Albrecht Ritschl (Theologe)
Albrecht Ritschl

Albrecht Ritschl (* 25. März 1822 in Berlin; † 20. März 1889 in Göttingen) war ein evangelischer Theologe und Professor in Bonn und Göttingen.

Er war der Sohn von Carl Ritschl, Generalsuperintendent und Bischof der Provinz Pommern. Seine Vorfahren entstammten dem ursprünglich böhmischen Rittergeschlecht Ritschl von Hartenbach. Ritschl war zunächst von 1846 bis 1852 Privatdozent für Alte Kirchengeschichte und später Professor für Neues Testament in Bonn (1852-1864). Ab 1864 war er bis zu seinem Tod Professor für Dogmatik und Kirchen- und Dogmengeschichte in Göttingen. Ein Schwerpunkt seiner Lehre war der Begriff des Reichs Gottes, das sich im Handeln der Christen durch Nächstenliebe und Pflichterfüllung zeigt.

Ritschl wurde ab 1874 das Haupt einer Schule von Theologen (Ritschlianer). Dazu zählten u.a. Wilhelm Herrmann (1846–1922) und Adolf von Harnack (1851–1930). Ritschl und seine Schule prägten die Auffassungen in der evangelischen Theologie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Von 1880 bis 1889 war Ritschl außerordentliches geistliches Mitglied des Landeskonsistoriums in Hannover.

Werke

  • Die Entstehung der altkatholischen Kirche, 1850
  • Die christliche Lehre von der Rechtfertigung und Versöhnung, 1870–1874
  • Geschichte des Pietismus, 1880–1886
  • Unterricht in der christlichen Religion, 1875
  • Theologie und Metaphysik. Zur Verständigung und Abwehr, (Nachdruck) Schutterwald/Baden 2008, ISBN 978-3-928640-86-2
  • Über das Gewissen. Ein Vortrag, 1876, (Nachdruck) Schutterwald/Baden 2008, ISBN 978-3-928640-87-9

Literatur

Weblinks


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