Albus (Münze)

Albus war eine seit dem Spätmittelalter in den Teilen des deutschen Reiches, vor allem im Rheinland, verbreitete Währung. Der Name albus stammt aus dem Latein und bedeutet weiß. Wegen des höheren Silbergehalts differenzierte sich diese hellere Münze farblich von den anderen minderwertigen Münzen. Daraus resultierte der Name denarus albus (weißer Pfennig).

Der Albus wurde etwa in der Mitte des 14. Jahrhunderts vom Trierer Erzbischof Kuno II. von Falkenstein eingeführt und ist erstmals im Münzvertrag zwischen Köln und Trier 1372 urkundlich nachweisbar. Im Laufe der Zeit wurde Albus zur Währung im Münzverein der Kurfürsten von Trier, Mainz und Köln und wurde von zahlreichen angrenzenden Territorien übernommen.

Am Avers befanden sich zuerst christliche Motive (Christus, Heilige). In Trier wurde der Albus auch als „Petermenger“ (Petermännchen) wegen des Hl. Petrus im Avers bezeichnet. Am Revers zeigten die Münzen meist die Wappenschilde, in Mainz beispielsweise das Mainzer Rad (sog. Raderalbus, der dem Wert von 24 Pfennigen - einem Doppelschilling - entsprach). Mit der Zeit veränderte sich auch das Münzbild.

Nach dem Münzedikt zur Umrechnung fremder Währungen des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm vom 1. September 1620 wurden für die Herzogtümer Jülich-Berg die folgenden Werte festgelegt: 1 Reichstaler = 78 Albus; 1 Albus = 12 Heller.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) verlor die Münze an Bedeutung und wurde noch als Kleinmünze im 18. Jahrhundert regional geprägt (u.a. in Hessen). In Jülich-Berg gewann in der Zeitperiode mehr Stüber an Bedeutung.

Siehe auch

Literatur

  • Heinz Fengler, Gerhard Gierow. Willy Unger: Numismatik. Transpress, Berlin 1988, ISBN 3-344-00220-1.
  • Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. Gietl, Regenstauf 2005, ISBN 3-924861-84-6.
  • Heribert Engel: Finanzgeschichte des Herzogtums Jülich., Bonn 1958.

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