Albrecht Ade

Albrecht Ade (* 14. September 1932 in Tübingen) ist deutscher Emeritus (Prof. em.), Fotograf, Trickfilmer sowie Gründungsdirektor der Filmakademie Baden-Württemberg, der in Stuttgart und Ludwigsburg wirkt.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Ade machte eine Lehre als Schriftsetzer und ging den zweiten Bildungsweg. Von 1952 bis 1956 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Walter Brudi Typografie und Buchgrafik. Er war von 1963 bis 1964 Gaststudent an der Universität zu Köln für Theorie der Massenkommunikation bei Prof. Alphons Silbermann.

Akademische Laufbahn

Albrecht Ade nahm einen Lehrauftrag an der Fachhochschule für die grafische Industrie Stuttgart für Typografie von 1956 bis 1960 wahr. Von 1960 bis 1970 war Ade als Dozent für Typografie und Grafik-Design an der Werkkunstschule Wuppertal tätig. 1971 wurde er zum Professor für Visuelle Kommunikation und Animationsfilm im Fachbereich Kunst und Design der Bergischen Universität Wuppertal berufen. Von 1975 bis 1976 war Dekan im Fachbereich Kunst und Design der Universität Wuppertal. 1977 folgte der Ruf an die Staatliche Akademie der Bildendenden Künste Stuttgart für das Lehrgebiet Grafik-Design. Dort baute und leitete er die Arbeitsgruppe Animationsfilm..

Wirken

1969 gründete und übernahm Ade die Leitung der Arbeitsgruppe Animationsfilm (Wuppertaler Manifest des Animationsfilms). Er hatte Aufenthalte in den Kratky-Animationsstudios in Prag. 1969 bis 1975 produzierte (Regie) er Animationsfilme (Play 25, Banz bleibt Banz, 9.9.1999). Er veranstaltete Festivals in Oberhausen, Espinho, Mannheim sowie Gent. Er produzierte Animationsfilme und nahm an Festivals unter anderem in Oberhausen, Mannheim, Annecy, Zagreb, London, Hiroshima teil. 1982 gründete er das Internationale Trickfilmfestival Stuttgart und leitete es bis 2002. Der internationale Wettbewerb des Trickfilmfestivals gilt seit 1990 als der weltweit künstlerisch anspruchsvollste Animationsfilmwettbewerb. Die Besucherzahl betrug im Jahr 2002 zirka 50.000. Von 1987 bis 1988 führte er das Forschungsprojekt Computeranimation, neue digitale Techniken in der medialen Anwendung im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie in Kooperation mit den TC-Studios in Ludwigsburg und dem Lehrbeauftragten Thomas Haegele durch. Er führte sein Studio Albrecht Ade für Grafik-Design und Animationsfilm, Imagefilme, Lehrfilme, Commercials von 1972 bis 1989.

1977 gründete Ade die Klasse für Trickfilm („Trickfilm-Klasse“) und übernahm deren Leitung an der Kunstakademie Stuttgart, aus der kurz darauf das weltweit erfolgreiche Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart, bei dem er von 1982 bis 2002 die künstlerische Leitung innehatte, hervorgegangen ist.

1991 baute Albrecht Ade die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg auf, deren Direktor er von 1991 bis 2000 war, aus der auch der fmx-Kongress für digitale Medienproduktion sowie das Kurzfilmfestival und das Europäische Filmfest Stuttgart Ludwigsburg entstanden, die die Film und Medienfestival GmbH ebenfalls organisiert.

Über Jahrzehnte war Albrecht Ade ein konzeptioneller Träger und Architekt des Medienstandorts Baden-Württemberg. Aus diesem Grunde zeigte der Aufsichtsrat auch Verständnis dafür, dass Professor Ade nach mehr als 25 Jahren verantwortlicher Tätigkeit für den Film in Baden-Württemberg seine Geschäftsführertätigkeit in der Film- und Medienfestival GmbH beenden möchte. A. Ade wirkt weiterhin in der Programm-Auswahlkommission des Filmfests Stuttgart Ludwigsburg (Cinema Europa in Stuttgart und European Short Film in Ludwigsburg) sowie in der Vergabekommission der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) mit.
Der inzwischen emeritierte Professor ist Vorsitzender des Fördervereins der Filmakademie (Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg e. V. seit 1993). Bis 2003 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Film- und Medienfestival GmbH, die unter anderem für die Ausrichtung der Europäische Kurzfilmbiennale Ludwigsburg verantwortlich ist.

Literatur

  • Wolfgang Kermer: Die Professoren der Fachgruppe Grafik-Design, Innenarchitektur und Design: Ade, Brudi, Bruse, Franz, Heinle, Henning, Jacki, Klink, Kröplien, Lehmann, Mohl, Stadelmaier, Stemshorn, Votteler, Weidemann, Witzemann, Wollner. Stuttgart: Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart, 1981 (Publikation anlässlich der Landeskunsthochschulwochen Baden-Baden, 5.–21. Juni 1981)
  • Wolfgang Kermer (Hrsg.): Zwischen Buch-Kunst und Buch-Design: Buchgestalter der Akademie und ehemaligen Kunstgewerbeschule in Stuttgart: Werkbeispiele und Texte. Ostfildern-Ruit: Edition Cantz, 1996. ISBN 3-89322-893-4.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • ADE — bezeichnet einen Abschiedsgruß, siehe Adieu. eine portugiesische Gemeinde in Kreis Almeida (Portugal), siehe Ade (Almeida). einen Hersteller (Willy Ade) von hochdetaillierten Modelleisenbahn Reisezugwagen im Maßstab 1:87 (Nenngröße H0), siehe… …   Deutsch Wikipedia

  • Ade — bezeichnet: einen Abschiedsgruß, siehe Adieu eine portugiesische Gemeinde in Kreis Almeida (Portugal), siehe Ade (Almeida) Ade (Indiana), einen Ort in den Vereinigten Staaten Ade (Timor), eine Region im Osten der Insel Timor Adé, eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Ad — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart — Gründung 1761 Trägerschaft staatlich Ort St …   Deutsch Wikipedia

  • Akademie der Bildenden Künste Stuttgart — Vorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Gründung 1761 …   Deutsch Wikipedia

  • Kunstakademie Stuttgart — Vorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Gründung 1761 …   Deutsch Wikipedia

  • Stuttgarter Kunstschule — Vorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Gründung 1761 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg — Diese Liste zählt die Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden Württemberg und − seit deren Umbenennung am 26. Juni 2009 − die Träger des Verdienstordens des Landes Baden Württemberg auf. Die Zahl der lebenden Träger des Ordens ist auf 1.000 …   Deutsch Wikipedia

  • Animationsinstitut — Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung. Vorlage:Infobox Hochschule/Studenten fehltVorlage:Infobox… …   Deutsch Wikipedia

  • Filmakademie Ludwigsburg — Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung. Vorlage:Infobox Hochschule/Studenten fehltVorlage:Infobox… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”