Albertsburg
Haus Albertsberg oder Albertsburg

Haus Albertsberg oder Albertsburg ist ein zum Neobarockschlösschen umgebautes Weingutshaus mit weitläufigem Garten im Stadtteil Oberlößnitz des sächsischen Radebeul. Es liegt in der Eduard-Bilz-Straße 49 am Eingang zum Strakengrund auf dem Gelände des namensgleichen Weinbergs Albertsberg. Der Weinberg Albertsberg gehört zur Einzellage Radebeuler Goldener Wagen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das zweigeschossige, unter Denkmalschutz[1] stehende Herrenhaus hat eine Breite von neun Fensterachsen, obenauf befindet sich ein Mansarddach mit Gauben. In der Mitte der nach Süden zum Tal gehenden Hauptansicht befindet sich im Erdgeschoss eine Tür, darüber ein wuchtiger Erker auf Konsolen mit Austritt obenauf, darüber im Dach ein großes Zwerchhaus mit einem Vorhangbogen-Koppelfenster. Der Giebel darüber ist ornamental ausgeschmückt.

Auf der Bergseite befindet sich ein Treppenhausvorbau. Die zu Zillers Zeiten im Osten stehende Holzveranda mit Austritt obenauf, die zwischenzeitlich abgetragen war, wurde in neuer Zeit durch einen massiven, unten geschlossenen Söller ersetzt.

Der Putzbau, dessen Fassadengliederung bis in die 1990er Jahre entfernt war, erhielt bei der Sanierung in den 2000er Jahren wieder eine Gliederung mit Lisenen und Putzfeldern, die farblich unterschiedlich angelegt wurden. Die Fenstergewände und der Erker bestehen aus Sandstein.

Geschichte

Der erste bekannte Besitzer des Geländes war der Dresdner Bürgermeister Siegmund Otto im Jahr 1627. Bereits im 17. Jahrhundert stand auf dem Gelände ein steinernes Wohnhaus mit Ziegeldach, ähnlich dem Bennoschlösschen, nebst Winzerhaus und Weinpresse. Dieses ist auf der von Hans August Nienborg stammenden Karte von 1715 eingezeichnet. Auf dieses Haus weist die Datierung 1660 in der Grundstückspforte hin.

Das spätbarocke zweigeschossige Herrenhaus mit großem gewölbten Weinkeller entstand um 1778. 1862 ließ der Bankier Friedrich Albert Kunze (oder Kuntze)[2], Namensgeber des Anwesens und des Gebäudes,[3] das 1859 erworbene Herrenhaus durch den jungen Baumeister Moritz Ziller zu einem Gebäude im Schweizerstil mit gotisierenden Elementen umbauen und erweitern. Dieses Schweizerhaus hatte einen Kniestock unter dem flach geneigten Satteldach sowie einen mittigen Sparrengiebel mit Portal nach Süden.

1889 kaufte der Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz ein oberhalb der Albertsburg liegendes Teilstück des Albertsbergs mit einem darauf stehenden klassizistischen Gebäude (früher Strakenweg, heute Eduard-Bilz-Straße 53), in dem er 1892 für seine Naturheilanstalt (Bilz-Sanatorium) ein kleines Sanatorium einrichtete.

Die spätere Besitzerin von Haus Albertsberg, Thekla Kunze (oder Kuntze), ließ 1898 durch den Architekten Oskar Menzel das Haus in seinen heutigen Zustand umbauen, dies geschah durch Barockisierung der Fassade mit gotisierenden Vorhangbogenfenstern. Bei notwendigen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu DDR-Zeiten gingen viele der neobarocken Fassadenelemente wieder verloren. Eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Herrenhauses erfolgte 2005/2006.

Der unterhalb des Gebäudes liegende Weinbergsteil wurde bis Anfang der 1990er Jahre bewirtschaftet und in den Jahren 1994/1995 mit einer Wohnanlage bebaut.

Literatur

  • Frank Andert (Redaktion); Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 978-3-938460-05-4. 
  • Volker Helas (Bearb.); Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Stadt Radebeul (Hrsg.): Stadt Radebeul. [Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen].. SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3. 
  • Gert Morzinek: Historische Streifzüge mit Gert Morzinek.. Die gesammelten Werke aus 5 Jahren „StadtSpiegel“.. premium Verlag, Großenhain 2007. 

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Große Kreisstadt Radebeul, 17. April 2008, S. 9. Abgerufen am 23. Februar 2009. (PDF)
  2. Frank Andert (Redaktion); Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, S. 2. 
  3. Gert Morzinek: Historische Streifzüge mit Gert Morzinek.. Die gesammelten Werke aus 5 Jahren „StadtSpiegel“.. premium Verlag, Großenhain 2007, S. 86–88. 

51.10988888888913.6765833333337Koordinaten: 51° 6′ 36″ N, 13° 40′ 36″ O


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