Albert von Rothschild
Baron Albert von Rothschild

Albert Salomon Anselm Freiherr von Rothschild (* 29. Oktober 1844 in Wien; † 11. Februar 1911 ebenda) war der jüngste Sohn von Anselm Salomon Freiherr von Rothschild und einer der bedeutendsten Vertreter des österreichischen Zweigs der Bankiersfamilie Rothschild.

Albert von Rothschild besuchte ein Gymnasium in Wien und studierte an der Bonner Universität, anschließend arbeitete er in einem Bankhaus in Hamburg. Im Jahr 1874 übernahm er die Führung der Rothschild-Bank in Wien von seinem Vater. Weiters hatte er die Kontrolle der k. k. privilegierte Österreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe inne und baute sie zur größten Bank Österreich-Ungarns aus.

Aufgrund der guten Ertragslage der CA ließ er 1909 bis 1912 in der Wiener Schottengasse ein Bankhaus im neoklassizistischen Stil von den Architekten Ernst von Gotthilf Miskolczy, sowie von Gustav und Franz von Neumann errichten, welches auch heute noch erhalten ist.

Albert von Rothschild galt 1910 mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Kronen als der reichste Europäer. Unter anderem nannte die Bankiersfamilie Rothschild die Palais Heugasse 24-26, Theresianumgasse 14-16, Plösslgasse 8 in Wien und die Schlösser in Langau, Enzesfeld, Schillersdorf, Beneschau, Reichenau ihr eigen. Auch das Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs, welches er 1875 für die Gutsverwaltung der ausgedehnten rothschild´schen Ländereien in der Region einrichtete und 1881 tiefgreifend, jedoch qualitativ hochwertig im neugotischen Stil, umgestaltete.

Gemäß dem Testament von Mayer Amschel Rothschild, dass die Familie sich untereinander mit ihren Vettern und Cousinen ersten und zweiten Grades verheiraten sollte, heiratete er 1876 Bettina Caroline de Rothschild (1858-1892), Tochter von Alphonse James de Rothschild. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  1. Georg Anselm Alphonse von Rothschild (1877- 1934), unverheiratet, begraben am Zentralfriedhof in Wien
  2. Alphonse Maier von Rothschild (1878-1942)
  3. Charlotte Esther von Rothschild (1879-1885)
  4. Louis Nathaniel von Rothschild (1882-1955), übernahm 1911 die Geschäfte der Creditanstalt
  5. Eugène Daniel von Rothschild (1884-1976)
  6. Valentine Noémi von Rothschild (1886-1969)
  7. Oskar Ruben von Rothschild (1888-1909), unverheiratet, Suizid, begraben am Zentralfriedhof in Wien

Nach dem Tod seiner Gattin widmete er sich vor allem seiner Kunstsammlung, der Astronomie und Photographie sowie sozialen und karitativen Initiativen (Bettina-Stiftung), Rothschild-Spital, Kunstgewerbemuseum etc. Er erbte auch die Kunstsammlung seines kinderlosen Bruders Nathaniel. Nach seinem Tode wurde die Sammlung unter seinen Söhnen Alphonse, Louis und Eugène aufgeteilt.

Albert von Rothschild war ein leidenschaftlicher Schachspieler und betätigte sich in großem Umfang als Schachmäzen. Seit 1872 war er Präsident und Schirmherr der Wiener Schachgesellschaft und des (seit 1897) nachfolgenden Wiener Schachklubs, dem er bis zu seinem Tod vorstand.

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