Albert von Buxhoeveden

Albrecht von Buxthoeven (auch Albert von Buxhoeveden, Buxhövden, Buxhöveden, Buxhöwde, Albrecht von Apeldern, * um 1165 Bexhövede; † 17. Januar 1229 in Riga) war von 1198 bis 1229 Bischof von Riga. Er ist einer der bedeutendsten Missionsbischöfe des 13. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er ist der Begründer der deutschen Kolonie Livland, aus dem bremischen Rittergeschlecht der Appeldern gebürtig, war Domherr in Bremen, bevor er 1199 von seinem Stiefonkel Hartwig II. von Utlede, Erzbischof von Bremen zum Bischof von Livland ernannt wurde. Er führte 1200 ein stattliches Pilgerheer mit ca. 1500 Pilgern auf 23 Schiffen nach der Mündung der Düna. Hier gründete er 1201 die Stadt Riga und verlegte seinen Bischofssitz vom nahen Uexküll dorthin. 1211 erbaute er den Dom zu Riga. Drei Jahre später machte er das Rigaer Bistum unabhängig von Bremen.

Durch die Anwerbung weiterer Pilger aus Norddeutschland, für die er vom Papst Innozenz III. den völligen Sündenerlass erwirkte, betrieb er die weitere Stärkung der jungen Kolonie und die Bekehrung der ansässigen Bevölkerung zum Christentum.

Er reiste noch dreizehnmal zurück nach Deutschland, mehrere Male auch weiter nach Italien. Am 1. April 1207 erhielt er Livland von König Philipp als Lehen des Deutschen Reichs.

Von Livland zog er weiter nach Semgallen und Estland. In Semgallen errichtete er ein eigenes Bistum. Über Estland geriet er zuerst mit dem inzwischen durch Theoderich von Treyden gegründeten Schwertbrüderorden, dann mit dem König Waldemar von Dänemark in einen langen Streit. 1224 gelang es ihm, das Land unter seine Herrschaft zu bringen und seinen Bruder Hermann als dortigen Bischof einzusetzen.

Im Jahr 1225 erhob ihn Kaiser Friedrich II. zum Fürsten, sein Bistum zur Mark des Reichs; Papst Honorius III. gewährte ihm völlige Freiheit von jedem Metropolitanverband. Er organisierte sein Bistum mit Hilfe eines Päpstlichen Legaten.

Albrecht von Buxthoeven blieb ohne Nachkommen. Das Geschlecht von Buxhoeveden geht auf seinen Vetter Johannes von Buxthoeven zurück. Albrechts ältester Bruder Theodoricus de Raupena ist Stammvater des Geschlechtes von der Ropp (de Raupena, de Ropa), das später Lehnssitze in Livland, Kurland und dem heutigen Litauen begründete.

Nachwirkung

Albrecht wurde in Riga bis zur Reformation als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag war der 1. Juni. Zur Vorbereitung des 700-jährigen Stadtjubiläum von Riga wurde 1897 eine lebensgroße Kupferstatue Albrechts an der Südwand des Doms aufgestellt. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie als Rohstoffquelle demontiert und ging auf dem Weg nach St. Petersburg verloren. Sie wurde aber zur 800-Jahr-Feier originalgetreu rekonstruiert und wieder im Innenhof des Doms aufgestellt.

Literatur

  • Gisela Gnegel-Waitschies: Bischof Albert von Riga. Ein Bremer Domherr als Kirchenfürst im Osten (1199-1229). Nord- und osteuropäische Geschichtsstudien. Bd 2. Velmede, Hamburg 1958.
  • Henricus Lettus: Chronicon Livoniae. Livländische Chronik (lat./dt.). Bearb. v. Leonid Arbusow u. Albert Bauer. Hahn, Hannover 1955 (2.Aufl.), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1959 (Nachdr.).

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