Albrecht von Sternberg

Albrecht von Sternberg (nach der Bischofsliste von Magdeburg: Albrecht II. von Sternberg; manchmal auch: Albert von Sternberg; * um 1333; † 14. Januar 1380 in Leitomischl) war Bischof von Schwerin; Bischof von Leitomischl und Erzbischof von Magdeburg.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Werdegang

Albrecht entstammte dem mährischen Familienzweig der Herren von Sternberg. Seine Eltern waren der mährische Landeshauptmann Stephan/Štěpán von Sternberg und Katharina/Kateřina, geborene von Krawarn. Sein Vater, der 1357 starb, ist ab 1347 mehrfach als Urkundenzeuge im Umfeld des böhmischen Königs Karl IV. bezeugt.

Über Albrechts Ausbildung fehlen nähere Angaben. Es wird vermutet, er habe an den Universitäten Bologna und Paris studiert und die akademischen Titel Dr. theol., Dr. phil. und Dr. iur. erworben. 1352 verlieh ihm Papst Clemens VI. das Olmützer Domdekanat und ernannte ihn zum päpstlichen Kaplan. Schon vorher war er Domherr von Olmütz und Titulardomherr von Prag, wo er 1353 zum Domherr aufstieg. In dieser Position gelangte er in den engeren Umkreis des böhmischen Königshauses und wurde Berater des Kaisers Karls IV.

Bischof von Schwerin

Nach dem Tod des Schweriner Bischofs Andreas von Wislica ernannte Papst Innozenz VI. am 19. Oktober 1356 Albrecht von Sternberg zu dessen Nachfolger. Die Bischofsweihe erfolgte vor dem 6. November 1356. Obwohl ihm erst am 10. März 1360 vom Papst die Dispens von der Residenzpflicht gewährt wurde, hielt sich Albrecht wegen seiner Beratertätigkeit für den Kaiser nur selten in Schwerin auf. Mit der Verwaltung der Diözese wurden die Generalvikare betraut. In einem Streit um die Einlösung verschiedener Verpfändungen belegte er 1357 mehrere Mitglieder der Familie von Bülow mit dem Bann. Erst im Juni 1363 kam es zu einem Vergleich, bei dem dem Hause Bülow die bischöflichen Residenzen in Bützow und Warin zugestanden wurden.

Bischof von Leitomischl

Auf Fürsprache Kaiser Karls versetzte der Papst am 23. August 1364 Albrecht von Sternberg nach Leitomischl, wo er Nachfolger des nach Olmütz transferierten Bischofs Johannes von Neumarkt wurde, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Albrecht ernannte den Pfarrer Nikolaus von Gitschin zu seinem Offizial und Generalvikar. Einen langjährigen Streit mit dem Leitomischler Domkapitel konnte er 1366 mit einem Vertrag über die Teilung der ehemaligen Burg Leitomischl beenden. Auch um die Güter des Klosters Podlažice gab es mit dem Kapitel Streitigkeiten, bei denen die Kurie angerufen werden musste.

Erzbischof von Magdeburg

Obwohl nach dem Tod des Magdeburger Erzbischofs Dietrich Kagelwit das dortige Kapitel einen anderen Kandidaten gewählt hatte, wurde Albrecht von Sternberg – wiederum mit Unterstützung des Kaisers – am 9. Juni 1368 als Erzbischof von Magdeburg ernannt. Am 3. Dezember des Jahres erfolgte die Inthronisation. Schon bald nach dem Amtsantritt verkaufte Albrecht die zum Erzstift Magdeburg gehörende Niederlausitz für 6000 Mark an den Kaiser. Deshalb besteht die Vermutung, der Kaiser habe sich mit der Absicht, dieses Gebiet in seinen Besitz zu bringen, für Albrechts Translation nach Magdeburg eingesetzt. Auch in Magdeburg war Albrechts Amtszeit von Streitigkeiten mit der Stadt und dem Adel überschattet, die dazu führten, dass er dort nicht heimisch werden konnte. Zudem wurde ihm Verschwendung und mangelnde Beherrschung des Niederdeutschen vorgeworfen. Obwohl Albrecht als erster Magdeburger Erzbischof seit 1370 den Titel eines Primas Germaniae führte, resignierte er auf das Erzbistum Magdeburg.

Nochmals Bischof von Leitomischl

Am 13. Oktober 1371 transferierte Papst Gregor XI. Albrecht von Sternberg wiederum nach Leitomischl und verlieh im gleichzeitig den persönlichen Titel eines Erzbischofs. Im Austausch wurde der Leitomischler Bischof Peter Jelito Erzbischof von Magdeburg. Aus Magdeburg brachte Albrecht die Reliquien des heiligen Viktorin mit, der seitdem Diözesanpatron von Leitomischl war. Nikolaus von Gitschin behielt das Amt des Offizials und Generalvikars. Albrecht visitierte das umstrittene Kloster Podlažice und veranlasste die Gründung zahlreicher neuer Klöster in der Diözese. Der Bau des von Johannes von Neumarkt gegründeten Augustinerchorherrenstifts in Leitomischl wurde während Albrechts Amtszeit fertiggestellt, und das von Bischof Peter Jelito errichtete Stift Landskron erhielt weiteren Besitz. Auf seinem bischöflichen Gut Tržek gründete Albrecht 1378 die Kartause Tržek. Obwohl die zweite Leitomischler Amtszeit für die Diözese eine Konsolidierung brachte, konnten die mit dem Kapitel bestehenden Spannungen nicht beseitigt werden.

Albrecht hielt sich häufig auf seinem Familiengut Dědice auf. Seine letzten Jahre verbrachte er in schlechter gesundheitlicher Verfassung auf dem bischöflichen Gut Tržek. Ende der 1370-er Jahre erhielt Albrecht den päpstlichem Auftrag, in einem Eigentumsstreit zwischen dem Olmützer Bischof Johannes von Neumarkt und dem Markgrafen Jodocus zu vermitteln. Jobst wurde nachfolgend von Albrecht wegen der Beschlagnahme von Gütern des Olmützer Domkapitels exkommuniziert. Wegen der Vertreibung des Bischofs und des Kapitels wurde auch der Olmützer Stadtrat mit dieser Strafe belegt. Gleichzeitig verhängte Albrecht ein Interdikt über Mähren.

Schon 1371 verfasste Albrecht in Prag sein Testament, mit dem er in Sternberg das Augustinerchorherrenstift mit der Kirche “Mariae Verkündigung” stiftete, in der sein Leichnam 1380 beigesetzt wurde. Später wurden seine Gebeine in die angrenzende Maria-Hilf-Kapelle überführt. Die Stadt Sternberg mit der Burg und der gleichnamigen Herrschaft erbte Albrechts Neffe Peter, der 1397 starb.

Genealogie der Sternberger

Vorgänger Amt Nachfolger
Andreas von Wislica Bischof von Schwerin
13561364
Rudolf II. von Anhalt
Vorgänger Amt Nachfolger
Johannes II. von Neumarkt Bischof von Leitomischl
13641368
Peter Jelito
Vorgänger Amt Nachfolger
Dietrich Kagelwit Erzbischof von Magdeburg
13681371
Peter Jelito
Vorgänger Amt Nachfolger
Peter Jelito Bischof von Leitomischl
13711380
Johannes III. Soběslav

(Quelle siehe unter[1])

Literatur

  • Clemens Brodkorb, Zdeňka Hledíková, Michael Scholz. In: Erwin Gatz: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches. ISBN 3-428-10303-3, S. 346–348 (hier als Albert von Sternberg bezeichnet).
  • Stefan Pätzold: Erzbischof Albrecht von Sternberg – ein Mährer in Magdeburg (1368–1371). In: Mitteldeutsche Lebensbilder./hrsg. von Werner Freitag. Köln, 2002, S. 11–26

Weblinks

Fußnoten

  1. Genealogie der Sternberger

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