Albrecht V. (Bayern)
Albrecht V. Jugendbildnis von Hans Mielich
Herzog Albrecht V. mit Familie unter dem Schutz Mariens, Gemälde von Hans Mielich am Hochaltar der Frauenkirche Ingolstadt, 1572
Albrecht V. in späteren Jahren

Albrecht V. (* 29. Februar 1528 in München; † 24. Oktober 1579 ebenda) war ab 1550 Herzog von Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Albrechts Eltern waren Herzog Wilhelm IV. und Maria Jakobäa von Baden. 1546 heiratete er Anna, eine Tochter des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers Ferdinand. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1550 dessen Nachfolger als Herzog von Bayern. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörten die bayerischen Teilherzogtümer Niederbayern und Oberbayern, die in etwa den heutigen Regierungsbezirken entsprechen.

Albrecht war ein großer Förderer der Künste und verschaffte München den Ruf einer Kunststadt. 1558 begründete er die Hofbibliothek, die heutige Bayerische Staatsbibliothek. Er ließ das Antiquarium in der Münchner Residenz erbauen, in der mit seinen Artefakten auch die Schatzkammer bestückt wurde. Seine bedeutende Münzsammlung stellte den Grundstock für die Staatliche Münzsammlung. Er holte bekannte Maler und Kupferstecher sowie den Komponisten Orlando di Lasso an seinen Hof. In seiner Hofhaltung legte er Wert auf Pracht und Luxus, belastete die Untertanen schwer mit Abgaben und türmte dennoch ungeheuere Schulden (½ Mill. fl.) auf.

Albrecht wurde streng katholisch erzogen und stand unter dem Einfluss der Jesuiten, die sein Vater ins Land geholt hatte und die seit 1549 in Ingolstadt an der Theologischen Fakultät unterrichteten. Die Ingolstädter Universität ging während Albrechts Regierung vollständig an sie über. Das Luthertum wurde in Albrechts Herrschaftsbereich streng verfolgt. Allerdings berief er 1550 Pankraz von Freyberg an seinen Hof; Pankraz neigte dem Protestantismus zu und konnte dem Herzog später Zugeständnisse an die Religionsfreiheit abringen. Albrecht gehörte zu den Mitbegründern des Landsberger Bundes. 1557 schuf er einen Religionsrat, um die konfessionelle Einheit des Landes zu kontrollieren. 1559 gründete er in München ein Jesuitenkolleg, das heutige Wilhelmsgymnasium. Die Juden hatte er bereits am 23. Dezember 1551 ausgewiesen, indem er ihnen untersagte, im Herzogtum zu wohnen. Für Reisen durch sein Land brauchten sie einen Passierschein und durften dabei an keinem Ort öfter als einmal übernachten.

Albrecht war der Erzieher und Vormund von Philipp II. von Baden, dem späteren Markgrafen von Baden, sowie von dessen Schwester Jakobe von Baden, der nachmaligen Herzogin von Jülich-Kleve-Berg.

Nach dem Tod seines Onkels Ernst von Bayern erbte Albrecht die Pfandschaft über die Grafschaft Glatz. Diese verkaufte er 1567 an den böhmischen König Maximilian II.

Nachkommen

Herzog Albrecht V. heiratete am 4. Juli 1546 in München Erzherzogin Anna von Österreich, eine Tochter von Kaiser Ferdinand I. und dessen Gattin Prinzessin Anna von Böhmen und Ungarn. Gemeinsam hatten sie 7 Kinder:

Literatur

 Commons: Albert V, Duke of Bavaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm IV. Herzog von Bayern
1550–1579
Wilhelm V.

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