Albertine Badenberg

Albertine Badenberg (* 29. Dezember 1865 in Essen-Steele; † 20. April 1958 in Essen) war aktiv in der katholischen Frauenbewegung und eine Politikerin der Zentrumspartei.

Der Vater war der Architekt Albert Badenberg, Mutter stammte aus dem adeligen Haus Koeck von Stuckimfeld aus Wien. Nach dem Abschluss der höheren Töchterschule im Alter von fünfzehn Jahren verbrachte sie zwei Jahre in Belgien und England, um die französische und englische Sprache zu erlernen. Anschließend besuchte sie ein Lehrerinnenseminar in Koblenz und legte 1885 die Abschlussprüfung für mittlere und höhere Schulen ab. In der Folgezeit schloss sie sich dem Verein katholischer Lehrerinnen an (VkdL) an. Im Jahr 1886 wurde sie Lehrerin in Steele. Im Jahr 1887 übernahm Badenberg die Leitung der deutschen Schule in Genua, kehrte aber 1888 auf Grund des Todes ihres Vaters nach Deutschland zurück.

Zurück in Steele engagierte sich Badenberg im VkdL. So gründete sie 1894 eine Stellenvermittlung, die auch Zweigstellen in England und Frankreich hatte. Im Jahr 1896 folgte eine Rechtsberatung. Sie setzte sich für die rechtliche und finanzielle Gleichstellung der Lehrerinnen mit den Lehrern ein. Seit 1898 war Badenberg Mitglied im Vorstand des Lehrerinnenvereins. Auf ihren Vorschlag hin wurde 1900 als Sprachrohr der katholischen Frauenbewegung die Zeitschrift „Christliche Frau“ gegründet.

Gegen den teils heftigen Widerstand aus anderen Teilen des katholischen Milieus war Badenberg im Jahr 1906 an der Gründung des katholischen Frauenbundes maßgeblich beteiligt. Seit 1908 war sie auch Vorstandsmitglied des Vereins und im Jahr 1909 gründete sie einen Zweigverein in Steele. Im Jahr 1910 übernahm sie im Gesamtverein die Verantwortung für die Finanzen. Später wurde sie auch Generalsekretärin. Seit 1917 ließ sie sich vom Schuldienst beurlauben und arbeitete sie bis 1921 hauptberuflich für den Frauenverein. Danach kehrte sie als Lehrerin nach Steele zurück und wurde 1922 Konrektorin.

In dieser Zeit wurde Badenberg Mitglied im Landesvorstand, Provinzialvorstands und Kreisvorstand der Zentrumspartei. Von 1925 bis 1933 war sie Mitglied im preußischen Landtag.

Im Frauenverein war sie maßgeblich am Kauf verschiedener vom Verein genutzter Immobilien verantwortlich und veranstaltete zu diesem Zweck Lotterien.

Während der Zeit des Nationalsozialismus scheint Badenberg Kontakt zu oppositionellen Kreisen gehabt zu haben, während die Reichweite der katholischen Vereinsbewegung immer stärker beschnitten wurde.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges trug sie zur Wiedergründung des katholischen Lehrerinnenverbandes bei. Im Jahr 1949 machte sie eine Pilgerreise nach Assisi. Anlässlich ihres neunzigsten Geburtstages erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

In Steele ist eine Straße nach Badenberg benannt.

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