Albert von Bardewik

Albert von Bardewik (* Lübeck; † 1333) war in der Zeit von 1308 bis 1310 Lübecker Bürgermeister.

Die Familie von Bardewik ist seit 1188 im Lübecker Rat nachgewiesen[1] und könnte in der Phase der deutschen Stadtgründung aus Bardowick zugewandert sein.

Das Wirken Albert von Bardewiks Ende des 13. Jahrhunderts als Ratskanzler der Hansestadt Lübeck ist für die Chronistik der Stadt im Anschluss an Arnold von Lübeck und dessen unmittelbare Nachfolger wie für Rechtshistoriker gestern und heute von großer Bedeutung. 1291 wurde er in den Lübecker Rat gewählt. Er ließ im Jahr 1294 einen Kodex des Lübischen Rechts niederlegen und fasste wichtige lokale wie überregionale Vorkommnisse der Jahre 1298 bis 1301 zusammen. 1299 legte er die seerechtlichen Bestimmungen für die Fahrt nach Flandern, also von der Ostsee zum Hansekontor in Brügge, schriftlich nieder.

Bardewik vertrat als Bürgermeister 1308 den Rat der Stadt in den Verhandlungen mit ihrem streitbaren Bischof Burkhard von Serkem. Nach 1310 wird er als Politiker nicht mehr erwähnt. Es wird vermutet, das er im Streit mit dem Lübecker Domkapitel seine Ämter zur Verfügung stellte.

Werke

  • Johann Carl Heinrich Dreyer (Hrsg.): Specinem juris publici Lubecensis, quo pacta conventa et privilegia, quibus Lubecae per omnem propemodum Europam circa inhumanum jus naufragii (Strandes Recht) est prospectum, ex authenticis recensuit ... qui etiam mantissae loco Jus maritimum Lubecense antiquissimum / Ab Alberto de Bardewic a. 1299 compositum ex membranis edidit Jo. Carolus Henricus Dreyer. Bützow, ohne Jahresangabe.

Literatur und Anmerkungen

  1. 1188 wird Esico von Bardewik als Nr. 38 der Lübeckischen Ratslinie aufgeführt. Siehe dort.

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