Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach
Albrecht von Brandenburg-Ansbach als Hochmeister des Deutschen Ordens im Jahre 1522
Hochmeisterwappen Albrechts von Brandenburg-Ansbach
Münze (1534) mit dem Profil Herzog Albrechts und der Inschrift „Iustus ex fide vivit“ („Der Gerechte lebt aus dem Glauben“), ein Zitat aus dem Galaterbrief nach Martin Luther
Albrecht auf dem Buchdeckel eines Bandes der Silberbibliothek. Dies wurde später das Siegellogo der Albertina.
Albrecht von Preußen im Alter von 68 Jahren

Albrecht von Brandenburg-Ansbach (* 17. Mai 1490 in Ansbach; † 20. März 1568 auf Burg Tapiau in Tapiau, Herzogtum Preußen) war ein Prinz aus dem hohenzollern'schen Sekundogenitur-Fürstentum Ansbach sowie Hochmeister des Deutschen Ordens und später erster Herzog von Preußen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren wurde Albrecht am 17. Mai 1490 in Ansbach. Sein Vater war Friedrich II. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg-Ansbach. Seine Mutter Sophie war eine Tochter des polnischen Königspaars Kasimir IV. Jagiello und Elisabeth von Habsburg.

Er wurde 1511 zum 37. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt, eine Würde, die er bis 1525 innehatte. Auf reichsdeutschen Beistand vertrauend, verweigerte er dem polnischen König den Lehnseid und ließ sich 1520 in einen Krieg mit Polen ein, der aber nach einem Jahr unglücklich für ihn auslief. Das war der letzte Krieg zwischen dem Orden und Polen. Der König von Polen bewilligte ihm einen vierjährigen Waffenstillstand, während dessen Albrecht in Deutschland verweilte. Hier wurde er 1522 während der Religionskämpfe in Nürnberg von Andreas Osiander für die Reformation gewonnen. Auf Luthers Rat legte er das Amt des Hochmeisters nieder und beschloss, den Deutschordensstaat in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln und die Reformation einzuführen. Vor seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I., legte Albrecht am 8. April 1525 in Krakau den Huldigungseid ab, in dem Albrecht Preußen als ein in gerader, männlicher Linie forterbendes Herzogtum zu Lehen nahm. Auf dem Landtag, der kurz darauf in Königsberg gehalten wurde, erklärten sich alle Stände, den mächtigen und aufgeklärten Bischof von Samland, Georg von Polenz, an der Spitze, für die Anerkennung des neuen Herzogs und für die Annahme der Reformation.

Albrecht setzte an die Durchführung seines Werkes alle Kraft. Sofort erschien eine neue Kirchenordnung, und die Versuche des Deutschen Ordens, Albrecht wieder zu verdrängen, sowie die beim Kammergericht in Deutschland 1531 gegen den Herzog erwirkte Reichsacht hatten keine andere Wirkung, als dass dieser die Einführung der evangelischen Lehre und die Befestigung seiner Herrschaft umso eifriger betrieb. Das bedeutete das Ende des Ordensstaates in Preußen.

Ganz besonders förderte Albrecht das Schulwesen. In den Städten legte er lateinische Schulen an, gründete 1540 das Gymnasium in Königsberg und 1544 die dortige Universität (Albertina). Deutsche Schulbücher (Katechismen etc.) ließ er auf eigene Kosten drucken, und den Leibeigenen, welche sich dem Lehrgeschäft widmen würden, gab er die Freiheit. Von ihm stammt der Text der ersten drei Strophen des Kirchenliedes „Was mein Gott will, gescheh allzeit“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 364). Er legte den Grundstock zur königlichen Bibliothek, dessen 20 prächtigsten Bände er für seine zweite Gattin Anna Maria in reinem Silber beschlagen ließ. Sie erhielt daher auch den Namen Silberbibliothek.

Seine letzten Regierungsjahre wurden ihm durch kirchliche und politische Zerwürfnisse vielfach verbittert. Der Streit des Melanchthon heftig anfeindenden Königsberger Professors Osiander mit seinen Kollegen, namentlich Joachim Mörlin, gab Anlass zu ernsten Verwicklungen. Der Herzog stand auf Seiten Osianders, der größte Teil der Geistlichkeit, auf das Volk gestützt, hielt es mit dem des Landes verwiesenen Mörlin und ebenso die Städte sowie der Adel, weil jene so die Anerkennung ihrer ehemaligen Vorrechte, dieser dagegen die Beschränkung der herzoglichen Gewalt auf das Verhältnis des ehemaligen Hochmeisters zu seinem Orden zu erreichen hofften. Fast das ganze Land stand dem Fürsten feindselig gegenüber, der angeklagt wurde, die Ausländer zu sehr zu begünstigen, in der Tat viele Jahre sich vom kroatischen Abenteurer und Universalgelehrten Stanislav Pavao Skalić hatte beherrschen lassen und überdies sehr verschuldet war. Die Stände suchten Hilfe in Polen. Dieses, der Gelegenheit zur Einmischung froh, sandte 1566 eine Kommission nach Königsberg, die gegen den Herzog entschied. Des Herzogs Beichtvater Johann Funck, der Schwiegersohn Osianders, und zwei Verbündete wurden als Hochverräter zum Tod verurteilt, Mörlin zurückberufen und zum Bischof von Samland ernannt. Als solcher schrieb er zur Verdammung der Osianderschen Lehren das symbolische Buch Preußens: Repetitio corporis doctrinae Prutenicae. Neue Räte wurden dem Herzog von der polnischen Kommission und den Ständen aufgenötigt. Von ihnen abhängig, verlebte Albrecht seine letzten Tage in tiefem Kummer. Albrecht starb am 20. März 1568 auf der Burg Tapiau an der Pest, 16 Stunden nach ihm auch seine zweite Gemahlin Anna Maria.

Familie und Nachkommen

Herzog Albrecht heiratete 1526 in erster Ehe Prinzessin Dorothea (1504-1547), Tochter von König Friedrich I. von Dänemark. Aus dieser Ehe entstammen folgende sechs Kinder:

  • Anna Sophia (* 11. Juni 1527; † 6. Februar 1591)
∞ (1555) Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg (1525–1576)
  • Katharina (* und † 24. Februar 1528)
  • Friedrich Albrecht (* 5. Dezember 1529; † 1. Januar 1530)
  • Lucia Dorothea (* 8. April 1531; † 1. Februar 1532)
  • Lucia (* Februar 1537; † Mai 1539)
  • Albrecht (* und † März 1539)

In zweiter Ehe heiratete er 1550 Prinzessin Anna Maria, Tochter von Herzog Erich I. von Braunschweig-Calenberg. Sie hatten zwei Kinder:

  • Elisabeth (* 20. Mai 1551; † 19. Februar 1596)
  • Albrecht Friedrich (* 29. April 1553; † 28. August 1618), Herzog von Preußen
∞ (1573) Prinzessin Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg (1550–1608)

Siehe auch

Literatur

  • Johannes Voigt (Hrsg.): Briefwechsel der berühmtesten Gelehrten des Zeitalters der Reformation mit Herzog Albrecht von Preussen. Gebr. Bornträger, Königsberg 1841 (Digitalisat)
  • Johannes Voigt (Hrsg.): Briefwechsel des Freiherrn Sigismund v. Herberstein mit dem Herzog Albrecht von Preussen. Wien 1856 (Digitalisat)
  • Carl Alfred von Hase: Herzog Albrecht und sein Hofprediger. Brietkopf & Härtel, Leipzig 1879
  • Johannes Rindfleisch: Herzog Albrecht von Hohenzollern, der letzte Hochmeister und die Reformation in Preussen. Danzig 1880
  • Erich Joachim: Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen Albrecht von Brandenburg. 3 Teile. Hirzel, Leipzig 1892–1895 (Digitalisat)
  • Walther Hubatsch: Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Deutschordens-Hochmeister und Herzog in Preußen 1490–1568. Heidelberg 1960.
  • Ruth Engelhardt: Artikel Albrecht von Preußen. In: Wolfgang Herbst (Hrsg.): Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs. (= Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch; Bd. 1). Göttingen 1999
  • Thomas Anselmino: Medizin und Pharmazie am Hofe Herzog Albrechts von Preußen (1490–1568). Heidelberg 2003
  • Albrecht (Preußen). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
  • K. Lohmeyer: Albrecht. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 293–310.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich von Sachsen Hochmeister des Deutschen Ordens
1510–1525
Walther von Cronberg
aus dem Deutschordensstaat hervorgegangen Herzog von Preußen
1525–1568
Albrecht Friedrich

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