Albrecht Adam
Albrecht Adam, ca. 1850
Die Verteidigung des Blockhauses von Malborgeth (1843).
Feldmarschall Radetzky und sein Stab in der Schlacht bei Novara.
Die Schlacht bei Novara (1858)
Gedenktafel für Albrecht Adam in Nördlingen

Albrecht Adam (* 16. April 1786 in Nördlingen; † 28. August 1862 in München) war ein deutscher Schlachten-, Porträt- und Genremaler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Albrecht Adam ging als Konditorgehilfe nach Nürnberg und besuchte hier die Zeichenakademie. Der Schlachtenmaler Johann Lorenz Rugendas legte in dem Knaben den Keim zu seiner späteren Neigung. 1807 hielt er sich in München auf, wo er die Bekanntschaft mit den Malerinnen Margarethe Geiger und Sophie Reinhard machte; alle drei gingen 1808 zusammen nach Wien, wo Adam die Akademie besuchte. Im Jahre 1809 trat Adam als Augenzeuge bei den damaligen Schlachten von Aspern (21./22. Mai) und Wagram (5./6. Juli) im Gefolge österreichischer und bayerischer Heerführer, namentlich des bayrischen Generalmajors Graf Froberg-Montjoie, auf. Während der Schlacht bei Wagram fertigte er mehrere Skizzen an, wovon ihm jene, welche im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ausgestellt ist, zugeschrieben wird.[1] In seiner Autobiografie[2], welche allerdings erst 1886 erschien, schilderte er diese Erlebnisse auch in Schriftform:

„Mein sehnlicher Wunsch, Augenzeuge bei einer großen Schlacht zu sein, war also erfüllt. Es gab nun Stoff genug zum Nachdenken, auch zu Bildern, wenn Zeit und Umstände es erlaubten. In diesen Tagen sah ich so viele erschütternde Scenen, daß ich kein Verlangen trug, der Armee weiter zu folgen.[3]

Albrecht Adam

Dennoch nahm Adam 1812 in der Grande Armée am Russlandfeldzug teil. Von dort im Dezember 1812 unter großen Gefahren nach München zurückgekehrt, begab er sich nach Italien, wo er bis 1815 verweilte, führte dann in München eine Reihe von Schlachtenbildern aus den letzten Kriegen aus und veröffentlichte ein lithografisches Prachtwerk in 120 Blättern unter dem Titel: Voyage pittoresque et militaire, ebenfalls Schlachtenszenen enthaltend.

Später beschäftigte ihn König Ludwig von Bayern. Unter anderem malte Adam für den Bankettsaal der königlichen Residenz in München die Schlacht an der Moskwa. Im Jahr 1848/49 machte er unter Radetzky den Feldzug in Italien mit, dessen Ergebnis die Gemälde der Schlachten von Novara und Custozza in der Neuen Pinakothek sind. Seine letzte Arbeit war die Schlacht bei Zorndorf für das Maximilianeum in München.

Albrecht Adam hatte vier Söhne, die ebenfalls Maler wurden: Benno (1812–1892), Franz (1815–1886), Eugen (1817–1880) und der Lithograf Julius Adam (1826–1874). Teilweise arbeitete er auch mit seinen Söhnen zusammen, so etwa mit seinem Sohn Franz, mit dem er ein monumentales Reiterporträt des jungen Kaisers Franz Joseph I. von Österreich schuf, welches sich heute im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum befindet.[4]

Werke (Auswahl)

  • Feldmarschall Radetzky und sein Stab in der Schlacht bei Novara am 23. März 1849, 1855. Öl auf Leinwand, 120×75 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Portrait Kaiser Franz Joseph I. von Österreich im Alter von 26 Jahren, zu Pferd, 1856. Öl auf Leinwand, 389×339 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Verteidigung des Blockhauses von Malborghetto von 15. bis 17. Mai 1809 unter dem Befehl des Hauptmanns im Ingenieurkorps Friedrich Hensel, 1843. Öl auf Leinwand, 126×182 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Die Schlacht bei Wagram, am 5. und 6. Juli 1809, um 1810. Öl auf Papier, 22×28 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Feldmarschall Joseph Wenzel Radetzky Graf von Radetz mit seinem Stab vor Mailand, 1848, 1849. Öl auf Leinwand, 81×108 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Nach der Schlacht. 1840, Öl auf Leinwand 80,5x108,5 cm, Museum Georg Schäfer Schweinfurt. Szene von der Schlacht von Borodino mit sterbendem und reiterlosem Pferd, gefallenem Soldaten und zwei Soldaten, die sich um verwundete Kameraden kümmern. [5]
  • Ein herrenloses Pferd auf dem Schlachtfeld von Borodino. 1834. Hamburger Kunsthalle. Szene von der Schlacht von Borodino mit einem durch die Schlacht herrenlos gewordenen Ross und einem Soldaten im Hintergrund, der mehrere ebenfalls herrenlos gewordene Pferde wegführt.

Literatur

  • Ulrich Thieme (Hg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig, 1912.
  • Wilhelm Schmidt: Adam, Malerfamilie. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 44 f.
  • Eberhard Hanfstaengl: Adam, Albrecht. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 51 f. (Onlinefassung).
  • Hyazinth Holland: Albrecht Adam (1786 - 1862) mit der Selbstbiographie des Künstlers: Aus dem Leben eines Schlachtenmalers, Selbstbiographie. Stuttgart 1886.

Einzelnachweise

  1. Claudia Reichl-Ham: Das Jahr 1809 im Spiegel der Objekte des Heeresgeschichtlichen Museums, in: Viribus Unitis. Jahresbericht 2009 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2010, S. 88 f.
  2. Online und gemeinfrei bei zeno.org
  3. Albrecht Adam: Aus dem Leben eines Schalchtenmalers. Stuttgart, 1868
  4. Ulrich Thieme (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig, 1912, I, 57 f.
  5. Bruno Bushart, Matthias Eberle, Jens Christian Jensen: Museum Georg Schäfer, Schweinfurt. 2. Auflage 2002, S. 25

Siehe auch

 Commons: Albrecht Adam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks


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