsch Wikipedia

  • Wagner family tree — The family of the composer Richard WagnerCarl Friedrich Wilhelm Wagner, * 1770 † 1813, police actuary, ∞ 1798 Johanna Rosine Pätz * 1778 † 1848 (after being widowed, in 1814 she married the painter Ludwig Geyer * 1779 † 1821, whose rumoured… …   Wikipedia

  • Albert Wilhelm Carl Niemann — Albert Niemann Albert Wilhelm Carl Niemann (* 15. Januar 1831 in Erxleben, Kreis Neuhaldensleben ; † 13. Januar 1917 in Berlin) war ein deutscher Tenor und Wagner Interpret. Als Sohn eines Gastwirts geboren wurde Albert Niemann nach einer Lehre… …   Deutsch Wikipedia

  • Albert Niemann (Opernsänger) — Albert Niemann Albert Wilhelm Carl Niemann (* 15. Januar 1831 in Erxleben, Landkreis Neuhaldensleben; † 13. Januar 1917 in Berlin) war ein deutscher Tenor und Wagner Interpret. Als Sohn eines Gastwirts geboren wurde Albert Niemann nach einer… …   Deutsch Wikipedia

  • Albert Malte Wagner — (* 16. November 1886 in Hamburg; † 1. Februar 1962 in London) war ein britischer Germanist und Literaturhistoriker deutsch jüdischer Herkunft. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften …   Deutsch Wikipedia

  • Albert Güldenstein — um 1870 Albert Güldenstein (* 3. Januar 1822 in Sontheim; † 25. Mai 1891 in Stuttgart; eigentlich Abraham Isaak Güldenstein[1] …   Deutsch Wikipedia

  • Albert-Einstein-Oberschule — Albert Einstein Gymnasium Schultyp Gymnasium Ort Berlin Bundesland Berlin …   Deutsch Wikipedia

  • Wagner [2] — Wagner. Gelehrte: 1) Moriz, Reisender und Naturforscher, Bruder von W. 4), geb. 3. Okt. 1813 in Bayreuth, gest. 30. Mai 1887 in München, kam als Kaufmann nach Algerien, studierte dann 1833–1836 in Erlangen und München Naturwissenschaften,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”