Albtal (St. Blasien)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt St. Blasien
St. Blasien
Deutschlandkarte, Position der Stadt St. Blasien hervorgehoben
47.7619444444448.1283333333333770Koordinaten: 47° 46′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 770 m ü. NN
Fläche: 54,36 km²
Einwohner: 4026 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79837
Vorwahl: 07672
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 097
Adresse der Stadtverwaltung: Am Kurgarten 11
79837 St. Blasien
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johann Meier
Dom St. Blasius, Meisterwerk des Frühklassizismus

St. Blasien ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Waldshut.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der heilklimatische und Kneipp-Kurort St. Blasien liegt im Südschwarzwald südlich des Schluchsees im Albtal. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 600 Meter über NN bis zum 1349 Meter hohen zum Feldbergmassiv gehörenden Spießhorn.

Flächennutzung

Etwa 77 % der Gemeindefläche besteht aus Wald, 16 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Nachbargemeinden

Luftaufnahme des Doms St. Blasien

St. Blasien grenzt im Norden an die Gemeinden Feldberg und Schluchsee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Osten an Häusern und Höchenschwand, im Süden an Dachsberg und im Westen an Ibach und Bernau im Schwarzwald.

Stadtgliederung

Zur Stadt St. Blasien gehören die früher selbstständigen und in den 1970er Jahren eingemeindeten Gemeinden Immeneich, Menzenschwand und Schlageten. Zur ehemaligen Gemeinde Immeneich gehören die Dörfer Immeneich und Niedermühle. Zur ehemaligen Gemeinde Menzenschwand gehören die Dörfer Menzenschwand-Hinterdorf und Menzenschwand-Vorderdorf. Zur Stadt St. Blasien in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören die Stadt St. Blasien, die Höfe Glashof, Windberghof und Wolfsboden und die Häuser In der Schmelze, Im Hüttlebuck und Glashofsäge. Zur ehemaligen Gemeinde Schlageten gehören das Dorf Schlageten, die Weiler Eckartschwand, Lehenwies, Luchle, Niedingen und Unterbldstein und die Zinken Ballenberg und Unterkutterau.[2]

Geschichte

St. Blasien 1906

Im Jahre 858 wurde erstmals ein Benediktinerkloster im heutigen St. Blasien erwähnt (Kloster St. Blasien). Die Geschichte der Stadt ist auf das Engste mit der des Klosters verknüpft. Das Kloster war ab dem späten Mittelalter eines der wichtigsten im Schwarzwald, bis es 1806 säkularisiert wurde. Die letzten Mönche übersiedelten (auf Umwegen) zum Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Danach wurde in den Klostergebäuden eine der ersten Maschinenfabriken Deutschlands (Spinnereimaschinen) aufgebaut. Von 1934 bis 1939 war und von 1946 an wieder ist das renommierte, von Jesuiten geleitete Kolleg St. Blasien mit Internat im Kloster untergebracht. Während des Krieges 1939 bis 1945 wurden die Gebäude als Lazarett genutzt.

1882 eröffnete der Lungenarzt Dr. Haufe das Sanatorium St. Blasien mit Behandlungsschwerpunkt Schwindsucht, heute überwiegend Tuberkulose genannt. Gegen alle Widerstände, auch der ortsansässigen Bevölkerung aus Angst vor der Schwindsucht und dem damit verbundenen Gewinnausfall durch Wegbleiben der Sommergäste, konnte die Klinik bis heute ihren weitreichenden Ruf als Spezialklinik erhalten und weiter ausbauen. Durch die ärztlichen Bemühungen und dem damit verbundenen Ruf der Klinik wurde St. Blasien dadurch zum Ganzjahreskurort.

Politik

Die Stadt ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands St. Blasien, dem außer der Stadt die Gemeinden Bernau, Dachsberg, Häusern, Höchenschwand, Ibach und Todtmoos angehören.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In blau ein linkshin springender Hirsch.“

Wappen der Stadtteile

Städtepartnerschaften

St. Blasien pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Innere des Doms
Torgebäude der alten Abtei
Prachtbau der alten Abtei

Hauptartikel: Dom St. Blasius

Nach einer Brandkatastrophe 1768 errichtete der Architekt Pierre Michel d’Ixnard (1768–1781) eine neue Abteikirche im frühklassizistischen Stil. Der Kuppelbau ist mit 36 Metern im Durchmesser und 62 Metern Höhe der drittgrößte seiner Art in Europa.[3]

Lungenfachklinik St. Blasien

1892 Errichtung des Sanatoriums St. Blasien, welches sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Lungenheilanstalten Deutschlands entwickeln sollte. Noch heute ist die Lungenfachklinik St. Blasien über die Grenzen des Landkreises bekannt. Das Behandlungsspektrum umfasst alle Formen der Lungenerkrankungen wie chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, Lungentumore, Schlafmedizin und Beatmungsmedizin. Ebenso werden Tuberkuloskranke hier behandelt. Sehenswert sind hier neben dem historischen großen Speisesaal und dem historischen Krankenzimmer die einzelnen Kaminzimmer und der Wandelgarten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die internationalen Sommerkonzerte im Dom, jeweils von Ende Juni bis Anfang September, mit berühmten und bekannten Chören, Musikensembles und Organisten, die Klosterkonzerte im Festsaal des Kollegs und der Internationale Holzbildhauerwettbewerb.

Gericht und Einrichtungen

St. Blasien verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Waldshut-Tiengen und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört und das kleinste und höchstgelegene Amtsgericht in Deutschland ist.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Fürstabt Martin Gerbert (1720-1793) Benediktinermönch, entwickelte das Kloster St. Blasien zu einem Zentrum methodischer Geschichtsforschung und leitete den Wiederaufbau nach dem Brand von 1768
  • Heinz Loßnitzer (1904-1964) Meteorologe, leitete von 1927 bis 1933 die Wetter- und Sonnenwarte St. Blasien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1008–1012
  3. Schnell Kunstführer Nr. 555: St. Blasien/Schwarzwald. Regensburg 2001, Seite 7. ISBN 3-7954-4017-3.

Weblinks


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