Albrecht Schöne
Albrecht Schöne, 1991 mit dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste

Albrecht Schöne (* 17. Juli 1925 in Barby (Elbe)) ist ein deutscher Germanist.

Nach dem Studium in Freiburg, Basel, Göttingen und Münster und der Promotion in Münster habilitierte sich Schöne an der Georg-August-Universität in Göttingen mit einer Arbeit zum Thema: „Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne“. Anschließend war er von 1958 bis 1960 außerordentlicher Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, dann von 1960 bis zur Emeritierung 1990 ordentlicher Professor für Deutsche Philologie (Neuere Deutsche Literatur) in Göttingen.

Schöne hat unter anderem bedeutende Arbeiten und Editionen zur Literatur des Barockzeitalters (Emblematik), der Aufklärung (Georg Christoph Lichtenberg) und zu Goethe vorgelegt. Zu seinen herausragendsten Leistungen zählt die 1994 erschienene Neuedition und Kommentierung von Goethes Faust.

Schöne ist einer der weltweit angesehensten Germanisten. Von 1980 bis 1985 war er Präsident der Internationalen Vereinigung für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft (IVG). Mit dem VII. Kongress dieser Gesellschaft organisierte er vom 25. bis 31. August 1985 in Göttingen den ersten (und bisher einzigen) internationalen Germanistenkongress in Deutschland.

Schöne ist Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste und seit 1993 des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst, Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie korrespondierendes Mitglied mehrerer Akademien der Wissenschaften, unter anderem der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften. Schöne ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences und der Modern Language Association of America (MLA).

Werke (in Auswahl)

  • Monografien
    • Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne. Göttingen 1958 (2. Aufl. 1968)
    • Emblematik und Drama im Zeitalter des Barock. München 1964 (3. Aufl. 1993).
    • Kürbishütte und Königsberg. Modellversuch einer sozialgeschichtlichen Entzifferung poetischer Texte. Am Beispiel Simon Dach. München 1975 (2. Aufl. 1982).
    • Aufklärung aus dem Geist der Experimentalphysik. Lichtenbergsche Konjunktive. München 1982 (3. Aufl. 1993).
    • Götterzeichen, Liebeszauber, Satanskult. Neue Einblicke in alte Goethetexte. München 1982 (3. Aufl. 1993).
    • Goethes Farbentheologie. München 1987.
    • Schillers Schädel. München 2002 (3. Aufl. 2005).
    • Vom Betreten des Rasens. Siebzehn Reden über Literatur. München 2005 (2. Aufl. 2005).
  • Editionen
    • Das Zeitalter des Barock. Texte und Zeugnisse. München 1963 (= Die deutsche Literatur, Bd. 3) (3. Aufl. 1988).
    • Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Stuttgart 1967 (Hrsg. zusammen mit Arthur Henkel) (erg. Neuausg. 1976, Sonderausg. 1978, Taschenausg. 1996).
    • Georg Christoph Lichtenberg: Briefwechsel. Im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bd. 1–4, München 1983–1992 (Hrsg. zusammen mit Ulrich Joost).
    • Johann Wolfgang Goethe: Faust. Texte und Kommentare. Frankfurt/Main 1994 (=Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, 1. Abt., Bd. 7/1 und 7/2; = Bibliothek deutscher Klassiker, Bd. 114) (diverse überarb. und erg. Neuaufl.).

Bibliographie

  • Ulrich Joost, Bibliografie der Publikationen von Albrecht Schöne, 2000.

Weblinks

 Commons: Albrecht Schöne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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