Albertplatz
Albertplatz
Platz in Dresden
Albertplatz
Luftbild des Albertplatzes
Basisdaten
Ort: Dresden
Ortsteil: Innere Neustadt
Angelegt: 1812
Neugestaltet: 1875 und seit 1990
Einmündende Straßen: Bautzner Straße, Georgenstraße, Albertstraße, Hospitalstraße, Hauptstraße, Königstraße, Carolinenstraße, Theresienstraße, Königsbrücker Straße
Bauwerke: Villa Eschebach, DVB-Hochhaus, Erich Kästner Museum
Nutzung
Nutzergruppen: Fußverkehr, Radverkehr, Öffentlicher Verkehr, Autoverkehr
Platzgestaltung: Artesische Brunnen, Zwillingsbrunnen, Kästner- und Schillerdenkmal
Die südliche Neubebauung des Platzes 1987

Der Albertplatz in Dresden ist ein fast kreisrunder Platz im Stadtteil Innere Neustadt. Er wurde 1875 durch Johann Carl Friedrich Bouché gartenarchitektonisch gestaltet und ist heute Dresdens wichtigster Verkehrsknotenpunkt nördlich der Elbe.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Albertplatz befindet sich am nördlichen Rand der Inneren Neustadt an der Grenze zur Äußeren Neustadt. Die Lage im Radius des Elbbogens wurde bewusst gelegt, so dass wichtige Straßen vom Albertplatz durch Elbbrücken verlängert werden. Neun Straßen verlaufen sternförmig auf den Platz zu. Der Platz ist zudem an die Antonstraße und die Bautzner Straße angesetzt, die den Platz im Norden kreuzen. Im Süden grenzt der Albertplatz an den Jorge-Gomondai-Platz, an den sich die Hauptstraße anschließt. Auch die Königstraße grenzt an den Albertplatz.

Verkehr

Der Straßenverkehr wird kreisförmig am Rand des Platzes geführt, während die Straßenbahn zentral auf dem Platz eine Haltestelle besitzt. Als Umsteigehaltestelle im Straßenbahnnetz der Dresdner Verkehrsbetriebe besitzt der Platz eine herausgestellte Bedeutung. Insgesamt verkehren fünf Straßenbahnlinien an dem Platz.

Nur wenige hundert Meter westlich des Albertplatzes liegt der Bahnhof Dresden-Neustadt am Schlesischen Platz. Über diesen Bahnhof ist ein Zugang in das Fernbahnnetz möglich.

Geschichte

Angelegt wurde der Albertplatz 1812. 1829 wurde er auf den Namen Bautzner Platz getauft und 1871 zu Ehren des späteren Königs Albert I. in Albertplatz umbenannt. 1945 wurde der Platz dann in Platz der Roten Armee umbenannt und von 1946 - 1991 hieß er Platz der Einheit. An Stelle des Brunnens Stürmische Wogen stand zu DDR-Zeiten das sowjetische Ehrenmal von Otto Rost. 1991 wurde der Platz schließlich in Albertplatz rückbenannt und 1992 das Ehrenmal an die Stauffenbergallee umgesetzt.

Wichtige Bauten

Brunnen "Stille Wasser" von Robert Diez, im Hintergrund das DVB-Hochhaus

Am Albertplatz liegen unter anderem das Erich Kästner Museum und die neobarocke Villa Eschebach, welche sich der Küchenfabrikant Eschebach 1901 erbauen ließ und die heute der Dresdner Volksbank Raiffeisenbank gehört. Das 1929 erbaute DVB-Hochhaus war mit 11 Etagen und 40m Höhe das erste in Deutschland gebaute Hochhaus in Stahlbeton-Skelettbauweise, es soll nach langer Zeit des Leerstandes nun in ein Studentenwohnheim umgebaut werden.

Brunnen und Denkmäler

Am Albertplatz liegen der Artesische Brunnen von Hans Erlwein aus dem Jahr 1906 und der Artesische Trinkbrunnen von Rolf Roeder. Er hat eine säulenartige Rückwand und ein vorgelagertes Becken aus Oberlausitzer Granit. Der Auslauf und das Abflussrohr sind aus Bronze. Der Trinkbrunnen ist 1,25 Meter hoch, 65 Zentimeter breit und 64 Zentimeter tief. Der Trinkbrunnen wurde am 24. Juli 1990 eingeweiht. An seiner Rückseite befindet sich ein drei Zentimeter großes Bronzemedaillon mit einem Monogramm RR und der Jahreszahl 89.

In der Mitte des Platzes stehen die Zwillingsbrunnen Stürmische Wogen und Stille Wasser von Robert Diez. Die Brunnen wurden am 1. September feierlich in Betrieb gesetzt. Dem ging ein von der Stadt ausgeschriebener Wettbewerb zur Gestaltung von zwei Brunnen voraus. Die Figurengruppen sind aus Bronze und die Brunnenanlagen aus Granit. Geschaffen wurden die Bronzefiguren 1893/1894. Ausführende Architekten waren Giese & Weidner. Die Brunnen haben einen Durchmesser von 19 Metern.

Bronzefigur von Mathyas Varga

Eine vom ungarischen Künstler Mathyas Varga 1999 geschaffene Bronzefigur zeigt Erich Kästner als kleinen Jungen auf der Mauer der Villa Augustin, dem Kästner-Museum, sitzend. In seinen Kindheitserinnerungen Als ich ein kleiner Junge war beschrieb er, wie er schon als kleiner Junge auf der Mauer sitzend das Treiben auf dem Albertplatz gespannt verfolgte.

In unmittelbarer Nähe des Platzes am Eingang zur Alaunstraße steht ein 1,7 Meter hohes Erich-Kästner-Denkmal von Wolf-Eike Kuntsche aus Bronze. Das Denkmal erinnert mit einem Jugendbild und Zitaten Kästners an den Schriftsteller, der in unmittelbarer Nähe in der Königsbrücker Straße aufgewachsen ist.

In einer Grünfläche zwischen Hauptstraße, Königstraße und Albertplatz befindet sich ein vom Bildhauer Selmar Werner und vom Architekten Oswin Hempel geschaffenes überlebensgroßes Schillerdenkmal. Das Marmordenkmal wurde 1913 geschaffen, es befindet sich in einer Marmorwandung vor und zeigt neun Reliefs zu Schillers Werken.

Am Übergang von Hauptstraße zum Albertplatz steht ein Gedenkstein für den 1993 ermordeten Mosambikaner Jorge Gomondai.

Bildergalerie

Literatur

  • Kunst im öffentlichen Raum. Kulturamt Dresden, Dresden 1996.

Weblinks

51.06330555555613.7469166666677Koordinaten: 51° 3′ 48″ N, 13° 44′ 49″ O


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