Albrechtshain
Albrechtshain
Stadt Naunhof
Koordinaten: 51° 18′ N, 12° 34′ O51.30421666666712.565613888889Koordinaten: 51° 18′ 15″ N, 12° 33′ 56″ O
Fläche: 4,733 km²
Einwohner: 380 (31. Dez. 1992)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1993
Postleitzahl: 04683
Vorwahl: 034293

Albrechtshain ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Naunhof im Landkreis Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Albrechtshain liegt etwa 13 Kilometer ost-südöstlich der sächsischen Großstadt Leipzig. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 1,2 Kilometer an der hier nach Norden verlaufenden Parthe. Nördlich der Ortslage verläuft die Bundesautobahn 14, an diese angrenzend liegt ein Naherholungsgebiet rund um den Albrechtshainer See (auch: „Autobahnsee“).
Durch den Ort führt die Kreisstraße 8360 Naunhof–Zweenfurth, über Kommunalsstraße besteht zudem Anschluss an Kleinsteinberg und Fuchshain.

Nachbarorte

Wolfshain Beucha Kleinsteinberg
Kleinpösna Nachbargemeinden
Fuchshain Eicha

Geschichte

St. Petri-Kirche Albrechtshain
Altar des ehem. Antoniterklosters Eicha in der St. Petri-Kirche

Die erste urkundliche belegte Ortsnamenform datiert von 1335 als Albrechtisdorf, 1350 lautet die Endung des Namens erstmals -hain.[2]

1382 erfolgt die Ersterwähnung der Kirche.[3] Um 1500 wird ein Wasserschloss in Albrechtshain erwähnt. 1512 gelangten die Antoniter in den Besitz der Grundherrschaft des 1443 zum Leibgedinge einer Barbara von Wolframsdorf verschriebenen Albrechtshain, zu der auch Kleinsteinberg zählte. 1687 findet ein Wohn- und Mahlmühlengebäude mit 2 Wasserrädern an der Parthe Erwähnung.[4]

August Schumann nennt 1814 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Albrechtshain betreffend u. a.:

„[…] zum Rittergute Pombsen gehörig. Es hat 130 Einwohner mit 5 ¾ Hufen, 13 Pferden, 129 Kühen, 300 Schaafen […].“[5]

Albert Schiffner ergänzt 1827 u. a.:

„Ausdrücklich gedacht wird dieses Dorfes in der Erbtheilung zwischen dem Lande und dem Markgrafen Balthasar Wilhelm u. s. w. vom Jahre 1382, wobei es dem letztgenannten Fürsten zufiel.
Die dasige Kirche soll ehedem nur eine Kapelle gewesen sein, und von den Antonitern des jetzt eingepfarrten vormaligen Klosters Eicha besorgt worden sein, […].“
[6]

1819 wurde eine Schule errichtet. 1846/47 erfolgte ein grundlegender Umbau der Kirche in Gestalt eines schlichten Baus mit Dachreitertürmchen, dem Anbau eines Sakristei sowie einer Kanzel über dem Altar. In den Jahren 1878 wurde das Türmchen wegen Baufälligkeit abgerissen und durch ein Glockenhaus ersetzt. 1896 fand ein erneuter Umbau der Kirche unter der Leitung des Architekten Th. Quentin aus Pirna sowie des Baumeisters Öhmichen aus Naunhof statt. Es wurde u. a. ein Kirchturm an die Westseite des Gebäudes angebaut. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 25.000 Mark.
Bereits 1901 wurde der örtliche Gasthof an das öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen. 1920 erhielt die Gemeinde Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung vom Wasserwerk Beucha, 1926 erfolgte die Lieferung von Stadtgas von der Gasanstalt in Naunhof und in den Jahren 1926-28 wurde die öffentliche Elektroenergieversorgung aufgebaut.[4][3]

1948 wurde das benacherte Eicha eingemeindet.[2] Am 1. Juli 1993 wurde Albrechtshain mit Eicha nach Naunhof eingemeindet.[7] Albrechtshain und Eicha wurden Ortsteile der Stadt Naunhof.

Beginnend ab 1996 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten der St. Petri-Kirche. Dabei werden Dachstuhl und Turm saniert, Turmkugel und Wetterhahn erneuert. Später erfolgten Arbeiten an der Außenfassade.[4][3]

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl [2]
1548/51 28 besessene Mann, 19 Inwohner, 12 Hufen
1764 31 besessene Mann, 1 Häusler, 5 ¾ Hufen
1834 180
1871 207
Jahr Einwohnerzahl
1890 206
1910 270
1925 293
1939 273
Jahr Einwohnerzahl
1946 334
1950 561
1964 521
1990 409

Literatur

  • Lutz Heydick: Leipzig ostwärts. Parthendörfer, Steinbrüche, Autobahnseen. Sax-Verlag, Beucha 1997, ISBN 3930076470
  • Die Parochie Albrechtshain mit Eicha und Filial Erdmannshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, S. 189–194 (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Albrechtshain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 3.

Weblinks

  • Albrechtshain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Albrechtshain im Regionalregister Sachsen, abgerufen am 29. Juli 2011
  2. a b c Vgl. Albrechtshain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. a b c Geschichte der Kirche zu Albrechtshain, abgerufen am 29. Juli 2011
  4. a b c Stadt Naunhof: Albrechtshain-Eicha Zeittafel; abgerufen am 29. Juli 2011
  5. Vgl. Albrechtshain. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 16.
  6. Vgl. Albrechtshain. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 14. Band, Zwickau 1827, S. 27.
  7. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1993 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen, S. 2, abgerufen am 29. Juli 2011

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