Albrechtsleute

Die Evangelische Gemeinschaft (EG) (englisch Evangelical Association), nach ihrem Gründer auch Albrechtsbrüder genannt, war eine methodistische Kirche die 1803 von Jakob Albrecht unter deutschen Auswanderern in den Vereinigten Staaten gegründet wurde.

Sowohl in Theologie als auch in der Organisationsform unterschied sie sich kaum vom Methodismus im Allgemeinen, sie behielt jedoch sehr lange im Gegensatz zu ihrer Umgebung die deutsche Sprache bei. Kirchenordnung und Gesangbuch erschienen in deutscher Sprache. Erst 1844 erschien die Kirchenordnung auch in englischer Sprache und es entwickelten sich parallel auch (mehrheitlich) englischsprachige Gemeinden. 1875 wurden die immer noch zahlreichen deutschsprachigen Gemeinden in drei separaten Jahreskonferenzen zusammengefasst. Die amerikanische deutschsprachige Publikation Der Christliche Botschafter stellte ihr Erscheinen erst 1947 ein, da die Zahl der Abonnenten zu klein geworden war.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden, hauptsächlich durch Rückkehrer, Gemeinden der Evangelische Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum und in Osteuropa gegründet .

1945 vereinigte sich die Evangelische Gemeinschaft mit der Schwesterkirche Vereinigte Brüder in Christo zur Evangelischen Vereinigten Brüderkirche. Im deutschsprachigen Raum setzte sich der neue Name nicht durch, es wurde die Bezeichnung Evangelische Gemeinschaft weitergeführt. Die Evangelische Gemeinschaft stand bis zu ihrer Vereinigung mit der Methodistenkirche unter der Dienstaufsicht eines US-amerikanischen Bischofs.

Obwohl die Evangelische Gemeinschaft dem methodistischen Denominationsstrang zuzurechnen war, wurde besonders in der Mitte des 20.Jahrhunderts weder methodistische Theologie noch die Geschichte der methodistischen Kirchenfamilie im Reutlinger Predigerseminar der EG besonders beachtet. Für den Dogmatiker an dem Seminar, Karl Steckel, beispielsweise bedeutete die Vorbereitung zur Kichenvereinigung mit den Methodisten einen Einschnitt in das Denken und die Arbeit.[1]

Wie die Bischöflichen Methodistenkirche richtete sich die EG stark zu ihren Mutterkirchen in den Vereinigten Staaten hin aus.[2] In Deutschland ergab sich seit 1926 eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), der auch andere Freikirchen und Gemeinschaften angehörten. Dazu kam ab 1948 die Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf unterschiedlichen Ebenen. Eine bilaterale Zusammenarbeit geschah seit 1951 in der gemeinsam getragenen Zeltmission. Besonders hervorzuheben ist der mit den Baptisten seit 1950 gemeinsam herausgegebene Abreißkalender, der eine weite Verbreitung in den Kirchen hatte. Er bot den Gläubigen für jeden Tag eine kurze besinnliche Lektüre, einen Bibelspruch und einen Kirchenliedhinweis.

1968 bildete die Evangelische Vereinigte Brüderkirche zusammen mit der Bischöflichen Methodistenkirche die Evangelisch-methodistische Kirche, englisch The United Methodist Church und ging in dieser auf.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Karl Heinz Voigt: STECKEL, Karl Gottlob, In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon [1]
  2. Hermann Sticher:Die Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche; Die Kirchenvereinigung in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik. In Steckel, Karl: Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche, 1982, ISBN 3-7675-7496-9, S. 213 f

Literatur

  • Steckel, Karl: Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche, 1982, ISBN 3-7675-7496-9, S 59-84
  • Ulrike Schuler: Die Evangelische Gemeinschaft. Missionarische Aufbrüche in gesellschaftspolitischen Umbrüchen, 1998, ISBN 3897250020

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Albrechtsleute — (Albrechtsbrüder, Evangelical Association), eine Kirchenpartei in Nordamerika, welche sich auf methodischem Boden bewegt u. 1803 von dem pennsylvanischen Deutschen Jakob Albrecht gestiftet wurde; vgl. Evangelischer Bund 1) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Albrechtsleute — (Evangelische Gesellschaft), eine den Methodisten verwandte Sekte, gestiftet von Jakob Albrecht, geb. 1. Mai 1759 in Pennsylvanien. Dieser, ursprünglich Lutheraner, durchzog seit 1796 mehrere Staaten Nordamerikas als methodistischer Bußprediger… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Albrechtsleute — Albrechtsleute, Evangelische Gemeinschaft, den Methodisten verwandte nordamerik., auch in Deutschland verbreitete Sekte, von Jakob Albrecht (gest. 1808) aus Pennsylvanien gestiftet. – Vgl. Plitt (1877) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Albrechtsleute — Ạlbrechtsleute,   die Anhänger der Evangelischen Gemeinschaft J. Albrechts (Methodisten) …   Universal-Lexikon

  • Альбрехтслейте — (нем. Albrechtsleute) или Евангелическое братство (англ. Evangelical Association; Albright Brethren) секта, по учению и устройству общины весьма близкая, в главных чертах, к учению методистов. Основатель ее, Иаков Альбрехт… …   Википедия

  • Jacob Albright — (Jakob Albrecht) (May 1 1759 May 17 1808) was an American Christian leader, founder of Albright s People (Die Albrechtsleute) which was officially named the Evangelical Association (Evangelische Gemeinschaft) in 1816. This church underwent… …   Wikipedia

  • Альбрехтслейте — (или евангелическое братство) называется секта, по учению и устройству общины весьма близкая, в главных чертах, к учению методистов (см. это сл.). Основатель ее, Иаков Альбрехт, сын родителей лютеран, род. 1 мая 1759 г. в Пенсильвании.… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

  • Albrecht — ist ein deutscher männlicher Vorname. Der Name ist auch als Familienname verbreitet. Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft 2 Varianten 3 Bekannte Namensträger …   Deutsch Wikipedia

  • Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen — Der Titel Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen dieser Chronologie ist bewusst gewählt. Er verzichtet auf den im kirchlichen Sprachgebrauch nicht mehr gebräuchlichen Begriff Sekte, der im entsprechenden Wikipedia… …   Deutsch Wikipedia

  • Gustav Leopold Plitt — (* 27. März 1836 in Genin; † 10. September 1880 in Erlangen) war ein deutscher lutherischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte. 1854 begann Plitt das Studium der Theologie in Erlangen. 1862 habilitierte er sich mit Dissertation De… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”