Friedrich Ebert
Reichspräsident Friedrich Ebert (1923)

Friedrich Ebert (* 4. Februar 1871 in Heidelberg; † 28. Februar 1925 in Berlin) war ein deutscher Politiker (SPD). Er war seit 1913 Vorsitzender seiner Partei und amtierte von 1919 bis zu seinem Tode als erster Reichspräsident.

Nach dem Tode August Bebels wurde Ebert neben Hugo Haase zum Vorsitzenden der angesichts des drohenden Krieges zerstrittenen SPD gewählt. Während des Krieges vertrat er mit großer Härte bis zum Schluss die Politik der „Vaterlandsverteidigung“ und des „Burgfriedens“ und versuchte, die Kriegsgegner um Haase und Karl Liebknecht aus der SPD auszugrenzen. In der Novemberrevolution 1918 übernahmen seine Partei sowie die von ihr abgespaltene USPD die Regierungsgeschäfte. Die in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg gewählte Weimarer Nationalversammlung wählte Ebert am 11. Februar 1919 zum ersten Reichspräsidenten. In der folgenden Zeit der Weimarer Republik bekämpfte Ebert mit Waffengewalt alle linksradikalen Aufstände, trat ansonsten aber als ein Politiker des Ausgleichs der Interessen auf. Sein früher Tod mit 54 Jahren und der darauffolgende Wechsel zu dem monarchisch gesinnten Paul von Hindenburg an der Staatsspitze stellen eine bedeutende Zäsur in der Weimarer Republik dar.

Kurz nach seinem Tod 1925 wurde die SPD-nahe und nach ihm benannte Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet. Die heutige SPD sieht Ebert als eines ihrer größten Vorbilder.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Friedrich Ebert im Jahr 1890
Friedrich Ebert (Kreuz) als Sattler-Lehrling, 1885

Friedrich Ebert wurde als viertes von sechs Kindern geboren. Sein Vater Karl war Schneidermeister, stammte aber wie auch die Mutter Katharina (geb. Hinkel) aus einer kleinbäuerlichen Familie. Ungewöhnlich für die Zeit war, dass die Mutter Protestantin, der Vater aber praktizierender Katholik war. Der Vater beschäftigte zeitweise Gesellen und Lehrlinge. Der Wohlstand der Familie war bescheiden, aber doch größer als bei Arbeiterfamilien der Zeit. So mussten die Kinder nicht neben der Schule regelmäßig arbeiten.

Ebert besuchte die Volksschule, ohne dort positiv oder negativ besonders aufzufallen. Der von einigen Biographen erwähnte Wunsch Eberts Priester werden zu wollen, wäre als Weg des sozialen Aufstiegs nicht ungewöhnlich gewesen, Belege dafür gibt es nicht.[1] Zwischen 1885 und 1888 lernte er das Handwerk des Sattlers. In der Gewerbeschule hat Ebert so großen Eindruck auf einen der Lehrer gemacht, dass dieser gar zu einem Studium riet. Jedoch legte er nie die Gesellenprüfung ab. Der äußere Anlass war eine Ohrfeige seines Meisters J.P. Rummel vier Wochen vor Ablauf der Prüfung. Anschließend begab sich Ebert zwischen 1888 und 1891 auf Wanderschaft. Er berührte dabei vor allem das südliche und westliche Deutschland. Stationen waren unter anderem Karlsruhe, München, Mannheim, Kassel, Hannover, Braunschweig, Elberfeld, Remscheid, Quakenbrück und zum Schluss Bremen.

Unterwegs engagierte er sich für den Zusammenschluss von Handwerkern in Gewerkschaften und Fachvereinen. Er war zeitweise von Arbeitslosigkeit betroffen. In Mannheim lernte er durch einen dort lebenden Stiefbruder seines Vaters die sozialistische und gewerkschaftliche Bewegung kennen und trat um 1889 in die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) ein. Ebenfalls 1889 trat er dem Sattlerverband bei. In dieser Zeit bekam Ebert auch erstmals Einblick in marxistische Schriften, aber auch in Werke von Ferdinand Lassalle.

Nach seinem Eintritt in Partei und Gewerkschaft war er als Agitator und Organisator tätig. So wurde er 1889 Schriftführer des Sattlerverbandes in Hannover. In Städten, in denen er im Verlauf seiner Wanderschaft keine Zweigstellen vorfand, hat Ebert diese gegründet. In Kassel organisierte er einen erfolgreichen Arbeitskampf. Er wurde nicht nur vom Staat im Rahmen des Sozialistengesetzes, bis zu dessen Aufhebung 1890, beobachtet, sondern wurde von den Arbeitgebern als unliebsamer Agitator auf „Schwarze Listen“ gesetzt.[2]

Bremer Jahre

Im Mai 1891 kam Ebert nach Bremen, wo er 14 Jahre lang lebte. Auch hier engagierte er sich für Partei und Gewerkschaft. Er wurde Vorsitzender des örtlichen Sattlerverbandes. Außerdem leitete er das illegale Ortskartell der freien Gewerkschaften. Nach dem Tod des Vaters kehrte Ebert 1892 kurze Zeit nach Heidelberg zurück. Da er deswegen seine Arbeitsstelle aufgeben musste, versuchte er nach der Rückkehr nach Bremen als selbstständiger Handwerker und Gelegenheitsarbeiter zu existieren.

Im März 1893 erhielt Ebert eine Festanstellung als Redakteur bei der „Bremer Bürger-Zeitung“, der Zeitung der Bremer SPD. 1894 schied er aus der Redaktion wieder aus. Stattdessen übernahm Ebert die Gastwirtschaft „Zur guten Hilfe“ als Pächter. Geschätzt hat er diese Tätigkeit nicht und hat sie später in offiziellen Lebensläufen nicht angegeben. Politisch war die Wirtschaft als Treffpunkt für Gewerkschafter und Sozialdemokraten von Bedeutung. Materiell erlaubte der Betrieb Ebert im Mai 1894 die Heirat mit Louise Rump (1873–1955) und die Gründung einer Familie. Die Eheleute hatten vier Söhne und die Tochter Amalie (1900–1931). Die Söhne Georg (1896–1917) und Heinrich (1897–1917) fielen im Ersten Weltkrieg. Der älteste Sohn Friedrich (1894–1979) war ebenfalls politisch aktiv und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Oberbürgermeister in Ost-Berlin. Karl (1899–1975) wurde nach 1945 Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg.[3] Heinrich Jaenecke, Sohn seiner Tochter Amalie, ist als Publizist und Historiker tätig.

Friedrich Ebert mit Frau Louise und den Kindern (von links) Friedrich, Georg und Heinrich zu Weihnachten 1898

Wegen seiner zahlreichen Reden für Partei und Gewerkschaften schätzte ihn die Polizeibehörde bereits 1891 als eifrigsten Agitator in Bremen ein.[4] Seine Reden basierten dabei auf gründlichen Recherchen, zeichneten sich aber auch durch Scharfzüngigkeit und Ironie aus. Allerdings kam es auch vor, dass er in Diskussionen die Beherrschung verlieren konnte und Kritiker warfen ihm ein arrogantes Auftreten vor.[5]

Im Jahr 1892 legte Ebert eine Untersuchung über die „Lage der Arbeiter im Bremer Bäckergewerbe“ vor. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Pressekommission der Partei für die Bremer Bürgerzeitung. Im März 1894 wurde er Parteivorsitzender in Bremen, er behielt diese Position bis 1895. In den Wahlkämpfen zur Bremischen Bürgerschaft war Ebert seit 1896 für die SPD führend beteiligt. Im selben Jahr war er erstmals Delegierter auf einem Reichsparteitag der SPD. Im Jahr 1897 wurde Ebert verantwortlich für die Agitation im ländlichen Umland Bremens. In dieser Position kandidierte er 1898 in dem sicheren Zentrumswahlkreis Vechta erstmals für den Reichstag, blieb aber ohne Erfolg. Seit 1902 wurde Ebert erneut Mitglied im Parteivorstand von Bremen.

Im Laufe der Zeit wurde die Sozialpolitik zum eigentlichen Schwerpunkt von Eberts politischer Tätigkeit. Sein Gasthaus wurde eine Anlaufstelle für Ratsuchende. Dadurch wurde er mit den Nöten der Arbeiterbevölkerung vertraut, die ihn intensiv beschäftigten. Um die konkreten Probleme zu lösen, waren für Ebert staatliche Hilfen unerlässlich. Hieraus ergab sich seine politische Zuordnung: Wichtiger als die Hoffnung auf den Zusammenbruch des Kapitalismus wurde für ihn die Bekämpfung aktueller sozialer Missstände. Der Gewinn von Wahlen war für Ebert das zentrale Mittel, um die herrschenden Schichten zu Veränderungen zu bewegen. Die Mitarbeit in den Parlamenten mit dem Ziel, für die arbeitende Bevölkerung Verbesserungen zu erzielen, machte die Suche nach Kompromissen mit anderen politischen Parteien nötig, bedeutete aber auch eine gewisse Anerkennung des bestehenden Systems.[6]

Bei Ebert dominierte nicht die politische sondern die gewerkschaftliche Arbeit. Er blieb Vorsitzender des Sattlerverbandes in Bremen und war führend im örtlichen Gewerkschaftskartell tätig. Die von Ebert in seiner Gastwirtschaft geleistete ehrenamtliche soziale und rechtliche Beratertätigkeit wurde sehr umfangreich und es entstand in den Bremer Gewerkschaften die Idee, diese Tätigkeit durch die Anstellung eines Arbeitersekretärs zu professionalisieren. Beschlüsse dazu gab es bereits seit 1897, scheiterten aber zunächst am Widerstand der Einzelgewerkschaften. Erst im Jahr 1900 wurde Ebert als Arbeitersekretär eingestellt. Dies ermöglichte es ihm, die wenig geliebte Gastwirtschaft aufzugeben. In einer längeren Studienreise, die ihn unter anderem nach Nürnberg und Frankfurt am Main führte, machte sich Ebert mit seiner neuen Aufgabe vertraut. Er selbst verfasste danach ein für das Bremer Sekretariat geltende Regulativ, dass unter anderem vorsah, nicht nur Gewerkschaftsmitglieder sondern alle Ratsuchende zu beraten.

Als sich herausstellte, dass Ebert allein die Aufgaben nicht bewältigen konnte, wurde im Jahr 1900 Hermann Müller als weiterer Sekretär eingestellt. Neben der Beratungstätigkeit nahmen die Sekretäre auch statistische Untersuchungen zur sozialen Lage in Bremen vor. Damit füllten Müller und Ebert eine Lücke, weil das statistische Büro der Stadt Bremen damals keine vergleichbaren Daten veröffentlichte. Erwähnenswert ist dabei die Arbeit „Ergebnis einer statistischen Erhebung über die Lebensverhältnisse der bremischen Arbeiter“ von 1902, mit Daten zu den Arbeits-, Lohn- und Wohnverhältnissen in der Hansestadt. In der Folge begannen auch die städtischen Behörden entsprechende Statistiken zu veröffentlichen.[7]

Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft

Trotz des für die Sozialdemokraten sehr hinderlichen Achtklassenwahlrechts gelang es Ebert mit großer Mehrheit in einer Nachwahl im Jahr 1900 in die Bremische Bürgerschaft gewählt zu werden. Obwohl er neu im Stadtparlament war, wurde er von seiner Fraktion zum Vorsitzenden gewählt. Er konzentrierte sich im Parlament auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik, kümmerte sich aber auch um verfassungsrechtliche Probleme. Er gehörte mehreren Kommissionen und Deputationen an. Auf Grund der besonderen Struktur der bremischen Verfassung konnte die Fraktion nur wenige Anträge durchbringen. Dies war ein Grund die liberale Vorherrschaft als „Klassenherrschaft“ scharf anzugreifen. Der Kurs der Fraktion unter Eberts Leitung war gekennzeichnet einerseits von konstruktiver Mitarbeit, andererseits aber in grundlegender Kritik und Forderung nach Verfassungsreformen.[8]

Ebert sah Anfangs kein Problem darin diese Parlamentarismusstrategie mit dem marxistischen Zielen des Erfurter Programms zu vereinbaren. Er vertrat lange einen strikt zentristischen Kurs. Das heißt er hielt an der Idee des Klassenkampfes, der Überführung des Privateigentum in Gemeinbesitz fest und setzte auf den Zusammenbruch des kapitalistischen Systems. Gleichzeitig war ihm die praktische Arbeit für eine Verbesserung der Lebensbedingungen ein zentrales Ziel. Als Gefolgsmann von August Bebel war er Gegner der linken Kritiker der „Jungen“ wie auch des Reformisten Georg von Vollmar und später der Revisionisten um Eduard Bernstein.

Für Ebert wurde in dieser Zeit die organisatorische Stärke von Gewerkschaften und Partei von zentraler Bedeutung. Für ihn war klar, dass nur eine größtmögliche Stärke und innere Geschlossenheit die sozialistische Bewegung in die Lage versetzen würde, den politischen Gegnern und den Arbeitgebern Zugeständnisse abzuringen. Da er meinte, der innerparteiliche Streit würde der Parteieinheit schaden, äußerte sich Ebert 1899 zu diesen theoretischen Streitigkeiten ablehnend.[9] Als der Revisionismusstreit 1903 wieder aufflammte stimmte Ebert als Parteitagsdelegierter der Ablehnung der Thesen Bernsteins zwar zu, äußerte sich hinterher aber differenzierter. Er sprach von einer notwendigen Zusammenfassung des revolutionären und evolutionären Weges und bezeichnete dies als „Diagonale der Kräfte.“ Sollte man dies als Revisionismus verstehen, bestünde der Großteil der Partei aus Revisionisten. Wiederum forderte er die theoretischen Auseinandersetzungen zu Gunsten der praktischen Arbeit zu beenden. Scharfe Kritik übte eine von Ebert durchgesetzte Resolution in Bremen gegen die Person von August Bebel. Insgesamt lässt sich ein allmähliches Abrücken von älteren Positionen beobachten. Ebert hat sich im Laufe der Jahre zumindest teilweise vom Erfurter Programm entfernt. Kritik von Teilen der Bremer SPD brachte ihm 1900 auch seine positive Beurteilung der überparteilichen Zusammenarbeit in der Bildungseinrichtung „Goethebund“ ein. Dass Ebert zu dem Zeitpunkt sich von der Mehrheit der Partei entfernt hatte, zeigt der Beschluss der Partei die Zusammenarbeit mit den Liberalen in diesem Bund einzustellen.[10]

Aufstieg innerhalb der Partei

Parteiorganisator

Besuch des Parteivorstandes im Jahr 1907 bei der Reichsparteischule der SPD. Dozentin Rosa Luxemburg (stehend vierte von links). August Bebel (stehend fünfter von links), Friedrich Ebert (links in der 3. Bank der rechten Bankreihe

Allmählich wurde Ebert innerhalb der SPD überregional bekannt. Dazu beigetragen hat der Reichsparteitag von 1904 der in Bremen tagte. Als Präsident leitete Ebert den Parteitag und zeigte sich dieser Aufgabe gewachsen. Innerhalb Bremens dagegen verlor er und der von ihm repräsentierte eher reformerisch eingestellte Flügel während linkere Kräfte um Heinrich Schulz und Alfred Henke nach vorne drängten. Zwar war der Gegensatz noch nicht so deutlich wie in späteren Jahren, wozu Ebert durch eine ausgleichende Haltung beigetragen hatte, allerdings war er mit seiner Position in Bremen nicht zufrieden.

Er bewarb sich daher um eine neu geschaffene Stelle eines Parteisekretärs beim Parteivorstand. Gegen Hermann Müller wurde Ebert vom Parteitag 1905 gewählt. Müller erhielt ein Jahr später eine vergleichbare Position. Damit gehörte Ebert dem Vorstand der Partei an. Diese Position bedeutete eine deutliche finanzielle Besserstellung. Grund für die Schaffung der neuen Position war, dass die sieben besoldeten Mitglieder des Parteivorstandes jemanden brauchten, der die bürokratische Routinearbeit übernahm, für die neben der politischen Arbeit in der Partei oder im Reichstag keine Zeit blieb. Im Gegensatz zu späteren Legenden baute Ebert am Parteivorstand allerdings keinen bürokratischen Apparat auf, mit dessen Hilfe er später zum Parteivorsitzenden aufsteigen konnte. Vielmehr widmete er sich zunächst darum einen korrekten Überblick über die Mitgliederzahlen zu gewinnen und die Organisation der Partei auf lokaler und regionaler Ebene zu fördern. Allerdings war die Konzeption nicht allein Eberts Sache sondern wurde von einer Gruppe von Vorstandsmitgliedern insbesondere Wilhelm Dittmann vorangetrieben.

Die praktische Umsetzung lag dabei indes bis 1909/10 vorwiegend in Eberts Händen. Die Beziehung zu den Untergliederungen wurde Eberts Hauptaufgabe. Er reiste zu den Parteigliederungen im Land, überwachte die Umsetzung der Parteitagsbeschlüsse und half in organisatorischen und politischen Fragen, schlichtete interne Konflikte und trug die Wünsche und die Kritik der Gliederungen im Parteivorstand vor. Eben dies machte Ebert unter den vielen haupt- und nebenamtlichen Funktionären bekannt, die ihn wegen seines unermüdlichen Einsatzes schätzen lernten.

Innerhalb des Vorstandes gewann er allmählich auch an Statur. Von großer Bedeutung war, dass August Bebel seine anfänglichen Reserven gegen Ebert abbaute und ihm vertraute. Neben der rein bürokratischen Arbeit wurden Ebert daher zunehmend auch politisch bedeutsame Aufgaben übertragen. So wurde er der Verbindungsmann der SPD zur Generalkommission der Gewerkschaften. Durch seine Teilnahme an Gewerkschaftssitzungen kannte er die internen Vorgänge in der Generalkommission genauso gut wie die in der Parteiführung. Da die Arbeiterjugendbewegung von Gewerkschaften und Partei gemeinsam getragen wurde, war der Mittelsmann Ebert faktisch deren Leiter.

Zwar erhielt er in diesem Zusammenhang auch gewisse ausländische Kontakte, aber die internationalen Beziehungen und außenpolitische Fragen blieben für Ebert ein Randthema. Abgesehen davon und der Bildungspolitik war Ebert mit den zentralen politischen Fragen und natürlich der Organisation bald besser vertraut als die meisten übrigen Mitglieder des Vorstandes.

Reichstagsmitglied und Parteivorsitz

SPD-Parteivorstand 1909. Hintere Reihe: Luise Zietz, Friedrich Ebert, Hermann Müller, Robert Wengels. Vordere Reihe: Alwin Gerisch, Paul Singer, August Bebel, Wilhelm Pfannkuch, Hermann Molkenbuhr

Nach dem Tod Paul Singers 1911 wählte der SPD-Parteitag in Jena im September 1911 Hugo Haase in einer Kampfabstimmung gegen Ebert zum Mitvorsitzenden der SPD, neben dem langjährigen Vorsitzenden August Bebel.[11] Nach anderen Angaben zog Ebert seine Kandidatur kurz vor dem Wahlgang zurück und empfahl selbst die Wahl Haases, bekam aber dennoch bei der Wahl 102 Stimmen.[12]

Im Jahr 1912 kandidierte Ebert im Reichstagswahlkreis Elberfeld-Barmen. Bemerkenswert daran ist, dass die dortige Partei eher links eingestellt war. Dies deutet darauf hin, dass Ebert nicht als Reformist oder Revisionist, sondern als Mann des Ausgleichs und Wahrer der Parteieinheit angesehen wurde. Ebert trat dabei nicht in einem für die Partei sicheren Wahlkreis an. Trotz erheblicher Anstrengungen gelang es ihm nicht, das Mandat im ersten Wahlgang zu erringen, sondern per Stichwahl.[13] In den folgenden Jahren hielt er engen Kontakt mit seinem Wahlkreis und setzte sich für ihn im Reichstag ein.

Die SPD-Fraktion war 1912 mit 110 Abgeordneten die stärkste politische Kraft im Reichstag geworden. Obwohl Ebert neu war, wurde er in den siebenköpfigen Fraktionsvorstand gewählt. Im Plenum konzentrierte sich Ebert auf die Sozialpolitik und die Besoldungsfrage. Insgesamt sprach er nur selten im Parlament und nie zu öffentlichkeitswirksamen Streitfragen.[14]

Nach dem Tod von August Bebel 1913 war Ebert wegen seiner Arbeit in Partei und Fraktion, seinen engen Beziehungen zu den Gewerkschaften und den Gliederungen der Partei Favorit für dessen Nachfolge. Mit großer Mehrheit wurde er neben Haase zum Vorsitzenden gewählt. Seine Hauptaufgabe sah er darin, die auseinanderstrebenden Flügel zusammenzuhalten. Weiterhin waren ihm die konkreten kleinen Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen wichtiger, als die ideologischen Auseinandersetzungen.[15]

Erster Weltkrieg

Zustimmung zu den Kriegskrediten

Ebert wurde 1914 im Urlaub von der „Julikrise“ überrascht, die auf das Attentat von Sarajevo folgte. Er reiste nach Zürich, um im Fall eines SPD-Verbots eine Auslandsleitung aufzubauen und die Parteikasse in Sicherheit zu bringen. Ebert blieb nicht in der Schweiz und war am 4. August wieder in Berlin. Damit hatte er den Beschluss in der Reichstagsfraktion zur Bewilligung von Kriegskrediten verpasst. Danach machte er deutlich, dass er hinter der Mehrheit der Fraktion und nicht hinter der Minderheit um Haase stand. Über die folgenden Reichstagssitzung berichtete er später: „Der Krieg mit Russland und Frankreich war zur Tatsache geworden. England lag auf der Lauer, um unter irgendeinem Vorwand ebenfalls loszuschlagen. Italien macht nicht mit, und Österreich ist eben Österreich. Die Gefahr ist groß, auch unsere Leute standen unter diesem Eindruck.“[16]

Damit drückte er die Mehrheitsmeinung der Parteibasis aus, die in Deutschland wie fast überall in Europa innerhalb weniger Tage von massenhafter Ablehnung des Krieges zu begeisterter Zustimmung umgekippt war. Fast alle Arbeiterparteien Europas glaubten der nationalen Propaganda, hielten das Verhalten der eigenen Regierungen für „Verteidigung“, das der anderen für „Angriff“ und stellten die innenpolitischen Gegensätze zugunsten der „nationalen Einheit“ zurück. Daran zerbrach die 2. Internationale. Charakteristisch dafür war der Satz, mit dem die SPD-Fraktion im Reichstag am 4. August ihre Zustimmung begründete: „Wir lassen das Vaterland in der Stunde der Gefahr nicht im Stich.“[17]

Ebert und mit ihm andere Befürworter der Kriegskredite verbanden mit dieser Entscheidung aber auch die Hoffnung, gewissermaßen als Preis für die Zustimmung konkrete Zugeständnisse in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht durchsetzen zu können. Auch die Konservativen befürchteten, dass vor dem Hintergrund des von Kanzler Theobald von Bethmann Hollweg ausgerufenen Burgfriedens, sich die Gewichte zu ihren Ungunsten verschieben könnten.[18]

Ende der Parteieinheit

Trotz seiner Haltung zu den Kriegskrediten versuchte Ebert in der Folgezeit zunächst, die bedrohte Parteieinheit aufrechtzuerhalten, und machte dabei auch Zugeständnisse an die Kritiker des Kriegskurses. Als im Dezember 1914, nach der Marneschlacht und dem Scheitern der deutschen Kriegsplanung gegen Frankreich, eine weitere Bewilligung von Kriegskrediten anstand, gelang es Ebert noch einmal, die Fraktionsmitglieder auf seine Linie einzuschwören. Lediglich Karl Liebknecht verweigerte seine Zustimmung.

In der Folge brachen die inneren Konflikte offen aus. Der rechte Parteiflügel um Eduard David, Wolfgang Heine und die Gewerkschaftsvertreter verlangten den Ausschluss Liebknechts aus der Fraktion. Ebert und Haase versuchten dies zu verhindern. Die Zusammenarbeit von Ebert und Haase endete, nachdem Haase gemeinsam mit Eduard Bernstein und Karl Kautsky in der Leipziger Volkszeitung vom 19. Juni 1915 die sich abzeichnenden annexionistischen Kriegsziele der Reichsregierung scharf kritisiert und die SPD zum offenen Widerstand aufgerufen hatte.[19] Auf Betreiben Eberts verurteilte der SPD-Parteiausschuss Haases Verhalten am 30. Juni 1915 als „nicht im Einklang mit den Pflichten eines Vorsitzenden“ stehend. Philipp Scheidemann notierte in seinem Tagebuch: „Ebert behandelt ihn [Haase] direkt brutal.“

Vor der Reichstagssitzung am 9. Dezember 1915 war die Opposition innerhalb der SPD-Fraktion auf etwa 45 Stimmen angewachsen. Haase und Georg Ledebour verlangten, dass auch die Minderheit im Plenum zu Wort kommen müsse, zumal sie wegen der Militärzensur keine andere Möglichkeit hatte, ihre Position öffentlich zu vertreten. Die Fraktionsmehrheit um Ebert lehnte das jedoch ab und nominierte Otto Landsberg als zweiten Sprecher, der das deutsche Volk zur „Selbstverteidigung“ aufrief.[20]

Haase trat danach als Fraktionsvorsitzender zurück und gab am 21. Dezember 1915 erstmals im Reichstag eine Sondererklärung der Kriegsgegner ab. Ebert kritisierte das scharf, sprach sich aber zunächst gegen einen Ausschluss der Minderheit aus. Am 11. Januar 1916 wurde Ebert neben Scheidemann mit knapper Mehrheit zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Dabei verweigerten ihm nicht nur die Linken, sondern auch ein Teil der Rechten die Zustimmung. Noch immer hielt er den Bruch der Fraktionseinheit für vermeidbar. Vor allem hoffte er, die pazifistisch geprägte Gruppe um Bernstein und Kurt Eisner, die vor dem Krieg zu den Revisionisten gehört hatte, in der Partei halten zu können.[21]

Im März 1916 sprach Haase überraschend im Plenum gegen die Annahme des Notetats, nachdem Scheidemann als Vertreter der SPD-Mehrheit dafür plädiert hatte. Danach warfen Ebert und andere Haase „Diziplinbruch“ und „Treulosigkeit“ vor und verlangten den Ausschluss der Haase-Gruppe aus der Fraktion. Am 16. März 1916 wurden die Kriegsgegner aus der gemeinsamen Fraktion ausgeschlossen. Sie konstituierten sich als Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft (SAG). Die Mehrheit begann jetzt auch außerhalb der Fraktion, ihre besseren Verbindungen zum Apparat der Partei und zu den Gewerkschaften zu nutzen, um ihre Haltung durchzusetzen. In einem Handstreich ersetzte der Parteivorstand die mehrheitlich links stehende Redaktion der Parteizeitung Vorwärts durch eigene Leute. Von da an war die Spaltung der Partei nicht mehr aufzuhalten.[22] Am 25. März zwang der Parteivorstand Hugo Haase zum Rücktritt auch als Parteivorsitzender.[23] Im Januar 1917 wurden die SAG-Mitglieder und ihre Unterstützer in der Parteiorganisation auch aus der Partei ausgeschlossen. Nach einem weiteren Hungerwinter, ersten spontanen Massenstreiks und dem Kriegseintritt der USA gründeten sie im April 1917 die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD).

Bemühen um innenpolitische Reformen

Die Hoffnung Eberts auf eine Wende in der Innenpolitik erfüllte sich nicht. Lediglich beim Hilfsdienstgesetz konnten gewisse Zugeständnisse zu Gunsten der Arbeiter erreicht werden. Das Ausbleiben von Reformen führte 1917 zur Bildung einer neuen Mehrheit im Parlament aus (M)SPD, Zentrum, Fortschrittspartei und Teilen der Nationalliberalen. Diese Parteien arbeiteten bei der Friedensresolution vom Juli 1917 zusammen. Diese sprach sich für einen „Frieden ohne Annexionen“ aus. Dabei entsprach der Text in weiten Teilen den Forderungen der Sozialdemokraten. Als die Regierung keine Anstalten machte, die Reform des Dreiklassenwahlrechts in Angriff zu nehmen, drohte Ebert im Hauptausschuss damit die nächsten Kriegskredite zu verweigern. Ebert und die Fraktion waren die treibenden Kräfte zur Bildung des interfraktionellen Ausschusses, der versuchen sollte die Reformforderungen durchzusetzen. Dies führte zunächst dazu, dass Bethmann-Hollweg stürzte und die Oberste Heeresleitung ein stärkeres Gewicht bekam.[24]

Ebenfalls im Jahr 1917 kam es zu ersten großen Demonstrationen und Streiks gegen den Krieg. Für die MSPD wurden diese insoweit zu einem schwerwiegenden Problem, weil die USPD dadurch gestärkt wurde. Dabei hat Ebert die USPD, gegen die der neue Reichskanzler Georg Michaelis im Sommer 1917 verschärft vorging, verteidigt. Offen drohte er: „Sollte aber die Reichsleitung wirklich eine solche Politik einschlagen (…), so werden wir es als unsere höchste Aufgabe betrachten, sie mit dem Einsatz unserer ganzen Kraft und unseres ganzen Pflichtbewusstseins auf das rücksichtsloseste zu bekämpfen.“[25] In der Folge stürzte die Regierung. An der folgenden Regierungsbildung unter Georg von Hertling war Ebert in starkem Maß beteiligt. Allerdings erfüllte auch diese neue Regierung die Friedens- und Reformhoffnungen nicht. Stattdessen war sie verantwortlich für den Gewaltfrieden von Brest-Litowsk. Dies ließ Ebert und die Fraktion wieder in Opposition gegen die Regierung gehen.

Im Land verschärften sich indessen die Proteste und führten im Januar zum großen Munitionsarbeiterstreik in Berlin. Der MSPD drohten angesichts der Agitation der USPD und des Spartakusbundes die Massenbasis weg zu brechen. Obwohl Ebert den Streik ablehnte, beteiligte er sich an der Streikleitung. Nach dem Krieg haben Linke ihn deshalb als Arbeiterverräter bezeichnet, während die Rechte Ebert als Volksverräter diffamierte. Tatsächlich hat er sich beteiligt, weil er zum einen die Forderungen für legitim hielt, ihn aber zum anderen rasch beenden wollte, weil er meinte, dass er nicht zur Erreichung des Friedens beitragen würde.[26]

Parlamentarisierung des Reiches

Denkmal an der Paulskirche in Frankfurt am Main

Auf der parlamentarischen Ebene kam es seit September 1918 zu neuen Bemühungen um eine Parlamentarisierung des Reiches und eines raschen Kriegsendes. Am 12. September machte Ebert deutlich, dass die SPD die Regierung Hertling wegen ihrer Unterordnung unter die OHL nicht unterstützen würde. Grundsätzlich zeigte sich die SPD bereit nunmehr in die Regierung einzutreten. Dabei machte sie unter anderem zur Bedingung nicht in eine Allparteienkoalition eintreten zu wollen, sondern strebte eine Regierung aus den im interfraktionellen Ausschuss vertretenen Parteien an. Diese Regierung sollte sich dabei auf einen raschen Friedensschluss und innenpolitische Reformen festlegen. Damit verband Ebert die Hoffnung auf diese Weise eine drohende Revolution noch abwenden zu können.

Letztlich setzten sich Ebert und Scheidemann mit diesem Kurs durch. Diese neue Regierung wurde unter Prinz Max von Baden gebildet. Gelingen konnte dies nicht zuletzt, weil die OHL selbst auf eine Parlamentarisierung drängte. Grund dafür war, dass die Niederlage der deutschen Streitkräfte spätestens seit dem Schwarzen Tag des deutschen Heeres am 8. August 1918 unausweichlich geworden war. Insbesondere Erich Ludendorff wollte die Verantwortung dafür den Mehrheitsparteien im Parlament zuschieben.

Im Reich kam es am 28. September 1918 mit der Änderung der Verfassung zu einer Parlamentarisierung und Philipp Scheidemann trat in die Regierung ein. In Preußen aber kamen Reformen nicht voran und Verhandlungen über einen Waffenstillstand verzögerten sich. Ebert hatte sich während des Krieges vom Republikaner zu einem Vernunftmonarchisten gewandelt, weil er meinte, dass ein Ende der Monarchie von einem Großteil der Bürger nicht mitgetragen werden könnte. Noch am 6. November drängte er vor dem Hintergrund der beginnenden Revolution auf den Rücktritt des Kaisers und des Kronprinzen zu Gunsten eines anderen Mitglieds der Hohenzollernfamilie.

Als dies scheiterte stellte die SPD am 7. November ultimative Forderungen zum Verbleib in der Regierung und versuchte sich so an die Spitze der Volksbewegung zu stellen, die einen Thronverzicht von Kaiser und Kronprinz forderte. Ebert machte nun in Gesprächen unter anderem mit Max von Baden deutlich, dass die SPD einen politischen Führungsanspruch erheben würde mit dem Ziel eine revolutionäre Umsturzbewegung zu verhindern. In diesem Zusammenhang äußerte Ebert: „Wenn der Kaiser nicht abdankt, dann ist die soziale Revolution unvermeidlich. Ich will sie aber nicht, ja ich hasse sie wie die Pest.“[27][28]

Novemberrevolution

Bildung des Rates der Volksbeauftragten

Die Volksbeauftragten Otto Landsberg, Philipp Scheidemann, Gustav Noske, Friedrich Ebert und Rudolf Wissell

Nach der Matrosenmeuterei in Kiel kam es zu Entwaffnungen, Rathausbesetzungen, Massendemonstrationen und Verbrüderungen von Arbeitern und desertierten Soldaten im ganzen Reich. Die Novemberrevolution griff in wenigen Tagen auf alle deutschen Städte über. In Eberts Auftrag reiste Gustav Noske nach Kiel, um dort die Revolution einzudämmen.

Am 9. November 1918 begannen spontane Aufstände in Berlin. Daraufhin übertrug Prinz Max von Baden eigenmächtig das Amt des Reichskanzlers auf Ebert: Ich lege ihnen das Schicksal des Deutschen Reiches ans Herz. Zugleich verkündete der Prinz die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. ohne dessen Zustimmung und ohne Rückhalt in der Verfassung. Scheidemann rief von einem Fenster des Reichstages aus öffentlich die Republik aus und verkündete, Ebert sei ihr Reichskanzler. Dies geschah gegen Eberts Willen, der die Kontinuität zum Kaiserreich wahren wollte, bis eine verfassungsgebende Versammlung zwischen Monarchie oder Republik entscheiden würde. Der Kaiser floh in die Niederlande.

Ebert stellte sich an die Spitze der Revolution, um sie in parlamentarische Bahnen zu lenken und eine Entwicklung analog zur russischen Oktoberrevolution zu verhindern. Er berief weitere Sozialdemokraten in Kabinett und bemühte sich zugleich, die USPD mit in die Regierung einzubinden, um ihre Legitimationsbasis gegenüber den sich überall bildenden Arbeiter- und Soldatenräten zu vergrößern. Da die Räte in Kiel, Berlin und anderswo auf eine Einigung der beiden sozialdemokratischen Parteien drängten, sah sich die USPD-Führung um Haase nach kontroverser Debatte gezwungen, Eberts Verlangen zu entsprechen.[29] SPD und USPD einigten sich am 10. November auf die Bildung eines paritätisch besetzten Rates der Volksbeauftragten. Die bürgerlichen Fachminister sollten zunächst im Amt bleiben, aber von Beauftragten der sozialistischen Parteien kontrolliert werden. Am selben Abend noch wurde dieser Beschluss von der Vollversammlung der im Zirkus Busch versammelten Berliner Arbeiter- und Soldatenräte gebilligt.[30]

Ebert-Groener-Bündnis

Ebert hatte in dieser Konstellation die stärkste Machtposition. Er leitete die Sitzungen des Rates der Volksbeauftragten und die der Gesamtregierung, bestimmte so den Verlauf der Debatten in der Regierung, behielt sich Innen- und Militärpolitik vor und wurde von der Bürokratie als Regierungschef anerkannt. Der formal gleichberechtigte Haase trat dabei deutlich zurück.

Bei Bildung des Rates der Volksbeauftragten war ein zentraler Machtfaktor, die OHL - und damit das gesamte Militär -, noch nicht eingebunden worden. Noch am Abend des 10. November bot Wilhelm Groener im Namen der OHL Ebert die Unterstützung der Armee an. Das Ebert-Groener-Bündnis und die Nichtauflösung der OHL wurden mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben der Demobilisierung auch von den USPD-Mitgliedern des Rates der Volksbeauftragten mitgetragen. Aber dahinter steckte auch Eberts Absicht, im Falle weitergehender revolutionärer Bewegungen ein innenpolitisch einsetzbares Machtmittel in die Hände zu bekommen. Hinzu schien das Militär auch angesichts der unklaren Grenzen zu Polen weiter notwendig zu sein. Die OHL bekam durch das Bündnis die Möglichkeit, den zeitweise eingeschränkten politischen Spielraum des Militärs wieder auszubauen. Auch wenn es Ebert gelungen war, mit dem Bündnis die neue Ordnung vorerst zu stützen, scheiterte seine Hoffnung, das Militär der zivilen Regierung völlig unterzuordnen.[31]

Niederschlagung der Revolution

Anfang Dezember beauftragte Ebert Gustav Noske mit der Aufstellung von Freikorps aus heimgekehrten Frontsoldaten. Am 6. Dezember beorderte er zusätzliche Reichswehr-Einheiten nach Berlin, um den vom 16. bis 20. Dezember geplanten Reichsrätekongress zu verhindern. Zwar misslang dieser Versuch; aber die wirksame Kontrolle des kaiserlichen Militärs durch frei gewählte Soldatenräte und die Übergangsregierung, die der Rätekongress beschlossen hatte, wurde von Ebert gemäß seiner Geheimabsprache mit Groener verhindert. Am 24. Dezember unterstützte er den Einsatz von Reichswehreinheiten gegen die „Volksmarinedivision“ (Weihnachtsaufstand), die sich ihrer Auflösung zunächst erfolgreich widersetzte. Bei den Schießereien kam es zu 30 bis 50 Toten.

Daraufhin trat die USPD unter Protest gegen diese Maßnahmen am 29. Dezember aus der gemeinsamen Übergangsregierung aus und rief zu neuen Massenaktionen auf. Der Spartakusbund berief einen Reichskongress ein, auf dem überwiegend von enttäuschten SPD-Mitgliedern die neue KPD gegründet wurde. Eine Mehrheit lehnte dort die Beteiligung an den kommenden Reichstagswahlen ab.

Nachdem Eberts Restregierung den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn (USPD) abgesetzt hatte, besetzten Arbeiter, die den Obleuten nahe standen, am 5. Januar 1919 das Berliner Zeitungsviertel. Von dort aus waren zuvor bereits Mordaufrufe an den Führern der Linken veröffentlicht worden. Nach gescheiterten Verhandlungen und um der Ausweitung eines Generalstreiks zuvorzukommen, gab Ebert am 8. Januar dem Militär den Befehl, den Spartakusaufstand niederzuschlagen. Zudem rückten am 10. Januar die von Noske um Berlin zusammengezogenen Freikorps in die Stadt ein. Damit war die Novemberrevolution, die Ebert zur Kanzlerschaft verholfen hatte, praktisch beendet und eine Vorentscheidung über die Art der Weimarer Verfassung gefallen.

Am 15. Januar wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Offizieren des größten Freikorps, der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, ermordet. Deren erster Generalstabsoffizier Waldemar Pabst hatte nach eigener Aussage zuvor mit der Reichskanzlei telefoniert. Er erhielt nach Eduard Stadtler einen Mordauftrag und eine Belohnung durch die Antibolschewistische Liga. In den folgenden Monaten wurden die übrigen Versuche, in deutschen Großstädten ein Rätesystem zu etablieren, ebenfalls militärisch niedergeschlagen. Dabei kam es in ganz Deutschland zu geschätzten 3000–5000 Toten.

Reichspräsidentschaft

Amtsverständnis und politische Reichweite

Porträt des Reichspräsidenten Friedrich Ebert von Lovis Corinth, 1924

Am 19. Januar 1919 fanden die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Die SPD wurde mit 37,90 % zwar stärkste Partei, blieb aber bis zum Ende der Weimarer Republik auf Koalitionen mit der Zentrumspartei und den Liberalen angewiesen. Die ab dem 6. Februar in Weimar tagende Nationalversammlung wählte Ebert am 11. Februar 1919 zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Die Gründe, warum Ebert dieses Amt und nicht jenes des Reichsministerpräsidenten (später Reichskanzler genannt) anstrebte, sind unklar, da es darüber keine Selbstzeugnisse gibt. In seiner Rede nach der Wahl definierte er das Amt des Reichspräsidenten als Wahrer der nationalen Einheit, als Schützer des Rechts sowie der inneren und äußeren Sicherheit. „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.“[32][33]

Ebert wollte sich nicht nur auf die repräsentative Funktion des Amtes konzentrieren; stattdessen sah er die Aufgabe der Präsidenten auch darin, zu beraten und bei Konflikten schlichtend einzugreifen. Dies setzte eine Vertrautheit mit dem Geschehen im Lande voraus. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, verlangte Ebert nach einem eigenen Apparat. Damit stieß er bei dem Reichsministerpräsidenten Philipp Scheidemann und auch der SPD-Fraktion in der Nationalversammlung auf starken Widerstand. Diese befürchtete, dass so eine Nebenregierung entstehen könnte. Erst die bürgerliche Regierung von Konstantin Fehrenbach bewilligte dem Reichspräsidenten eine angemessene personelle Ausstattung. Nach einigen Vorgängern übernahm Otto Meißner die Leitung.

Um möglichst genaue Informationen zu erhalten, veranlasste Ebert bereits 1919 das Reichswirtschaftsministerium zur Abfassung umfassender Reichswirtschaftsberichte. Er ließ sich auch über die Lage der Arbeiter informieren und versuchte, in Konfliktfällen zwischen den Tarifpartnern oder anderen Kontrahenten im sozialen und ökonomischen Bereich zu vermitteln. Vor wichtigen Entscheidungen empfing er oft die zuständigen Minister. Allerdings waren letztlich die Kompetenzen Eberts in dieser Hinsicht begrenzt. Sein Wunsch, als Ausgleich für die sozialen Einschnitte von 1923 auf der anderen Seite die Besitzenden finanziell stärker zu belasten, wurde etwa vom Reichsfinanzministerium nicht befolgt; dieses betrieb vielmehr eine gegenteilige Politik. Gute Informationen und Kontakte hatte er gerade in der Außenpolitik. Aber auch in diesem Bereich wurde Ebert über wichtige Entscheidungen, wie etwa den Rapallovertrag, häufig erst zu spät informiert, um daran noch etwas ändern zu können. Details der deutsch-russischen Beziehungen, wie die geheime Aufrüstung Deutschlands mit Hilfe der UdSSR erfuhr er gar nicht erst. Nach außen hin hat Ebert, bei aller intern geäußerten Kritik, die Außenpolitik der deutschen Regierungen gestützt.[34]

Versailler Vertrag

Eine nicht unbedeutende Rolle spielte Ebert während der Krise um die Annahme des Versailler Vertrages. Anfangs hatte er sich in der Sache noch bedeckt gehalten, ihm war aber klar, dass es keine realistische Alternative gab. Philipp Scheidemann und ein Teil der Regierung konnten dies aber nicht mittragen und kündigten ihren Rücktritt an. Ebert hatte in den letzten Einigungsversuchen im Kabinett, in den interfraktionellen Beratungen und in Verhandlungen des Reichs mit den Ländern den Vorsitz. Ihm gelang es allerdings nicht, Scheidemann von seinem Rücktritt abzuhalten. Auch ein Appell an die SPD-Fraktion scheiterte. Mit Erfolg drängte er Gustav Bauer, eine neue Regierung zu bilden. Ebert sprach sich nach der Unterzeichnung zwar für unbedingte Vertragstreue aus, strebte aber auch eine Revision des Versailler Vertrages an.[35]

Bild in der Öffentlichkeit

Das Badehosen-Foto: Friedrich Ebert und Gustav Noske (stehend, zweiter und dritter von rechts) mit Henry Everling und anderen Mitgliedern der Konsumgenossenschaft Produktion beim Baden, Haffkrug, 16. Juli 1919

Eberts Präsidentschaft war kontinuierlich begleitet von hämischen Polemiken von deutschnationalen oder kommunistischen Publizisten und Politikern. Der Historiker Walter Mühlhausen spricht von einer „Ebert bis zu seinem frühen Tod begleitenden Schmutzkampagne“.[36][37]

Ihren Anfang nahm die Kampagne am 16. Juli 1919, als Ebert und Reichswehrminister Noske ein Kindererholungsheim der der Hamburger Konsumgenossenschaft Produktion in Haffkrug besuchten und sich beim Baden in der Ostsee fotografieren ließen. Dabei trugen sie unvorteilhaft sitzende Badehosen statt der bis dahin auch für Männer üblichen Badeanzüge. Das Bild des Fotografen Wilhelm Steffen wurde am 9. August 1919 in der konservativen Deutschen Tageszeitung erstveröffentlicht. Aufsehen erregte erst die Zweitverwertung, als am 21. August 1919, dem Tag, an dem Ebert als Reichspräsident auf die neue Reichsverfassung vereidigt wurde, die Berliner Illustrirte Zeitung (BIZ) mit dem Foto aufmachte. Zu diesem Zweck war es beschnitten worden und zeigte nunmehr nur den Reichspräsidenten, den Reichswehrminister und den in scherzhafter Neptunpose vor ihnen kauernden Josef Riege.[38] Die Journalisten des linksliberalen Ullstein Verlags beabsichtigten damit, anlässlich der Vereidigung einen augenzwinkernd-unterhaltenden Aufmacher zu finden, der einen Prominenten als Privatmann im Sommerurlaub zeigte - ein beliebtes Illustrierten-Sujet.[39]

Gleichwohl erregte das Bild großes Aufsehen, da es den neuen Reichspräsidenten als würdelos und unernst darstellte. Ebert, der im Reichspräsidialamt über keine eingespielte Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit verfügte, ließ zunächst nur in der Parteizeitung Vorwärts verbreiten, das Foto sei „unberechtigter Weise … in die Öffentlichkeit gebracht worden“. Immerhin entschuldigten sich der Chefredakteur der BIZ, Kurt Korff, und der Ullstein-Direktor Georg Bernhard bei Ebert, doch das Bild war in der Welt.

In der Folgezeit wurde es immer wieder nachgedruckt, zitiert, karikiert, bis die Badehose schließlich zu einer Ikone der republikfeindlichen Polemik wurde. Das ins nationalistische Fahrwasser geratene Witzblatt Kladderadatsch veröffentlichte etwa eine Parodie auf die kaiserliche Hymne Heil dir im Siegerkranz: „Heil dir am Badestrand / Herrscher im Vaterland / Heil, Ebert, dir! / Du hast die Badebüx, / sonst hast du weiter nix / als deines Leibes Zier. / Heil, Ebert, dir!“ Die Deutsche Tageszeitung brachte eine Postkarte heraus, die das Badehosen-Foto mit Bildern von Kaiser Wilhelm II. und Hindenburg in Prunkuniformen kontrastierte; die Überschrift lautete „Einst und Jetzt“. Damit wurde das Bild endgültig zur Waffe zur Desavouierung und Delegitimierung der neuen Republik und ihrer Repräsentanten.

Ebert stellte zwar im September 1919 Strafantrag gegen die presserechtlich Verantwortlichen der Postkarte – es war der erste von etwa 200 Beleidigungs- und Verleumdungsprozessen, die er während seiner Amtszeit führte –, erreichte aber nur einen Teilerfolg: Das Gericht stellte zwar fest, dass die Veröffentlichung unrechtmäßig erfolgt sei, verurteilte die Angeklagten aber nicht. Eine weitere Klage folgte gegen den verantwortlichen Redakteur der Zeitschrift Satyr wegen einer Karikatur der Badeszene mit einem Text, der ein Wortspiel mit dem Namen des korpulenten Präsidenten und einem Eber enthielt. Der Redakteur wurde freigesprochen, seine Satire sei substanziell keine Beleidigung. Die Badehosen-Anspielungen gingen weiter. 1923 stellte der Journalist Joseph Roth bedauernd fest: „‹Ebert in Badehose› wurde das wirkungsvollste, weil pöbelhafteste Argument gegen die Republik.“[40]

Kapp-Putsch

Reichspräsident Friedrich Ebert

Nach den Auflösungsbestimmungen für die besonders mit rechtsradikalen Elemente durchsetzten Marinebrigaden Ehrhardt und Loewenfeld protestierte General Walther von Lüttwitz und versuchte durch Ebert am 10. März 1920 die Rücknahme des Befehls zu erreichen. Ebert lehnte das ab, ebenso wie Lüttwitz' Forderungen nach Auflösung der Nationalversammlung, Neuwahlen von Reichstag und Reichspräsident. Reichswehrminister Noske enthob Lüttwitz seines Amtes. Das zwang ihn, den gemeinsam mit Wolfgang Kapp geplanten Putsch vorzeitig zu beginnen. Es zeigte sich bald, dass Reichswehrkommandant General Hans von Seeckt und ein Großteil der Truppen die Regierung im Stich ließen und sich für neutral erklärten.

Deshalb erschien in der Nacht vom 12. auf den 13. März 1920 ein gemeinsamer Aufruf des Reichspräsidenten, der sozialdemokratischen Regierungsmitglieder und des SPD-Vorstandes zum Generalstreik gegen die Putschisten Kapp und Lüttwitz. Im Nachhinein gaben die sozialdemokratischen Regierungsmitglieder an, nichts von dem Aufruf gewusst zu haben und warfen dem Reichspressechef Ulrich Rauscher vor, allein gehandelt zu haben. Heinrich August Winkler hält es für sicher, dass zumindest Gustav Noske und Otto Wels den Text vor der Veröffentlichung kannten und billigten. Dagegen seien Bauer, Ebert und die übrigen Minister nicht eingeweiht gewesen.[41]

Der Generalstreik legte weite Teile der Wirtschaft und des Verkehrs lahm. Auch die Mehrzahl der Beamten stellten sich hinter die Regierung Bauer und verweigerten Kapp die Gefolgschaft. Neben opportunistischen Gründen spielte bei den Unterstaatssekretären, die für die höhere Beamtenschaft sprachen, dabei auch echte Loyalität und Achtung gegenüber Ebert eine Rolle. Der Streik und die regierungstreue Haltung der Beamten ließ den Putsch nach fünf Tagen zusammenbrechen.[42]

Nach dem Ende des Putsches war die Krise nicht beendet. Im Ruhrgebiet kämpfte die Rote Ruhrarmee, die von der USPD unterstützt wurde, für die rasche Sozialisierung der Schwerindustrie. Scheidemann, SPD-Vorstand, Gewerkschaften und sogar Teile der Beamtenschaft verlangten die Entlassung Noskes. Ebert wollte diesen aber möglichst halten und drohte mit seinem eigenen Rücktritt. Auch die Gewerkschaften verlangten Sozialisierungen und andere weitreichenden Strukturreformen. Nach Eberts Auffassung widersprachen diese Forderungen der Verfassung. Auf die immer lauter werdenden Forderung nach einer Regierungsneubildung reagierte Ebert mit der Bedingung, dass „ihm die Freiheit bei der Bildung des Kabinetts“ gelassen werden müsste. Dem stimmte die bisherige Regierung zu, und Ebert ernannte Hermann Müller zum neuen Reichskanzler. Der Versuch der Gewerkschaften, maßgeblichen Einfluss auf die Regierung zu erhalten, war letztlich am Widerstand Eberts gescheitert. Noske allerdings musste er im Rahmen der Kabinettsumbildung fallen lassen.[43]

Mit Eberts Rückendeckung schlugen Reichwehrtruppen und Freikorps den Aufstand der Roten Ruhrarmee blutig nieder. Die Bewegung für eine Sozialisierung der Schwerindustrie erlahmte nach dieser Niederlage. Im ganzen Reich setzte sich, wie die Reichstagswahlen zeigten, ein politischer Rechtsruck durch.

Instabile Regierungen

Die Reichstagswahl vom 6. Juni 1920 brachte der Weimarer Koalition und besonders der SPD erhebliche Verluste. Gestärkt wurden vor allem USPD, DNVP und DVP. Ebert beauftragte Hermann Müller erneut mit der Regierungsbildung. Dieser sprach sich jedoch in der Reichstagsfraktion am 13. Juni ebenso wie Scheidemann, Otto Wels, Otto Hue und Otto Braun gegen eine erneute Regierungsbeteiligung der SPD aus; nur Eduard David und Eduard Bernstein plädierten dafür. Vergeblich forderten sie im Sinne Eberts, die Regierungsposition nicht freiwillig aufzugeben, und äußerten die Befürchtung, dass die sozialen Errungenschaften der Revolution nicht verteidigt werden könnten. Die Haltung der SPD zwang Ebert dazu, eine bürgerliche Minderheitsregierung aus Zentrum, DVP und DDP mit dem Zentrumspolitiker Constantin Fehrenbach als Reichskanzler zu bilden. Diese brach allerdings vor dem Hintergrund des Londoner Ultimatums im Mai 1921 wieder auseinander. Ebert strebte nun wieder eine Weimarer Koalition an. Um dieses Ziel in der SPD durchzusetzen, drohte er erneut mit Rücktritt. Zwar weigerte sich die SPD, das Reichskanzleramt zu übernehmen, war aber in der Regierung von Joseph Wirth mit wichtigen Ressorts vertreten.[44]

Die Regierung Wirth fiel bereits Ende 1922 auseinander. Da eine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit nicht gebildet werden konnte, beauftragte Ebert Wilhelm Cuno, den der DVP nahe stehenden Generaldirektor des Hapagkonzerns, zum Reichskanzler. Dieser bildete ein „Kabinett der Wirtschaft“, lediglich gestützt auf Zentrum, BVP und DVP. Diese Ernennung erwies sich als Fehlentscheidung Eberts, da sich Cuno der Aufgabe nicht gewachsen zeigte.[45]

Krisenjahr 1923

Das Jahr 1923 war geprägt von verschiedenen teilweise eng miteinander verbundenen Krisenbereichen. Der Konflikt um die Reparationszahlungen des Deutschen Reiches gipfelte in der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen. Dagegen rief die deutsche Regierung den passiven Widerstand aus. Die Kosten des so genannten Ruhrkampfes heizten die Inflation noch einmal heftig an. Die deutsche Währung brach faktisch zusammen. Die Industriellen an Rhein und Ruhr, namentlich Hugo Stinnes, zeigten sich entschlossen, notfalls ohne Rücksicht auf die Reichsregierung mit Frankreich zu verhandeln. Im Rheinland gab es separatistische Tendenzen. In Sachsen und Thüringen bestanden Volksfrontregierungen aus KPD und SPD, die zunehmend in Gegensatz zur Reichsregierung gerieten. In Sachsen riefen kommunistische Mitglieder der Regierung zur Errichtung einer proletarischen Diktatur auf. In Bayern arbeitete der Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr mit den rechtsextremen Organisationen bis hin zur NSDAP zusammen. Dabei stellte er sich mehrfach gegen Beschlüsse der Reichsregierung und arbeitete auf deren Sturz und eine Diktatur hin. Generalstreiks und der Hamburger Aufstand der KPD verschärften die Krise.

Konflikt um Währungsreform und Sozialpolitik

Das Kabinett Cuno konnte sich noch bis August 1923 halten. Angesichts des Misserfolgs des Ruhrkampfes waren auch die den Kanzler stützenden Parteien zu einer neuen Regierungsbildung bereit. Das Ziel Eberts war es, eine große Koalition von der SPD bis hin zur DVP zu bilden. Da die politische Rechte einen sozialdemokratischen Regierungschef nicht anerkannt hätte, ernannte Ebert Gustav Stresemann, den Vorsitzenden der DVP, zum Reichskanzler. Stresemann stellte den Ruhrkampf ein und tat erste Schritte auf dem Weg zu einer Währungsreform.

Hinsichtlich der Annäherung an Frankreich konnte sich Stresemann vor allem auf Ebert und die SPD stützen. Bei der Lösung der innenpolitischen Probleme dagegen gab es zwischen SPD und Stresemann erhebliche Differenzen, die auch Ebert nicht ausräumen konnte. Im Gegensatz zu dem Beschluss einer Kabinettssitzung unter dem Vorsitz Eberts, bei der beschlossen wurde, die Sanierung der Reichsfinanzen auf der einen Seite und die Stabilisierung der Währung auf der anderen Seite getrennt zu behandeln, beschloss die Regierung später das Gegenteil. Nunmehr wurde die Währungsreform untrennbar mit sozialen Einschnitten, wie der Aufhebung des Achtstundentages, verbunden. Die bürgerlichen Parteien wünschen zudem, dass Ebert den Kanzler in diesem Sinne mit Berufung auf Artikel 48 der Reichsverfassung legitimieren sollte, während die SPD bei den sozialpolitischen Fragen auf einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren bestand.

Dieser Konflikt führte zum Bruch des ersten Kabinetts Stresemann am 3. Oktober 1923. Ebert berief Stresemann jedoch erneut zum Regierungschef und übte Druck auf die SPD aus, wieder in die große Koalition einzutreten. Auf Druck Eberts gab die SPD auch inhaltlich im Wesentlichen nach und stimmte der Lösung der Krise auf dem Weg der Notverordnung gemäß Art. 48 zu.[46]

Streit um Bayern und Sachsen

Kaum war dieses Problem überwunden, kam es wegen der Behandlung Sachsens und Bayerns erneut zu schweren Konflikten in der Koalition. Beide Länderregierungen hatten sich ganz oder teilweise von der Verfassungsordnung entfernt. Aber die Rechtsparteien setzten gegen die Linksregierung Sachsens unter Billigung Eberts die gewaltsame Reichsexekution durch. Dasselbe im Fall Bayerns zu tun, weigerten sich die Rechtsparteien mit dem Argument, dafür sei die Regierung zu schwach. Ebert stimmte dieser Haltung letztlich zu. Zwischen Ebert und seiner Partei kam es daraufhin zu einer deutlichen Entfremdung.

Ein Aspekt der Entscheidung Eberts war dessen Befürchtung, dass General Hans von Seeckt die Situation nutzen könnte, um eine Militärdiktatur zu errichten. Um Seeckt den Wind aus den Segeln zu nehmen, übertrug Ebert ihm vorübergehend die gesamte vollziehende Gewalt, unter der Bedingung, dass dieser dem Reichspräsidenten ausdrücklich seine Loyalität zusicherte. Dadurch wurde Seeckt von den bayerischen Monarchisten und von den Befürwortern einer Diktatur in der Reichswehrführung getrennt und sah sich gezwungen, entgegen seiner Absicht bei der Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsches in München mitzuhelfen.

An dem Konflikt um die Länder Bayern und Sachsen zerbrach die Koalition. Die SPD ging nun in die Opposition, und Ebert bildete ein Kabinett um den konservativen Zentrumspolitiker Wilhelm Marx. Eberts Ansehen in der SPD und der Arbeiterschaft insgesamt hat unter den Vorgängen von 1923 erheblich gelitten. Er hatte mitgeholfen, zentrale sozialpolitische Errungenschaften der Revolution wieder zu beseitigen. Andererseits gelang es 1923/24, die Währung zu stabilisieren, die Staatsausgaben in den Griff zu kriegen und mit dem Dawes-Plan Ansätze zu einer Erleichterung der Reparationen einzuleiten. Nicht zuletzt Ebert war es zu verdanken, dass die parlamentarische Demokratie diese bislang schwerste Krise überstand.[47]

Letzte Jahre

Trauerzug für den verstorbenen Friedrich Ebert
Das Grab Friedrich Eberts auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Eberts letzte Monate waren von einer politischen Niederlage geprägt. Ein Redakteur der Mitteldeutschen Presse warf ihm vor, die Kriegsniederlage durch sein Verhalten vor und nach Kriegsende mitverschuldet zu haben. Im Verlauf des Verleumdungsprozesses, der als Dolchstoßprozess bekannt wurde, wurde sein Geheimabkommen mit General Groener publik. Dabei kam auch Eberts Verhalten im Januarstreik 1918 zur Sprache. Ebert betonte, er habe sich nur in die Streikkommission wählen lassen, um den Streik so schnell wie möglich zu beenden. Das Gericht verurteilte die Journalisten, die das Staatsoberhaupt herabgewürdigt hatten, im Dezember 1924 nur wegen Beleidigung. Auf der anderen Seite erklärten die Richter des Magdeburger Schöffengerichtes, Ebert habe 1918 faktisch Landesverrat begangen, indem er in die Streikleitung in der Rüstungsindustrie eingetreten war.

Ebert hatte mit Rücksicht auf seinen laufenden Prozess eine medizinische Behandlung seiner Blinddarmentzündung verzögert. Daran starb er am 28. Februar 1925 im Alter von 54 Jahren. Er wurde in seiner Geburtsstadt auf dem Heidelberger Bergfriedhof beerdigt.

Einordnung und Beurteilung

Gedenkstein in Wuppertal

Ebert war seit seinem Amtsantritt als SPD-Vorsitzender stark umstritten. Auf der einen Seite standen Bewunderung und Verehrung für den Vertreter der „kleinen Leute“, der sich aus einfachen Verhältnissen zum Führer der größten und fortschrittlichsten Partei emporgearbeitet hatte. Seinen Ruf als einheitsstiftender „roter Kaiser“ bewahrte Ebert noch bis weit in die Novemberrevolution hinein.

Nach seinem Entschluss, reichsweit Militär gegen revolutionäre Arbeiter und „Räterepubliken“ einzusetzen, galt er der radikalen Linken als „Verräter der Arbeiterklasse“, „reaktionärer Militarist“ und „Agent der Bourgeoisie“. Bei Rechten und Rechtsradikalen wiederum galt er als der „Verzichtspolitiker“, der die Kapitulation des Deutschen Reiches und die Unterzeichnung des Versailler Vertrags maßgeblich zu verantworten hatte („Novemberverbrecher“, „Landesverräter“). Diese Ablehnung erstreckte sich bei den Rechtsradikalen auch auf die Weimarer Verfassung, für deren Zustandekommen Ebert stand.

Seine politische Prägung war im Kaiserreich gewachsen und blieb diesem verhaftet. Er verkörperte den Typus des Realpolitikers, der die gegebenen legalen Spielräume nutzte, um kleine, schrittweise Verbesserungen für die Masse der lohnabhängigen Bevölkerung zu erreichen – ein Revolutionär war er nie. Max von Baden zufolge sagte Ebert am 9. November 1918 über die Revolution: Ich aber will sie nicht, ich hasse sie wie die Sünde. Ebert strebte eigentlich eine parlamentarische Monarchie an, die er schon mit der Oktoberreform vom 5. Oktober 1918 erreicht sah. Sein Verständnis von „Sozialismus“ sah keine Eingriffe in Produktionsverhältnisse vor, obwohl dies dem immer noch gültigen Erfurter Programm der SPD entsprochen hätte. Vielmehr setzte er auf eine tarifliche Absicherung von Arbeitszeiten und Versorgungsansprüchen der Arbeiter in der Tradition von Bismarcks Sozialgesetzen. Trotzdem, ohne die Erhebungen am Ende des Krieges wäre es wahrscheinlich nicht zur Oktoberreform und sicher nicht zur Novemberrevolution gekommen, an deren Spitze die MSPD unerwartet gespült wurde.

Sein Misstrauen galt in erster Linie den linksradikalen Revolutionären und den Anhängern der Bolschewisten. Um diese abzuwehren und eine demokratische Entwicklung zu sichern, arbeitete er mit Gegnern der Sozialdemokratie zusammen: dem kaiserlichen Offizierskorps und Generälen der Obersten Heeresleitung. Diese hatten ihn im Oktober 1918 zur Teilhabe an der Macht eingeladen, um sich ihrer eigenen Verantwortung für die Kriegsniederlage und deren Folgen zu entziehen.

Ebert entfremdete die SPD-Führung von einem Teil ihres Wählerpotentials, der die ursprünglichen Parteiziele nicht aufgeben wollte. Allerdings hatte die „Spaltung der Arbeiterklasse“ – genauer gesagt, ihrer politischen Repräsentation – bereits vor dem Ersten Weltkrieg begonnen und beruhte auf fundamental unterschiedlichen Auffassungen über den politischen Weg.

In der geschichtswissenschaftlichen Diskussion über Ebert und die Novemberrevolution steht die Frage im Vordergrund, ob nicht beispielsweise durch radikalere Veränderungen im Beamtenapparat die spätere Entwicklung der Republik nicht besser verlaufen wäre. Dieser Meinung waren beispielsweise Gerhard A. Ritter und Susanne Miller. Hagen Schulze hingegen weist die Kritik an der bürokratischen Kontinuität zurück, denn ein hochdifferenzierter moderner Staat wie Deutschland hätte „ohne das äußert komplizierte Netzwerk von hochqualifizierten Verwaltungsfachleuten“ nicht bestehen können. Selbst in Russland sei die bisherige Verwaltung von den Bolschewisten „fast en bloc“ übernommen worden. Das Problem in Deutschland sei gewesen, dass man später auf eine strikte Kontrolle und Anwendung der neuen Normen verzichtet habe.[48] Auch Heinrich August Winkler betont die faktische Unmöglichkeit bestimmter Forderungen der radikalen Linken, und nicht einmal die Freien Gewerkschaften dachten an „Eingriffe in die bestehende Eigentumsordnung“. Dennoch meint Winkler, der Verzicht auf Veränderungen sei weiter gegangen, „als es die Verhältnisse erforderten.“ So gab es nicht einmal Ansätze dazu, die Armee republiktreu aufzubauen.[49]

Ehrungen und Nachwirkungen

Berliner Gedenktafel am Haus Defreggerstraße 20, in Berlin-Alt-Treptow
Friedrich-Ebert-Denkmal in Dortmund-Hörde nach ursprünglichem Entwurf von Bernhard Hoetger

Literatur

  • Wolfgang Abendroth: Friedrich Ebert. In: Wilhelm von Sternburg: Die deutschen Kanzler. Von Bismarck bis Kohl. Berlin, 1998, ISBN 3-7466-8032-8, S.145–159.
  • Waldemar Besson: Friedrich Ebert - Verdienst und Grenze, Musterschmidt, Göttingen 1963.
  • Friedrich Ebert. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, hg. u. bearb. v. Walter Mühlhausen, Kehrer Verlag Heidelberg, ISBN 3-933257-03-4.
  • Friedrich Ebert. 1871–1925: vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten. Ausstellung der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg und der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn; Begleitheft mit den Haupttexten der Ausstellung, hrsg. von Dieter Dowe. Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Historisches Forschungszentrum. 5. Aufl., Bonn 2005 (Gesprächskreis Geschichte, 9) ISBN 3-89892-347-9.
  • Emil Felden: Eines Menschen Weg – Ein Fritz-Ebert-Roman. Bremen, Friesen-Verlag, 1927.
  • Sebastian Haffner: Der Verrat – Deutschland 1918/19, Verlag 1900, Berlin 1968 u.ö., ISBN 3-930278-00-6.
  • Paul Kampffmeyer: Fritz Ebert. Verlag J.H.W. Dietz, Weimar 1923.
  • Henning Köhler: Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte, Hohenheim Verlang, Stuttgart und Leipzig 2002 ISBN 3-89850-057-8.
  • Eberhard Kolb: Friedrich Ebert als Reichspräsident – Amtsführung und Amtsverständnis. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1997, ISBN 3-486-56107-3.
  • Georg Kotowski: Friedrich Ebert. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, S. 254–256.
  • Werner Maser: Friedrich Ebert. Der erste deutsche Reichspräsident. Ullstein, Frankfurt 1990 ISBN 3-548-34724-X .
  • Walter Mühlhausen: Friedrich Ebert 1871–1925. Reichspräsident der Weimarer Republik. Dietz, Bonn 2006, 2. Auflage 2007, ISBN 3-8012-4164-5. Rezension von Michael Epkenhans in Die Zeit vom 01. Feb.2007.
  • Walter Mühlhausen: Die Republik in Trauer. Der Tod des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert. 72 Seiten. 2005 ISBN
  • Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933: Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. München 1993.
  • Peter-Christian Witt: Friedrich Ebert: Parteiführer – Reichskanzler – Volksbeauftragter – Reichspräsident. Bonn 1987, Verlag Neue Gesellschaft, ISBN 3-87831-446-9.

Weblinks

 Commons: Friedrich Ebert – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Witt S. 21f., Maser, S. 15–20.
  2. Witt S. 24f.
  3. Witt S. 28f.
  4. Witt, S. 27.
  5. Witt, S. 39.
  6. Witt S. 33.
  7. Witt, S. 41f.
  8. Witt S.43-46.
  9. Witt S.30, S. 34.
  10. Witt S. 47f.
  11. D. Engelmann, H. Naumann: Hugo Haase, S. 16.
  12. Witt, S. 50–56.
  13. Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1912. Heft 2. Berlin: Verlag von Puttkammer & Mühlbrecht, 1913, S. 94 (Statistik des Deutschen Reichs, Bd. 250)
  14. Witt, S. 56–59.
  15. Witt, S. 59–61.
  16. zit. Witt, S. 66f.
  17. Hajo Holborn: Deutsche Geschichte in der Neuzeit. Band 3: Das Zeitalter des Imperialismus (1871–1945). Verlag Oldenbourg, München 1971, ISBN 3-486-43251-6. S. 204.
  18. Witt, S. 65–68.
  19. D. Engelmann, H. Naumann: Hugo Haase. Berlin 1999, S. 31f.
  20. D. Engelmann, H. Naumann: Hugo Haase. Berlin 1999, S. 34.
  21. Witt, S. 68–70.
  22. Witt, S. 70–74.
  23. D. Engelmann, H. Naumann: Hugo Haase, S. 37.
  24. Witt, S. 74–77.
  25. zit. nach Witt, S. 77.
  26. Witt, S. 74–79.
  27. zit. nach Witt, S. 88.
  28. Witt, S.81–89.
  29. D. Engelmann, H. Naumann: Hugo Haase, S. 56f.
  30. Witt, S. 96–100.
  31. Witt, S. 100–102.
  32. zit. nach Witt, S. 123.
  33. Witt, S. 120-123.
  34. Witt, S.125-130.
  35. Witt, S. 135–142.
  36. Auch zum Folgenden siehe Walter Mühlhausen, Die Weimarer Republik entblößt. Das Badehosen-Foto von Friedrich Ebert und Gustav Noske, in: Gerhard Paul (Hrsg.), Das Jahrhundert der Bilder, Bd. 1: 1900–1949, Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2009, S. 236-243 (hier das Zitat)
  37. Niels Albrecht, Die Macht einer Verleumdungskampagne. Antidemokratische Agitationen der Presse und Justiz gegen die Weimarer Republik und ihren ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert vom „Badebild“ bis zum Magdeburger Prozeß, Dissertation, Bremen 2002, S. 45-88 (online, Zugriff am 3. Juli 2010)
  38. Titelbild der BIZ vom 21. August 1919 auf einestages.spiegel.de, Zugriff am 29. Juni 2010
  39. Bernhard Fulda, Die Politik der »Unpolitischen«. Boulevard und Massenpresse in den zwanziger und dreißiger Jahren, in: Frank Bösch und Norbert Frei (Hrsg.), Medialisierung und Demokratie im 20. Jahrhundert, Wallstein, Göttingen 2006, S. 66
  40. Bernd Braun, Der Reichspräsident in den Ländern, in: Eberhard Kolb (Hrsg.), Friedrich Ebert als Reichspräsident. Amtsführung und Amtsverständnis, Oldenbourg, München 1998, S. 161
  41. Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. Beck, München 1993, ISBN 3-406-37646-0, S. 122.
  42. Witt, S. 145–148.
  43. Witt, S. 145–151.
  44. Witt, S. 151–154.
  45. Witt, S. 156f.
  46. Witt, S.157-159.
  47. Witt, S. 159–163.
  48. Hagen Schulze: Weimar. Deutschland 1917-1933, Siedler Verlag: Berlin 1982 (= Die Deutschen und ihre Nation 4), S. 165.
  49. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. [Band I:] Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. Verlag C. H. Beck, München 2000, S. 382.

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